Posts mit dem Label Ironie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ironie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 24. Januar 2014













Peter Silie
fragt sich:

Heute
am Telefon:
 „Sie sind mit
dem Service
der deutschen
Rentenversicherung
verbunden.“
Freizeichen
Musik
Besetztzeichen
aus
jedes Mal

Ist das auch
eine Folge der
demografischen
Entwicklung
oder nur

schlechter Service?

Mittwoch, 20. November 2013

Gurlitt und Putin: zweimal Beute-Kunst







aus
Peter Silies
Grummellade:





Beute-Kunst in München:
verjährt
behalten alles wir 
oder der Täter
mit Fug und Recht

Beute-Kunst in Moskau:
verjährt nie
da bleiben wir hart
und das
mit deutschem Fug und Recht

offensichtlich
verjährt da
vor allem
schwarzbraune Dummheit
und gewissenlose Gier
in diesem Lande nicht

Freitag, 30. August 2013

Abwechslung

Neulich wurde der Autor mehrerer Werke mal wieder nach einer Lesung in der Buchhandlung gefragt, warum er diese oder jene Geschichte denn geschrieben habe und warum er so verschieden schreibe, bisweilen seine Geschichten so unterschiedlich seien, als kämen sie gar nicht alle von ihm sondern von vielen verschiedenen Autoren?
Müde hatte er erst die Frager, dann auf seine Manuskripte gesehen. Schließlich gab er sich einen Ruck und fragte:
„Lesen sie nur von einem Autor die Bücher oder von mehreren?“
„Von mehreren“, kam übereinstimmend die Antwort.
Er nickte. Und fragte weiter:
„Sehen sie im Kino nur Filme eines Genres oder gehen auch mal in Filme, die mit denen, die sie zuvor gesehen haben, nichts gemein haben?“
Auch da kam von allen die gleiche Antwort, dass sie natürlich unterschiedliche Filme ansehen würden.
Und er fragte weiter:
„Hören sie nur von einem Musiker die Songs oder mögen sie auch da mal die Abwechslung?“
Und wieder antworteten ihm alle, dass sie die Abwechslung lieben würden.
„Eine letzte Frage: gehen sie immer nur in das gleiche Restaurant oder wechseln sie auch mal gerne die Nationalität bei der Herkunft der Gerichte?“
Jetzt wurde die Zustimmung hinsichtlich der Abwechslung laut und eindeutig.
Da nickte er befriedigt zu ihnen hin und erklärte:
„Sehen sie, so geht es auch mir: ich liebe die Abwechslung und freue mich, wenn ich eine Geschichte finde, die ich noch nicht kannte oder eine Form, die ich noch nicht ausprobiert habe oder länger nicht mehr gepflegt. Man schreibt ja nicht aus Liebe zu einer Form, einem Genre oder einem Ton. Ich jedenfalls schreibe aus Neugierde, möchte mich überraschen lassen, reise dabei gerne in neue oder nicht so bekannte Gefilde.“
Da meldete sich ein modisch gekleideter Herr mittleren Alters, der offensichtlich viel Wert auf sein Äußeres zu legen schien.
„Aber, entschuldigen sie bitte, so weiß man bei ihnen ja nie, was einen erwartet!“
„Ist das nicht gut so? Warum sonst sollten sie kommen und mir lauschen oder meine Texte lesen?“
Es gelang ihm nicht alle zu überzeugen. Aber das wollte er ja auch nicht. Er wollte schreiben, einfach nur schreiben, das interessierte ihn. Und der eine mochte es mögen, der andere eben nicht. So lange es genug waren, die ihm das Schreiben finanziell ermöglichten, glaubte er nichts falsch gemacht zu haben.
Der gutgekleidete Herr mochte dennoch keine Ruhe geben.
„Aber dann können sie von uns auch nicht erwarten, dass wir alle ihre Werke kaufen oder gut finden.“
Nun doch etwas verärgert fragte er den Mann: „Wer sagt ihnen denn, dass ich so etwas erwarte?“
Und war froh, dass die Buchhändlerin die kleine Debatte beendete.

Donnerstag, 18. April 2013

Altersansprache




über ein Thema

das kein Thema

sein kann

für ihn






als man mich noch nicht auf
mein Alter angesprochen hat

wäre im Traum mir nicht
eingefallen über selbiges
ein Wort zu verlieren

so lasse ich es auch jetzt
besser bleiben, zumindest

über das, was meine eigenen Jahre
hier auf Erden angeht

und deren Inhalt oder Aussicht
„Ütt kömmt wi ütt kömmt!“

Kaffeesatzleserei war nie mein Ding