Dienstag, 28. Juni 2011

Bombenentschärfung

Wie lange dauert ein Krieg? Wann ist er wirklich zu Ende?
Gestern wurde in Lingen in der Nähe von Bahnhof und ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk eine 5-Kilo-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg bei "Bauarbeiten" entdeckt. Sie ragte aus dem Boden als wolle sie sich doch noch auf den Weg machen zu Bahnhof oder Werk und ihren Auftrag beenden..
Wie viel Erschütterungen fanden auf und neben ihr seit ihrem Niederfall dort statt? Wie viel Glück hatten welche Menschen im Laufe der Jahrzehnte? Wer will, kann das auch als Metaphern sehen.
Kein Krieg ist vorbei, so lange noch irendetwas von ihm herumliegt, und sei es im Gedächtnis eines Menschen. 
Und wie viele Bomben drohen unter unseren Rädern, Füßen und Leibern? Wie oft hatten wir Glück und wissen es nicht?
Welche Erschütterung löste die Bombe aus? Sie wurde fortgeschafft und weit entfernt der Stadt gesprengt. Im Internet gab es Neugierde und Befriedigung der Neugierde. Mehr Klicks als sonst gab es auf der Ems-Vechte-Welle-Seite. Es gab Stau, Wartezeiten durch ausfallende Züge, das Einkaufen musste abgebrochen werden, Senioren wurden in die Berufsschule verfrachtet.
Und was noch? Wie viel Krieg kam hoch? Bei wem?
Ich musste an die "Landminen" in anderen Ländern denken. Da geht es nicht so glimpflich ab. Und die Gefahr lauert noch lange.

Und daran, dass der Frieden mehr sein sollte als die Zeit für Wiederaufrüstung und Verbesserung der Waffen zwischen den Kriegen.

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