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Dienstag, 4. Februar 2014

Politiker und die Demokratie

aus
Peter Silies
Politikkladde

Demokratien
sind auf Politiker
angewiesen

leider Politiker
nicht immer
auf die Demokratie


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Wenn das Wir



wenn das Wir
ausnahmsweise
entscheiden darf
oder soll
frage ich mich
nach dem Zustand des Wir
wer und was
das sein wird
und was davon
wir hinterher
wirklich
wollen können
oder ob das Wir
wirklich wir
sein kann
und will
in der Wahlurnen
massenuntauglichkeits
Willensabbildung
unserer Zweifel
am großen Wir


Dienstag, 15. Oktober 2013

Barbara Naziri


Hommage an eine wunderbare Lyrikerin

die deutsch-iranische Autorin

Barbara Naziri

schwarzer Tulpen Donnerwolken
grüner Bänder Himmelsstürme
alles drin in Deinen Worten
bunter Schmetterlinge Friedenshoffen

stehst uns bei zwischen den Mauern
gegen die Fledermäuse aus dem Palast
lässt uns horchen ihren Fluggeräuschen
sehen was da lebt und was schon Leich

grünes Leuchten bringst Du Rose
noch im argen Wintertreiben
hältst uns hin den reichen Kelch
aus deiner Lyrik Frühlingsknospen

bist Du Deinem Land die Dornen
und der Rose ganze Pracht
bist Du uns auch hier geworden
treu und scheu Herz mit Verstand

https://www.facebook.com/BlackBary?ref=ts&fref=ts


Mittwoch, 11. September 2013

Argumente zur Auswahl


Ach ja, und ich wähle SPD weil:

* wir in Europa ohne Mindestlöhne die Letzten sind.

* ich näher an der Rente bin, als mir unter Schwatz-Geld lieb sein kann.

* sich Resignation noch weniger lohnt als ein Kreuz in den Wahlkabinen.

man sich damit nicht nur Freunde schafft.

* sie viel mehr zu bieten hat, als nur einen Kanzlerkandidaten.

für mich die Demokratie nicht erst bei 100% Zustimmung beginnt.

Freiheit für mich weit mehr bedeutet als nur die „Freiheit der Märkte".

jeder Wahltag ein Ernstfall ist, an dem wir Wähler uns bewähren können.

die SPD zwar nicht mehr tiefrot ist, aber von Braun und Schwarz-Weiß weit entfernt.

bessere Bildung immer noch mehr Träume erfüllt als prall gefüllte Sparschweine.

ich halt gerne Sozi bin trotz allem Ärger, unterm Strich aber  immer noch mit Zugewinn.

* und 150 Jahre schließlich kein Pappenstiel sind.

Freitag, 28. Juni 2013

ein nicht stattfindender Bundestagswahlkampf 2013

stellt 
erschrocken
fest und 
fragt sich:

mit guten Positionen
und angenehm
gescheitem Auftreten
kann man im Wahlkampf
in diesem Lande
nicht mehr punkten

jedenfalls nicht
in unseren Medien
da finden nur Kuriositäten
Versprecher statt Versprechen
ansonsten Langeweile statt

wer hat da die Macht
bestimmt die Themen, den Ton
hilft so denen über die Hürde
denen genau diese Berichterstattung
zu Stimmen und Wiederwahl verhilft
wer dirigiert da
im Hintergrund dieses
Auf und Nieder von Kandidaten
die Meldungen für den Mülleimer
und die für die Veröffentlichung

wie kann das sein, dass es so
im Gleichklang geschieht, quer
durch alle, wirklich alle Medien
beraubt uns so der Demokratie
auf leisen Sohlen mit der
bösartigen Fachbehauptung:
nur „bad news seien good news“?

(c) Bild: Philipp Weltring, Text: Jörn Laue-Weltring Lingen 2013

Dienstag, 19. März 2013



Peter Silie über Politik:

mächtiger
Versuch wild
Entschlossener

unsere Realität
zu ihren Gunsten
zu verändern

durch
Ausblenden und
Zerstückelung

in wohl dosierten
Häppchen
unserer Zukunft

ein zu verleiben
zurzeit wohl
alternativlos


Donnerstag, 7. März 2013

Die Ak‘schen





 

















Meinen Schülerschlaf
Hast Du unsanft
Aufgerissen
Jeden Morgen
Hörte das Klappen
Der Autotüren
Die Besitzer stolz
Zu ihrer Maloche
Zu Dir hin fahren

 












Meine Tante saß
Da in Deiner
Telefonzentrale
Meinem Freund
Hast Du nach
Seiner Weltreise
Neuen Mut und Lohn
Verschafft in jenen
Tagen da es hieß
Wer bei Dir ist
Kann ruhig schlafen















So dachte ich noch
Als ich Tante und Freund
Bei den Streikposten
Begrüßte am Morgen
Deines Untergangs
Heute erinnert nur
Der alte Bunker
In deinem Viertel
An Deine Geschichte
Und mir geht ein Lied
Nicht aus dem Kopf













Entstanden einst
Im Schatten
Deiner himmelstrebigen
Helligen und Hallen
„Dem Karl Liebknecht
Haben wir’s geschworen,
der Rosa Luxemburg
reichen wir die Hand“
andere Zeiten
andere Arbeitsplätze
andere Behausungen
anderes Futter
für Kopf und Glieder



















was von uns bleibt
Bestand haben wird
wissen wir noch nicht *














*2013 jährt sich die Schließung zum 40ten Male. 
 Der Bunker befindet sich im Stadtteil Gröpelingen im Pastorenweg und zeigt die " Geschichte des Stadtteils Gröpelingen und der AG-Weser " gemalt 1978 von Jürgen Waller, Maße 8 x 35 m
(c) Text und Fotografien Jörn Laue-Weltring, Bremen 1980 (B) und Lingen 2013 (T)

Samstag, 2. März 2013

Manila Du Schöne















Manila Du schöne
der Nächte und Tage
Strichätzerin meiner Luftwege
in der immer brandaktuellen
Symphonie Deiner Jeepnys
Zigarettenverkäufer Tricycles













behütet mich das Kläffen Deiner
hungerschlanken Straßenhunde
unter dem Moskitonetz
zwischen Sodom und Gomorra
im auf und abbrausenden
Kampf um die Abfalltonnen
für Deinen Smokey Mountain
Jahrzehnte lang  zum Himmel
gewachsener Müll
auf dessen Spitze Deine Kinder
in ihrer Hütte mir Speisen
Bett und Schlaf kredenzten

 


















An den Morgenden leckten wir
alle unsere Wunden in den
aufgerissenen Fellen
vor dem täglichen Abflug
auf Abgaswolken durch Deine Adern
bis im Kampf Weiß gegen Rot
die Blutkörperchen langstieliger
Nächte den Morgen besiegten













wenn in den Barios Red Horse
Kehlen reinigten vom brennenden Berg
hielten unsere Organizer
in gut bewachten Unterschlüpfen
ihre Meetings mit uns ab
plärrten Snoopys in channel four
und seven mitten im Karneval
der Weihnachtszeit
american „white cristmas“










drehst Du Dich Manila
Du Schöne karger Hütten
notdürftiger Nachtlager
ohne  Lohn Brot Wasser
heilst perforierte Herzen
kühlst verätzte Hälse
die länger und länger
werden bei der Suche
nach einem anderen Morgen














Manila Du Schöne
ich habe Dich satt
gesehen in weißverkalkten
Palästen himmelstrebenden Glastürmen
voll mit tödlicher Gier die Freundlichkeit
ihrer Gäste ausgewiesen mit Smoking
Uniformen Bischofsroben Kreditkarten
die ungeheure Zahl Deiner verlumpten
Architekten deren Bauten Tag für Tag
Dich in ein riesiges Squatterareameer
verwandeln



















Manila Du Schöne
Deine alten Augen Wände Türme
sie schrumpfen in der Mitte
zu Fossilien der Macht
Manila, meine Stadt der Geister
die mir fröhlich zu winken aus
Karton- und Einkaufstütenfachwerk
mit einer besseren Zukunft
in ihren fleißigen Händen
gib besser auf sie acht