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Montag, 3. Februar 2014

Wenn ein Stein zu Dir spricht


wenn ein Stein zu Dir spricht
lasse ihn Dir alles erzählen,
wenn ein Fahnenmast bricht
beachte was zur Axt sie wählen

bisweilen haben wir das Glück zu sehen
woher was treibt, warum es bleibt
warum manche kommen, andere gehen
wer sich was heimlich einverleibt

wenn etwas verschwiegen zu Dir spricht
leise, voller Angst um sich rum
bitte, unterbreche ihn nicht
schaue nach den Verfolgern Dich um

bisweilen haben wir das Glück zu sehen
woher was treibt, warum es bleibt
warum manche kommen, andere gehen
wer sich was heimlich einverleibt

wenn ein Stein zu Dir spricht
ist es uns meistens zu spät
eine böse Erinnerung, mehr nicht
die Dich dann zu sich einlädt

selten haben wir das Glück zu sehen
woher was treibt, was uns nicht bleibt
können anders kommen, anders gehen
herausfinden, wie man das Übel vertreibt

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014


Montag, 27. Januar 2014

Fragen an Tagen wie diesen


in welchem Ofen
wären meine Knochen
verbrannt
in welchen Orten
hätte meine Gaskammer
gestanden
in welches Grab wäre ich
gefallen oder unter den
Schüssen in Plötzensee
der blutigen Guillotine
der Weißen Rose
in München

wo wäre mein Platz
gewesen
bei den Opfern
oder den Tätern
welchen Befehlen
hätte ich nicht
widerstehen mögen
vor was mich gefürchtet
worauf noch gehofft

alles das ist mir
erspart geblieben
nicht so überaus vielen
nicht und noch viel mehr nicht
Millionen die zahlten
den Preis dieses Wahns
Millionen, die es taten
mehr und auch weniger
europa- und weltweit

ist mir das erspart geblieben
ich weiß es
werde es immer wissen
mit mir tragen
diese Last so vieler Verbrechen
im Namen meines Volkes
zu dem ich gestoßen bin
ohne geprüft zu werden

wo wäre ich gewesen
Judas für wen
ich weiß es nicht
werde das nie wissen
auch damit leben
weil ich zu spät
für all das geboren bin
nicht aber dafür mich
zu befragen, immer wieder

wo wäre ich gewesen und
wo bin ich heute, wo
stehe ich versagend. wo
im Widerstand
wo warten auf uns
Lager, Stacheldraht
und Gasaufdreher
wo sind wir hier
vor oder hinter der Front
Opfer oder Täter

die Zeit ist immer da
sich das zu fragen
spätestens an solchen Tagen wie
an dem, an dem sie
Auschwitz
nicht durch, nur von
meinem Volk befreit

Mittwoch, 22. Januar 2014

weniger Erde ist ihnen mehr



Erderwärmung Wetterturbulenzen
tun grad so, als könnten sie es schwänzen
fast alles weiter so wie bisher
nicht ganz, nur ein bisschen mehr

wegen der Kosten, der Nachfolgegeneration
die nicht zu belasten sei der Lohn
als wäre deren Welt noch zu genießen
die wir ihnen so kaputt hinterließen

treiben Politik und Wirtschaft ihr Spiel
riskieren dabei alles und zu viel
wo aber bleibt unsere Demokratie
wann zeigt sie sich hier und wie?

wozu haben wir die Rechte, Wahlen
wenn unsere Kinder trotzdem draufzahlen?
nicht nur die, schon heute an vielen Orten
gibt es katastrophale Folgen diverser Sorten

wird viel gestorben und arg gelitten
weit mehr als bei uns hier grob gestritten
reitet der Tod bereits mit seinen Gefährten
Not und Elend als die von ihm Geehrten

auch der am Kreuz hat‘s nicht aufgehalten
schon gar nicht die, die ihn sonntags hochhalten
bleibt uns nur uns selber endlich auf zu raffen
Schluss zu machen mit den hirnlosen Affen

wozu sonst hat uns die Evolution ausgestattet
mit Hirn statt Leberwurst und Speck, gestattet
wofür sind denn unsere Möglichkeiten da
doch nicht nur für Events und andern Trallala


(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014 

Donnerstag, 28. November 2013

angesagte Vertragsverbesserungen


aus
Peter Silies
Grummellade:

sind Verträge erst unterschrieben
kommt es auf die Erfüllung an
danach lässt sich weiter streben
Verbesserungen stehen immer an

Mittwoch, 27. November 2013

Im Angesicht der Bescherung


Ist es nicht an der Zeit
dass wir aufwachen
für Veränderungen
haben wir doch
Panama längst hinter uns
Sansibar
den Schulbüchern überlassen
wie lange schon aufgehört
unsere Tränen zu zählen
mittags die Verzweiflung
auf zu kochen

wünschen wir nicht
trotz alledem uns immer noch
guten Appetit
wird es da nicht
langsam
oder spätestens jetzt
mal Zeit
aufzuwachen
aufzustehen
bevor die BankRoteure
uns noch den Rest
weg nehmen und alles
zum Nulltarif verscherbeln

wird es nicht Zeit
wollen wir unseren Kindern
weiterhin in die
erwartungsvollen Augen sehen
der Weihnachtsmann wird nicht kommen
so wenig wie Nikolaus und Christkind
uns daraus zu helfen
wir wissen es
wir werden es
auch morgen so und nicht anders wissen
warum also
weiter auf die Märchenonkel
und -Tanten setzen
wenn wir selbst
es in die Hand nehmen könnten

mit mehr Protest
brüllendend lautem Widerstand
unserer Phantasie wären dabei
keine engen Grenzen mehr gesetzt
dafür die Lieder singen wir doch gern
wäre so unser Leben zumindest
ein wenig mehr frei und
angereichert mit Hoffnung
lassen die Erfolge auch erstmal
auf sich warten
bis ihre Strahlen uns wieder erwärmen
wünschen wir uns dies
trotz alledem nicht immer noch
oder ist uns
wirklich nicht mehr zu helfen
im Angesicht der Bescherungen

Donnerstag, 21. November 2013

In Warschau der Gipfel


Da fehlen mir die Worte
entfällt mir die Sehnsucht nach
Reim und Silbenklang
in Warschau
November 2013
wahrhaftig ein Gipfel
Politiker aller Nationen
und Völker
unverzagt unaufgeregt
verkohlen die Welt
verreden die Zukunft
unserer Erde
und ihrer Kinder
auf Geheiß und
für den billigen Applaus
bestbezahlter
Lügner und Spekulanten

wahrlich
ein Klima-Gipfel
im doppelten Wortsinn
das Klima
vom Unfeinsten
leider
stinkt er nicht
bis zum Himmel
nur seine Folgen
werden weiter Menschen
mit ihrer Gesundheit
ihrer Existenz und
ihrem Tod bezahlen

ist es ein Gipfel
der Unverfrorenheit
Dreistigkeit, aus Angst um Macht
und Profit
ein Klima der Lüge und Behäbigkeit
des Aussitzens
der Beschwichtigung und
Bestechung

bleibt Warschau nun für immer
als Bild eines Gipfels
der Angst macht
ein Klima zum Fürchten
im doppelten Sinne
dort und überhaupt
braucht es heute
unseren Widerstand
die Wellen schlagen schon
die Stürme bellen
die Hitze frisst das Land
lasst uns von Warschau
und anderswo
nicht weiter verkohlen
„the wind of change“
jetzt erst recht und überall

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Unsere Entdecker



vor den Mädchen
die wir wollten
in den Jahren
des Wiederaufbaus
nahmen uns
schlank und ranke Knaben
alte Männer beiseite
uns ein zu führen
in Sokrates
geheime Liebe

wer auf der Suche war
zum Ausbruch bereit
mehr wollte
als Schweinebraten
Frankenfeld Witze
und Schweigen
für den standen sie bereit
nur sie
sanft
geduldig
verständnisvoll

bis ihre Finger
unsere Knöpfe
befreiten
aus dem Loch
der Zeiten
Merkwürdigkeiten
unter den löchrigen Dächern
der Ehrfurcht
die wir jeden mühevollen Tag
damals
in den schwarzweißen
Jahren nach dem Krieg
in dessen Ruinen wir spielten
zu erbringen hatten

diesen Alten dann doch
wir uns entzogen haben
durch allerlei Spiel
jedenfalls die meisten
trotzdem danach auch uns
nicht mehr blieb
als das eklige Gefühl
von klebrigen Gestalten
die verlogen uns Freiheit
und Weisheiten versprachen
im unterdrückt wölfischen Ton

haben wir die Tür
trotz ihrer
für uns phantastischen Kreide
nicht aufgeschlossen
sie nicht hineingelassen
bis sie verschwanden
beim ersten Ton
der falschen Jäger
im längst versüfften Kleid

spürten wir so
viel zu jung
bereits
ihr Leid und
unserer Zeit Verlogenheit
in ihrem Atem
was aus ihren Augen
verzweifelt zu uns kroch
wir dennoch
waren schon nicht mehr
bereit
den lauten Richtern zu folgen
sie an zu zeigen
fehlten uns schlicht
die Worte

© bild engelbert laue + text jörn laue-weltring lingen 2013

Freitag, 25. Oktober 2013

Geistwandler























Geistwandler wir im gleichen Nebel
dürfen horchen
erwarten
uns im Vorfeld ärgern
unserer Wachsamkeit frönen
obwohl wir auf ganz anderes Lust

dennoch werden wir
wohl der Enttäuschung
immer wieder anheimfallen

wir haben gewählt
gewusst was
und das der Rest
in der Kompromisse
teuflischen Himmel
weht
wie arg zerlumpte Flaggen

gleich uns
bisweilen die Puste ausgeht
Geistwandler wir
im gleichen Nebel
der stets mit uns zieht

dahinter aber
horcht
ja, da ist uns befreiendes Lachen
wenn es mal wieder
nicht anders geht
hier zu bestehen
sind wir geistwandelnd zwar
aber immer doch zum Lächeln bereit
die Tage zu umarmen
in ihrem Nebelkleid

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Dienstag, 15. Oktober 2013

Barbara Naziri


Hommage an eine wunderbare Lyrikerin

die deutsch-iranische Autorin

Barbara Naziri

schwarzer Tulpen Donnerwolken
grüner Bänder Himmelsstürme
alles drin in Deinen Worten
bunter Schmetterlinge Friedenshoffen

stehst uns bei zwischen den Mauern
gegen die Fledermäuse aus dem Palast
lässt uns horchen ihren Fluggeräuschen
sehen was da lebt und was schon Leich

grünes Leuchten bringst Du Rose
noch im argen Wintertreiben
hältst uns hin den reichen Kelch
aus deiner Lyrik Frühlingsknospen

bist Du Deinem Land die Dornen
und der Rose ganze Pracht
bist Du uns auch hier geworden
treu und scheu Herz mit Verstand

https://www.facebook.com/BlackBary?ref=ts&fref=ts


Samstag, 12. Oktober 2013

68 oder was die Schuld


was bleibt an Schuld
den ersten ungekämmten Langhaargammlern in den dunklen Parkas
bunten Hippies neben der Kirche mit Blick auf die Weser
den Weg nutzten die Römer schon
was in den Fluten
was von den Sätzen
die wir zu Hause wie Peitschen um uns geknallt
nach den Flugblatteinsätzen Megaphonarien Demonstrantenballett

höre ich die Gitarren
die Nadel kratzen vom Zehnplattenwechsler
Donovan, mehr Dylan bald
dann Väterchen Franz, Francois Villon und Biermann
Soldat, Soldat …
… wie der Arsch mir geht
Lambrusco aus 2 einhalb Literflaschen
mit Griff unser Ideal für die Kerzen
Frank Zappa auf dem Klo Che an der Wand street fighting man in den Hüften
we could not get no satisfaction born to be wild
was davon bleibt im Sonnenschein
was unter dem Mond
hinter dem immer noch zu kaltem dunklen Dom

was ist da Schuld
auf den Straßenbahnschienen ließ sich gut weitersingen
im Schwall der Wasserwerfer gut Recht haben
in der Lila Eule gut skandieren
bis die drei Kugeln Rudi trafen
und Biermann sang sein Lied
tanzte der Hass über den Küchentischen zwischen den Generationen
zerfielen wir in unzählige Orden Kathedralen aus Papier
das große K als inflationärer Theorietsunami 

was ist die Schuld
was davon haben wir erfahren
was angerichtet
was auf dem Gewissen Joints die zu Spritzen wurden
die Worte die später trafen als Blei
oder die, die anders aussteigen wollten von der Zeit
aus Konsumrausch und Leistungszwang
ehe die Hähne krähten
ausbildungslos auch nach langer Zeit
nicht jeder ein Fischer, ein Trittin, ein Brandt

was ist die Schuld
wann tritt sie an
uns zu richten
die wir so großartig verspielte Richter waren
Scharfrichter zugleich
allen was über dreißig sich vor unsere Sprüche wagte
dauererregt erotische Kosmonauten
nie mehr Astronauten deren Väter bombten und vergifteten Vietnam
aber auch weder zu früh noch zu spät
die Schleier zu lüften Luft rein zu lassen
in die Beamtenstuben, Werkhallen, Schreibmaschinenbüros
bis sie von den Kanzeln uns grüßten unsere Worte
als ihre eigene Predigt ausgaben
mehr Demokratie wagen
nicht ohne uns zu denken
wie der Kniefall von Warschau

wo hängt da Schuld
was war einfach Zeit
und was
doch auf ihrem Misthaufen gewachsen
the answer my friend
was never blowing in the wind
wir hätten es gehört

Dienstag, 8. Oktober 2013

Lampedusa



gute Milch der Kühe wir verschütten sie abends
wir trinken sie morgens und mittags rauben des nachts wir
den Bauern im Mais den Schlaf den Kühen die Weiden
wir stricken ein Kleid Dir Europa aus Zahlen und Stacheldraht
Reichtum und Neid, Gesetzen und Soldaten, wie in Kriegen gleich
wir stricken und stricken bürsten und bürsten
dein bankertes Haar Europa Dein arg verhäkeltes Kleid

vor Lampedusa ist ein Weg so weit
in Lampedusa ruhet Leich an Leich
meiden die Fischer den Meeresgrund
sehe ich Mutter Afrika totenbleich

was raubt Lampedusa den Schlaf uns dein Hafen
was verhübschen Friseure und Maniküren Dir Europa
auf dem Grund Deines Meeres was da oben treibt
wo wir sahen ihre Gesichter heute Nacht hörten
ihr Schreien zum Gurgeln zum Ersticken verdammt
zum Abschied die Namen sie rufen die nun
nirgendwo mehr geflüstert werden in Liebesstunden
stricken wir und stricken verhäkeln uns in Dein Kleid

vor Lampedusa ist ein Weg so weit
in Lampedusa ruhet Leich an Leich
meiden die Fischer den Meeresgrund
sehe ich Mutter Afrika totenbleich

kein Grab mehr in den Lüften über Neptuns sturmerprobtem Sarkophag
den Gefangenen die flüchten zur Insel ohne Wiederkehr sehe ich sie
liegen, geborgen und doch nicht, vermummte Darsteller der Tagesschau
sehe sie liegen, verstummt, namenlos, zu Zahlen verdampft
spießen wir auf ihre Fische zu Abend essen sie morgens und mittags
sehe sie hocken in unseren aufgetragenen Hosen Hemden Blusen
im Halse steckengeblieben in toten Hallen ihrer Textilfabriken
die Hühner- und Schweinereste die unsere Tische mieden
schon lange verstummt die Hähne in ihren Dörfern kein Huhn mehr
sehe ich sie liegen am Abend am Strand in unserem Anzug, unserem Kleid

vor Lampedusa ist ein Weg so weit
in Lampedusa ruhet Leich an Leich
meiden die Fischer den Meeresgrund
sehe ich Mutter Afrika totenbleich


auf schäumenden Wellen tanzende Boote des Abends
tanzen sie mittags und morgens tanzen sie in der Nacht
trommeln eifrig die Wellen auf deinen goldenen Stränden Europa
nun zu Todesfugen geeicht ja Buchenwald ist weit
Treblinka eine andere Zeit wendet sich ab die Vergangenheit
aus Scham und Leid Europa stricken wir und stricken
verhäkeln uns in Dein Kleid Europa vor Lampedusa
ist Mutter Afrika nicht mehr weit umspülen uns ihre Tränen bereits

vor Lampedusa ist ein Weg so weit
in Lampedusa ruhet Leich an Leich
meiden die Fischer den Meeresgrund
sehe ich Mutter Afrika totenbleich

© Bild + Text Jörn Laue-Weltring Lingen 2013

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Das große Schweigen






















über so vielen Untaten
das große Schweigen
dicht über dem Land
gespannt, verteilt

von denen wir kein Bild
ahnten, nur wenn wir
selber die Opfer waren
dann nur dieses Leid

dieses Schweigen hat uns
verstört und zerstört
jeden Funken Glauben
geraubt an sie und die Zeit

so haben wir begeistert
das große Schweigen
in den Büchern, den Filmen
sehr gut verstanden

verstanden wenn kein Wort
fiel über die Ursachen
warum der „eiskalte Engel“
Alain Delon so tief fiel

und doch freiwillig ging
warum nicht er der Auftrags-
killer das Monster war
sondern die hinter Fassaden

uns das große Schweigen
eingebrockt, geprügelt
uns in Sippenhaft genommen
wir, die wir nur atmen

erste eigene Schritte, Worte
in frischer Luft wagen wollten
den Mauern zu entkommen
den unsichtbaren Schriften

an den Wänden überall im Land
sogar die Schreie in der Nacht
hörten wir nicht, so zerschlagen
die Ohren, die Augen blind vor Angst

während Schmerz- und Qualsströme
überall hindurch flossen
von Pädophilie, Vergewaltigung
fest getackert Geist und Seelen

nieder gerungen was sich bewegt
und der Tsunami der Millionen
in den KZ’s und Schützengräben
alles das floss durch uns hindurch

im großen Schweigen der Zeit
ihrer Väter, Mütter und Kinder
unserer Eltern und Großeltern
oft lagen wir wach aus Angst

ohne zu wissen warum
nur dass es da war, überall
uns erwartete, ihre Tore
für unser Aufbrechen bereit

und so wie es musste
kam es dann, langsam erst
aber 68 dann richtig
brutal und was da los rannte

los schlug, los schrie war
unsere Angst im Angesicht
des großen Schweigens
geboren daraus die Wut

blieben Scherben, Wunden
neu auf Plätzen und in Stuben
sammeln wir mühsam genug
nun alles auf, kleben zu  was

da der Mühe noch lohnt
frieren dabei von unserer Kälte
die noch immer in uns wohnt
unser ungewolltes Erbe

dieser Zeiten des Schweigens

(c) Bild Engelbert Laue + Text Jörn Laue-Weltring Lingen 2013