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Donnerstag, 3. April 2014

Gefährliche Diät























Die Welt hat
abgespeckt

Vernunft
steht selten noch
auf dem Speiseplan

die Liebe
findet
in Ersatzstoffen statt

der Frieden
hat sein Übergewicht
abgegeben an den Krieg

nur Du und ich
legen Fettvorräte an
mageren Zeiten zum Trotz

(c) bild + text jörn laue-weltring bad wildungen 2014

Dienstag, 21. Januar 2014

Am alten Kanal



diese Wellen, die nicht rauschen
Wind der in Platanen stille steht
schnuppern Hunde leise Kiesweg
weiden müde Beine ihnen zulieb
Containerkähne angemessen tuckern
zwischen Möwen gleitend vorbei

wie hier alles sich fängt in plätschernd Ruhe
Wasser und Weg von weit her nach weit hin
wie der Bäume Schatten behäbig ruhen
auf sanft atmenden Kanals Formenspiel
beginnt auch die Nacht hier milde glitzernd
als feiner Sternenspiegel Wassers Glanz

find ich meine Seele hier, treib den Freudentanz
von der Stadt entfernte Töne, Fledermäusen gleich
bleibt der Weg hier unverwundet schreckenlos
hält dieser Anblick Herz und Augen warm
wenn des Himmels Wolken mit den Schatten
alter Bäume sich zusammen betten in die Nacht
nehm ich meine Beine hundelos, neu Kraft getankt

für Stadt und Land, die sanft durch den Kanal geteilt
für mein weiteres Tagesmühen und Nachtgedenken
lass hinter mir Staunen, Stille, gutes Treiben, Fluss
des Wassers als Wirtschaftsbetrieb Natur geworden
der nicht nur den Kähnen Tragfähigkeit verleiht
wie den Schwänen, Möwen, fliege ich gestützt davon

sanfter Wellen schlagend, erleichtert nah beim Grund
froh, dass nicht alles, was wir uns so schaffen
Zerstörung heißt oder erbärmlich Untergang
manches dem Profit gebaut trotzdem Frieden gibt
der Jahre Wechsellust, naturverbunden wunderschön
flüstert mir der Kontinent im gezähmten Wasserstrom

auch sein unsichtbares Leid, die Enge die ihn treibt
trug lang vorher er auch das Blut noch in die Meere
in sich das Gift so vieler Fabriken und Motoren
trug auch die Schiffe mit der Ladung für den Krieg
die schwer Verwundeten, die der uns übrig ließ
danach Giftfässer für neues Leid und Sterben

lächelt er mir alters milde nun in die Erinnerung
„Komm wieder. Ich bin da, wenn Ihr mich braucht.
So wie ich könnt Ihr auch werden, ohne Arg
des Lebens Last zu tragen, ohne Gier und Hast
haltet Frieden, meidet Krieg, lebt nur von dem
was Ihr selber schafft, dafür schenk ich Euch die Kraft.“

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014


Samstag, 11. Januar 2014

Abschied: Heiko Bauriedl zum Gedächtnis

Ein ganz besonderer Mensch hat von uns gehen müssen: 
Heiko Bauriedl!



Darum hier jetzt nur für ihn zu Ehren noch einmal ein paar Zeilen, die ich ihm schrieb zu seinem letzten Geburtstag, entsprechend abgewandelt:

Für Heiko, nun leider in Memoriam

Es haben uns die Jahre, Heiko
in die Füße gepickt, in das Genick
geschlagen, gewürgt den Hals
mit Freude ertränkt, in Liebe verstrickt
mit Sehnsucht gefüttert, den Ball uns
weggeschlagen vorbei am Tor

und doch haben wir
oft gut geschlafen, lächelnd begrüßt
so manchen Morgen, die Kraft verspürt
für schöne Taten, Menschen gespürt, auch
hautnah, zu Tränen gerührt, im Glück geprüft
wie all das Leben ist und wunderbar

… Du Freund im wahrsten
besten Sinne für uns und unser Leben Mangelware
mit großem Dank dafür, dass es Dich für uns so
gegeben hat, Du so bei uns warst
in unseren Herzen weiter wohnen wirst

als einer der friedlich war, ein Menschenfreund

Freitag, 10. Januar 2014

only peace

from
Peter Silies
brooding drawer

only peace can be
more important
than every thing else

is able to help us
to create dreams
between living and dying

Montag, 23. Dezember 2013

Wenn wir es zulassen


es ist nicht
der Tannenbaum
es ist was er
uns ermöglicht

es ist nicht die Liebe
es ist was sie in uns öffnet
es ist nicht die Zeit
es ist was mehr ist

als tote Vergangenheit
leere Zukunft
sie ist was wir
daraus wachsen lassen

es war wenn
wir es zulassen
vergebliche Liebesmüh
im Auge des Orkans

schnöder Profite
Zuckerstangenlutscherei
ist es was wir
zulassen

da es ist
jedes Jahr neu
eine Chance dafür
oder für die Liebe

auf Erden
ein Friedensfest
untergehakt mit den
Opfern und Armen

ist es so vielleicht auch
der Tannenbaum
der uns fröhlich
mitsingen lässt

(c) bild + text jörn laue-weltring, lingen 2013

Freitag, 13. Dezember 2013

Ist Advent


es ist Advent
wenn uns erst die eine
dann die andere feine Kerze brennt

wie nur im Advent
ein weiteres lautes Jahr stiller nun
davon uns rennt

ist es an der Zeit
nicht nur der Kerzen Licht
zu zünden

soll uns heuer
wieder vor grünem Baum
liederstark verkünden

flackernd im Lichte
aller Weihnachtskerzen
stiller Hoffnung Lieb‘ und Frieden

Könnten wir


hier der Zweig
da die Kugel
im Kerzenwachs
alles funkelt

sobald nur eine
Kerze scheint
im Dunkel
deutscher Gemütlichkeit

was würde alles
leuchten, strahlen
glitzern im Scheine
unseres eigenen Lichts

könnten wir uns
selber so entflammen
für mehr Gerechtigkeit
auf Erden

Frieden und Toleranz
könnten wir

Freitag, 6. Dezember 2013

Ebbe und Flut und Mandela


meine Freunde, ach
es ist mal wieder Wind
im Land
eine Sturmflut
laut werden aufgerufen
Helferbereitschaft
und Opfergänge
bis zur
Selbstverleugnung

und wir, wir tun 
ihnen den Gefallen
uns zu zerstreiten
zu zerfallen
in Schwarz und Weiß
fortgeschwemmt
zu werden
nach dem Dammbruch
im trüben Schlamm
unserer Rechthaberei

darum lassen sie
uns nicht differenziert
verschiedener Meinungen sein
ohne Kriegsgetöse und
mediales Krawumm-Trallera
führen sie uns so
genüsslich vor
wie einst die Bären
auf den Jahrmärkten
an den Nasenringen
lassen sie uns tanzen
und darum will keiner
wie einst auf den Märkten
unser bärenstarkes
Gebrumme anhören

Ach, liebe Freunde, sie
brauchen uns mal wieder
unseren Streit
unsere Besserwisserei
unsere mühsam gepflegte
geistige Eitelkeit
für ihre Nebelbomben
in unsere Quartiere
ihre knallharten Ziele
zu übertönen
ihre Folgen uns
vor aller Welt
an die Jacketts zu heften

fürchten sie ja nichts mehr
als unsere Solidarität
über alle Geistesblitze
Analysen und Standpunkte
hinweg, fürchten was der
der uns gestern verließ
der Welt einst bewies
wie friedlich es möglich ist
und wie erfolgreich
durch diese Solidarität
ihre Machenschaften
zu überwunden
ihren Stacheldraht
vor den Hütten und
in unseren Köpfen

trotz schlimmster Sturmflut
sicher das Land zu erhalten
während tiefster Ebbe
neu Kraft zu tanken
den Hass zu überwinden
bei sich bietender
Gelegenheit, und zu tanzen
im Scheinwerferlicht
ohne Ring an der Nase
geistig frei in einem Frieden
der nicht mehr

nur ihnen gehört

Mandela farewell


the world's lone star
bright and clear
behind prison walls
has left us forever

only remembrance
can remain us
if we and him
his work for us
never forget

not the silence
in our countries
in the face of
apartheid

the world's single star
over hate and disputes
greed and cunning
lights us now

only from the past
Nelson Rolihlahla Mandela
1918 - 2013
africa cries

Thank you man of peace
Of how you stood by us
Your body could die
but never your Star

in our hearts

Samstag, 30. November 2013

Wartend auf Advent



wie die Wolken verdüstern
den Wald, schweigen wir
in der Erwartung des Windes

der Äste Knacken, der Stämme
Stöhnen kündigen ihn an
erwacht uns das Geraschel

aus dem kleine Schiffchen
kunterbunt zu Boden gleiten
was morsch ist herunterfällt

uns vor die fliehenden Füße
auf dem Heimweg, den Tee
auf zu gießen, Kerzen zu zünden

zu lauschen seinem munteren Spiel
rund um unsere Hütte mit allem
was nicht niet- und nagelfest

hocken wir beisammen froh
dieses Jahr bekommen zu haben
diesen Herbst, wartend auf Advent

geschmückt mit Waldgeschenken 
grünen Zweigen, braunen Tannenzapfen
mit kräftiger Sehnsucht Verlangen

nach Ruhe und Frieden, uns und überall

Mittwoch, 20. November 2013

Abrüstungsgedanken


wenn ich
kein Mann wäre
würde ich mich
vielleicht
als Soldat
waffenstarrend
durch die Welt schlagen

da ich aber
ein Mann bin
entwaffne ich lieber
die Welt
um mich herum
mit
meiner Freundlichkeit

ziehe vorsichtig
Zähne ihr
mit großer Geduld
und
gelebter Solidarität
der Zärtlichkeit der Völker
wie ein einst großer Dichter schrieb

auch er ein Mann

Montag, 28. Oktober 2013

Besuch bei Rubens in Siegen



auf acht Hügeln
die verschwundene Stadt
geborsten, zerbrochen, verbrannt
hastig versorgt mit schmalen
Behausungen ohne den Schmuck
ihrer stolzen Vergangenheit
lag die alte Bergwerksstadt Siegen
um uns herum ihr Name wie Hohn
nach unserem letzten
großen Krieg

wie wir da die Gassen
hochstiegen zu ihrem Stolz dem Sohn
dem Weltsuperstar aus den blutigen Zeiten
eines dreißigjährigen Krieges
dann angekommen wir beim Meister des Lichtes der Farben
der mit den „starken“ Frauen in finsterster Zeit Rubens
staunend überwältigt vor seinem Großbild
Löwenjagd Mensch und Tier wie Dürers
Ritter Tod und Teufel im Gefecht, verbissen verloren
ein Gemetzel ohne Aussicht auf einen Sieg der sich
für Tier oder Mensch noch lohnen könnte

das Licht bewundernd wie es
trotz Tot Elends Not und Leid hervor strahlt
schließlich Caritas Romana
uns wärmt für viel schönere Augenblicke und Gefühle
uns erahnen lässt als in der Szene uns entgegen blickt
in uns einbringt die Gewissheit dass hinter diesen Gesichtern
auch Liebe möglich ist und Freude Frieden Schaffenskraft
für ein anderes besseres Morgen die größte
Hoffnung seiner Zeit angesichts
jahrelangen Mordens

fahren wir betroffen zurück über die acht Hügel
In unseren eigenen immer hastiger gemästeten
künstlich aufgepeppten mit anderswo
durchgeführten Kriegen bezahlten Frieden
unsicherer mehr als je zuvor
ob es wirklich nur das sein kann oder soll
was sich besser zu leben lohnt
dass nur das der Weg sein soll den Meister Rubens
uns mit seinem Licht
zeigen wollte

(c) bild "Caritas Romana": museum siegen oberes schloss " + text jörn laue-weltring lingen 2013

in der Nähe Alarm



Im Siegener Museum vor Rubens Gemälden. Aus seinen dunklen Farben strahlt uns das Licht des Meisters an, zeigen sich uns faszinierende Allegorien gleich den prall mit Leben gefüllten Novellen in späteren Kunstepochen, noch immer lebendig, noch immer auch aus unserer Zeit.
Peter Paul Rubens, Malersuperstar seiner Zeit und Diplomat, gestorben 8 Jahre vor dem Ende des dreißigjährigen Krieges, zeigt uns in seinen opulenten Bildern die Kraft der Liebe, die Vergeblichkeit jedes kriegerischen Kampfes und verweist auf mögliche Wege zum Frieden.
Vor Begeisterung und Neugier zucken unsere Finger, zeigen wir uns dies und das, die Geschichten gemeinsam zu entschlüsseln. Aber in jedem Raum erklimmen sofort die Stimmen der Wächterinnen die Höhen spitzester Töne, scharfkantig und unmissverständlich.
„Sie sind zu nahe dran! Sie lösen Alarm aus.“
Bei jedem Bild der gleiche scharfe Ruf und wir fragen uns auf dem Heimweg durch die. im Krieg völlig zerstörte und danach viel zu hastig, zu billig und nur dem Zweck dienend aufgebaute Stadt, Siegen nach der Ursache der Schärfe im Ton und der Bedeutung der Worte:
„Zu nahe dran“ und „Alarm“.  Welche Gefahr geht von diesem Rubens heute noch aus? Was sollen wir nicht erkennen, wenn es nach dem Willen dieser Harpyien geht? Zu nahe woran und Alarm wofür und vor was? 

(c) bild "Löwenjagd": siegener museum oberes schloss  + text jörn laue-weltring lingen 2013

Montag, 23. September 2013

Krieg und Frieden der Worte



was habe ich mich bei Worten gequält
viel zu selten den Krieg
zu oft den Frieden angezählt
das war nie mein Sieg

hätte lieber mehr geschrieben
warum wir den Frieden lieben
unsere Freiheit, doch kaum mal gelingt
dass der richtige Funke überspringt

zu leicht mit Worten entflammt
der Krieg, der Frieden so verdammt
leicht weggeschrieben
von uns ausgetrieben

werde ich mich darum weiter quälen
Frieden, Freiheit statt der Kriege wählen
und der Liebe Kraft hilft mir dabei vielleicht
habe bei ihr meine Worte jetzt eingereicht

(c) Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Mittwoch, 4. September 2013

Von Zäunen, Mauern und Fahnen



auf manch spitzem Gitterstab
verbracht die Stunden
haben wir uns

auf beiden Seiten
ihrer Zäune
stets gern gefunden

zwischen uns die
bleierne Dämmerung
ausgefeilter Pläne

ferner Waffennarren
Kontobesitzer, Bunker-
und Kanonenbauer

auf ihren Mauern
langgestreckt
fällen wir ab heute

ihre Fahnenstangen
schon zu lange
flatternd über uns

in den Stürmen wild
mit von uns stets frisch
getränkten Leichentüchern

blutrot
eitergelb
totschwarztot

Dienstag, 3. September 2013

Genannt Frieden



gelangt häufig zu uns
ein Hämmern und Schlagen
Rufen und Kreischen
so ruft uns nur der Frieden
mit seinen Alltagsplagen

schütteln wir unser Fell
noch frei von Rüstungskunst
unverletzt zwischen Menschen
mit größter Überlebenskunst
so leben wir den Frieden

wird es aber plötzlich still
schweigen die Lauten, wimmern
die Leisen, flüchten die Kinder
in die Häuser, starren wir zum Horizont
als Soldaten, die der Krieg einholt

haben wir uns und den Frieden
verraten, verschenkt, getreten
was Leben uns gab und Liebe
Hoffnung auf eine gute Erinnerung
an ein gesegnetes fröhliches Morgen

(c) Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Montag, 2. September 2013

Ausflug zwischen die Hügel



während wir wandern
über Stock und Stein
grüßen uns Wiederkäuer
von fetten Weiden

rasten gut gekühlt wir
auf altem Kirchengestühl
romanisch abgeschirmt
von des Tages Hitze

lassen tanzen wir
unsere gierigen Augen
von Bildern zum Kreuz
orientalischer Gedanken

ruht sich aus der Krieg
weiter in den Gemälden
gehen küssend wir fort
uns zu lieben, diese Tage

Freitag, 14. Juni 2013

Gestern im fast schon 60jährigen Frieden



als ich gestern
im warmen
Frühsommerabend
die kleine Blaumeise
zart die Fußgängerzone
entlang trippeln sah
geriet mein Blick
hinauf zur Krone
der alten Linde
über ihr

die hat dem Krieg hier
inmitten des Infernos
standgehalten
seitdem sich
weit gen Himmel
emporgearbeitet
eine große
Schattenspenderin
für allerlei Geschäfte
im Wandel ihrer Zeiten

sah ich von
der Einen
zur Anderen
wieder zur Einen
meine Fäuste
in den Taschen
langsam entspannt
kein Grund erkennbar
für Vorsicht

die Finger locker
das Gedröhn
der Düsenjäger
über uns
mit dem Ziel
Bombenabwurfplatz
nur eine Übung
für was und wann
auch immer

noch reicht es hier
für volle Tageskassen
arglos sanfte Gespräche
im Nachbarschaftston