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Mittwoch, 16. April 2014

nicht jeden Tag


aus
Peter Silies
Vierzeilerbox:

Manchmal flutscht es
Dann wieder hakt des

aber wenn ich aus dem Fenster seh‘
liegt auch da nicht jeden Tag Schnee

Donnerstag, 10. April 2014

Fragment der Vergangenheit



Hätten wir wohl weniger gestritten zwischen den Generationen, nach diesem Krieg, nach diesen Teufelsjahren, hätten wir die Bilder geahnt, die Worte gefunden, wie sie so tief in uns lagen, dank ihrer unbewussten Übertragungs- und Verdrängungskünste, die uns quälten bei Nacht, uns quälten bei Tag, die qualvoll uns antrieben in der Nähe der anderen?
Hätten wir verstanden, wie Leid verbinden und Schuld teilbar sein kann oder wären wir uns erst recht an die Gurgeln gefahren, hätten wir gar zugedrückt?
Was trieb uns an und in dieser Weise?
Die Sehnsucht nach Schweigen im lauten Wortgeschacher, die Sehnsucht nach Sprache im Bunker des Schweigens?
Was trieb uns? Und was auseinander? Wie viel und was wäre uns und anderen erspart geblieben ohne diesen unbewussten Kampf?
Und was wäre auf der Strecke geblieben, könnte heute leuchten ohne diesen Widerstand, diesen Protest, diese Überschwemmung, die mehr hinweg spülte, als wir uns je hätten vorstellen oder vornehmen können?
Hätten wir einen Weg finden können, über all die Verbrechen und das Schweigen hinweg?
Und wer hätte das uns zumuten dürfen? Auf welchem Tablett wäre das gelandet, von wem serviert worden?
Wir waren wie wir geworden, gebracht worden sind, in auswegloser Lage schreiend, ohne äußeren Anlass wütend, Gefährten des Sturms, wenig zu packen mit Säuseleien und Schäfchenwolken als Erklärung für des Himmels blutrotem Schrei.

Wir, die angeblich glasklaren „68er“, als solche benennbar und einfassbare Generation, hätten wir weniger um uns geschlagen, zerbrochen, davon geblasen, hätten wir unseren Eigenanteil, das tiefe schwarze Loch in uns, das heimlich, unbewusst ererbte Loch der Vorfahren, das unserer lieben Verwandten und Bekannten, Eltern und Großeltern besser gekannt, erkannt, zerpflückt und ausgewertet?
Oder war es tatsächlich an uns, unausweichlich, ein Höllen- wie Himmelsdienst, den großen Schrei zu starten, das große Zerwürfnis, das ewige Generationsgemetzel mit Worten wie Gemeinheiten, so ungerecht wie möglich, so zynisch wie nötig, ein munteres, geistig anspruchsvolles Spiel vor der Schlacht, vor den Friedhöfen draußen, vor der Unabwendigkeit gewählter, genutzter Zeiten?
Waren wir getrieben oder trieb man uns? Welche Worte waren außen vor und warum wir? Die Erben, die Kinder, die Nutznießer, Frage: wovon?
Was für Zeiten, das steht fest mittlerweile fest, in denen Füße unter Tischen gleichbedeutend mit Gefangenschaft und Meinungsabgabe waren, mit Inzucht und Inzest, mit grabbelnden und drückenden, sich abreibenden Körperbehauptungen, mit Einvernahme und Drohungen, diesen Zeiten in denen Tische überhaupt hochgeschwungen wurden über Leben, diverse Schweinigeleien sowie Tod und Freiheit. Wie viele haben geschwiegen. Wie vielen hängt nach ihr Leid nach der Kapitulation, die auch Befreiung hätte heißen können?
Was für Zeiten? Was für Menschen? Was für eine versemmelte Kommunikation!
Und dies so viele Jahrzehnte lang!

(c) bild + text jörn laue-weltring bad wildungen 2014

Dienstag, 4. Februar 2014

Glück dank Unglück


aus
Peter Silies
Morgenlade

dankbar dem Unglück
bin ich glücklich
dank ihm
hoch zu schätzen
meines Glückes Wert 


Politiker und die Demokratie

aus
Peter Silies
Politikkladde

Demokratien
sind auf Politiker
angewiesen

leider Politiker
nicht immer
auf die Demokratie


im Zweifel


aus
Peter Silies
Grübellade:

lieber im Zweifel

als völlig
daneben liegen

Montag, 3. Februar 2014

Mehrheit der Mitte

aus
Peter Silies
Politikkladde:

die Mehrheit der Wähler
hält sich nicht in der Mitte auf

ist als Treibsand
im Flachland abgelegt
in breiten Tälern


Sonntag, 2. Februar 2014

Tag und Nacht



kein Tag beendet die Nacht
aber er bereitet sie täglich vor

wie die Nacht dem Tag entsteigt
erschafft auch sie Tag auf Tag

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Donnerstag, 30. Januar 2014

Warum mancher Rahmen leer bleibt


aus
Peter Silies
Kramlade:

Rahmen
die zu lange
besprochen werden,
bleiben hinterher
meist leer.

Pudels Kern

aus
Peter Silies
Grübellade:

viele,
die den wahren Kern suchen,
werfen ihn danach oft
samt Gehäuse in die Biotonne.

ist ihnen das Fruchtfleisch
lieber als das Pflanzgut?

Kerngedanken


aus
Peter Silies
Stimmungslade:

Kerngedanken, Kerngehäuse,
Kernenergie, Kernschmelze,
mir alles zu kernig,
lieber knuddel ich

mit Pudels Kern

Freitag, 24. Januar 2014













Peter Silie
fragt sich:

Heute
am Telefon:
 „Sie sind mit
dem Service
der deutschen
Rentenversicherung
verbunden.“
Freizeichen
Musik
Besetztzeichen
aus
jedes Mal

Ist das auch
eine Folge der
demografischen
Entwicklung
oder nur

schlechter Service?

Donnerstag, 23. Januar 2014

Fluchtreisen







aus
Peter Silies
Urlaubskladde:




die meisten Reisen
führen uns

statt
zur Welt hin

als Flucht
aus ihr hinaus

im besten Falle
zu uns selber


Mittwoch, 22. Januar 2014

Arbeit auf Crash-Kurs

aus
Peter Silies
Arbeitswelt

ausgelernt
angelernt
ungelernt
eingestellt

zu Lohn
-dumpings
Crash-Kurs 



Web 2.0


aus
Peter Silies
Grummellade

buck-faiss
auf-ge-twittert

ab-ge-äppt

ferne Wünsche








aus
Peter Silies
Beziehungskiste



als er sie
von Ferne sah
kam sie ihm
gleich unheimlich
irre nah

dass er sie
in der Nähe
heute bisweilen
lieber mal
öfter auch

von Ferne sähe

Dienstag, 21. Januar 2014

Langes Leben kurz

aus
Peter Silies
Grübellade

wer länger lebt
wacht öfter auf
erlebt trotzdem
hier und heute
Tag und Nacht
auch nur ein
einziges Mal
ohne Pardon

Montag, 13. Januar 2014

Kompromisse

aus
Peter Silies
Grübellade:

Wir leben im Zeitalter
wachsender Kompromisse
manche zu hohen Müllbergen
andere zu sanften Hügeln

immer noch besser
als ganz ohne Aussicht
auf befreiende Höhen
im tiefen Tal zu ersaufen

Samstag, 11. Januar 2014

Heile Welt

aus
Peter Silies
Seufzerlade:

Wir werden wohl nie
unseren Kindern
eine heile Welt
überlassen können

aber wenigstens
ein paar Leuchttürme
sollten noch für sie da sein
wenn wir gehen müssen

Freitag, 10. Januar 2014

only peace

from
Peter Silies
brooding drawer

only peace can be
more important
than every thing else

is able to help us
to create dreams
between living and dying

Montag, 23. Dezember 2013

politischer Rund- und Werdegang


zum Wohle des Volkes
im Namen des Volkes
auf Kosten des Volkes
im Arsch des Volkes
zum Wohle ...
im ……..

(c) bild + text jörn laue-weltring, lingen 2013