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Dienstag, 2. Juli 2013

Donnerstag, 7. März 2013

Die Ak‘schen





 

















Meinen Schülerschlaf
Hast Du unsanft
Aufgerissen
Jeden Morgen
Hörte das Klappen
Der Autotüren
Die Besitzer stolz
Zu ihrer Maloche
Zu Dir hin fahren

 












Meine Tante saß
Da in Deiner
Telefonzentrale
Meinem Freund
Hast Du nach
Seiner Weltreise
Neuen Mut und Lohn
Verschafft in jenen
Tagen da es hieß
Wer bei Dir ist
Kann ruhig schlafen















So dachte ich noch
Als ich Tante und Freund
Bei den Streikposten
Begrüßte am Morgen
Deines Untergangs
Heute erinnert nur
Der alte Bunker
In deinem Viertel
An Deine Geschichte
Und mir geht ein Lied
Nicht aus dem Kopf













Entstanden einst
Im Schatten
Deiner himmelstrebigen
Helligen und Hallen
„Dem Karl Liebknecht
Haben wir’s geschworen,
der Rosa Luxemburg
reichen wir die Hand“
andere Zeiten
andere Arbeitsplätze
andere Behausungen
anderes Futter
für Kopf und Glieder



















was von uns bleibt
Bestand haben wird
wissen wir noch nicht *














*2013 jährt sich die Schließung zum 40ten Male. 
 Der Bunker befindet sich im Stadtteil Gröpelingen im Pastorenweg und zeigt die " Geschichte des Stadtteils Gröpelingen und der AG-Weser " gemalt 1978 von Jürgen Waller, Maße 8 x 35 m
(c) Text und Fotografien Jörn Laue-Weltring, Bremen 1980 (B) und Lingen 2013 (T)

Dienstag, 19. Februar 2013

Auszeit



Ich nahm das Brot den Stock den Stein
Nahm auf was lebt was übrig bleibt
Wollte dabei stets nur freundlich sein
Im Nebel nun mich Wahnsinn treibt

fort von den Freunden, Haus und Stadt
Hinein in die Kümmernis der Laken
Alleine nun mit meinem großen Rad
zu lange aufgesparter Gedanken

noch ist der Tod nicht mein Gesell
noch halt ich fest mich an’s Erwachen
genieß‘ den frühen Morgen ist er hell
pack‘ ich schleunigst meine Sachen

das Gestern mag im Hause bleiben
die Fron, die Müh‘ so‘n Mensch zu sein
trotz Normenzwang und Narrentreiben
kehr‘ ich gestärkt bei mir selber ein

Und nehm das Brot den Stock den Stein
Nehme auf was lebt was übrig bleibt
Werde weiter dabei oft freundlich sein
Genieße jetzt was da als Leben treibt

Gibt es doch allemal mehr auf Erden
Weit Besseres als Wahnsinn und Tod
Mit Deiner Liebe wird es schön werden
Die stärkt uns mehr als jedes Körnerbrot


Montag, 18. Februar 2013

Verzweiflung



Ich suche meine Schuhe. Ich suche meine Krawatte. Ich weiß, ich komme zu spät. Die Zahnpasta hängt mir noch im Gesicht. Der Kamm ist zu gut versteckt. Der Rasierer muss neu aufgeladen werden. Das Klopapier ist alle.
Verflucht, dies ist kein Computerspiel. Dies ist nackte Realität.
Wer hilft mir hier raus! Jetzt bin ich wirklich zu spät.
Das Auto startet zu langsam. Die Ampeln stehen alle auf Rot. Die Fußgängerin hat noch mal Glück gehabt. Mein Parkplatz ist besetzt. Mein Chef steht vor der Tür. Verflucht, warum gibt es jetzt keine Maus, keinen Neustart. Verfluchte Realität.
A new game please!

Sonntag, 17. Februar 2013

Der Restaurator



Bild: TAZ 11.02.2013



Der da geht soll
nie angekommen
sein im aktuellen
Jahrhundert

manche sagen Jahr
-tausend schütteln
den Kopf über seine
Hinwendung

zu sich selbst seinen
Glauben bestaunen
müde seine Schnitzkunst
an dem was er

das Wesentliche
nennt zu unser
aller frommen Nutzen
gibt uns nun frei der

„Diener im Weinberg
seines Herrn“  die Zukunft
auf frisch restauriertem
wieder sichtbarem Fundament

die Angebote zu
verfeinern  die Türen
auf zu stoßen für
die die so lange

warten mussten
auf die Teilhabe
an der Dank ihm frisch
polierten Herrlichkeit

still und leise
gibt er uns nun Gelegenheit
zu beweisen dass wir
besser angekommen sind

in unserer gemeinsamen
angeblich so neuen Zeit