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Montag, 27. Januar 2014

Der Kniefall

in Erinnerung an 69 Jahre Befreiung von Auschwitz durch die "Rote Armee"

ich sah mein Volk
hörte sein Schweigen
sah sie bewegungslos
als „anständig“ Deutsche
hastig vorwärts traben

sah meinen Kanzler knien
am Mahnmal ihrer Taten
der keines ihrer Verbrechen
hier anderen angetan
wo er die Schuld aufnahm

sah ihn danach beenden
der Frauen Unmündigkeit
in männlichen Händen
wie er es schaffte mehr
Demokratie zu wagen

sah ihn und so wenige
danach wie er zu streben
uns sich selbst zu geben
wo sind solche wie er hin
wer mag wie er noch knien
wo andere ganz weit fliehn?


Dienstag, 9. April 2013

Scham



nicht schäme ich mich
meiner Scham
angesichts meines Landes
düsterer Vergangenheit
auch lähmt sie
mich nie wie auch
müsste ich mich doch eher
wirklich schämen hätte ich
diese Scham nicht

aber es lähmt mich
der schamlose Leichtsinn
meiner Landsleute
ohne diese Scham
wieder mit ihrem Land
vor aller Welt
prahlen zu wollen

es lähmt mich auch
wie gut gemästet wir dabei
durch das Leben schreiten
ungerührt der Leiber die dafür
woanders ihre Gesundheit
und Leben uns geben

es lähmte mich nie
die Vergangenheit
es entsetzt mich
die Gegenwart dieser
Vergangenheit
wie wir mit ihr und uns
umgehen ohne Scham
in der Vergeblichkeit
unseres gelegentlichen
Bemühens der Welt
ein besseres Dasein
zu schenken

Montag, 8. April 2013

Ende der Scham?



 





















 fragt sich:

müsste nicht
wer das Ende der Scham
für den Holocaust
bei uns Deutschen fordert
mit der Begründung
das sei jetzt lange genug her

müsste der nicht auch
darauf verzichten seinen Stolz
raus zu grölen auf die „guten
Werke“ seiner Nation bei denen
er in der Regel auch kaum
anwesend gewesen sein dürfte
und lange her ist vieles
davon auch schon

manches fast zu lang
wie Heines mahnende Worte:
„dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man auch
am Ende Menschen“

Die Bücher der Scham
glimmen bereits
auf den Müllhalden
unserer Zeit

Zum Holocaust-Gedenktag in Israel 2013



Die nach dem Holocaust
Akten Türen und Gashähne
verschlossen die Öfen
reinigten die letzten
Gräber zu warfen
zeigten beim Verlassen
der Todeszäune auf die Bilder
an den Wänden

„Der wars!“
und ließen sich
ihre Pensionen auszahlen
in meinem Staat der nun endlich
gerne von etwas anderem
reden würde