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Freitag, 20. September 2013

Land im Wahlk®ampf


aus
Peter Silies
Grummellade
über
sein Land
im
Wahlk®ampf:



was für ein müder Laden hier

die Medien
ein „Ich-träum-lieber-Schiff“
mit Tellern voll mit Wortquallen
garniert mit „Stinkefingern“
auf Kaffeesatz
als Abendmenü

viele Wähler
Hauptsache „all-inclusive“
noch im Angesicht
der Eisberge
im Partykeller

Hauptsache
„es“
ändert sich hier nichts
zur Not
ohne Stimmabgabe

und wenn sich
doch etwas ändert?
zum Schlechten statt zum Guten?
dann sind
die Anderen schuld

wozu noch da
sich informieren
reagieren
Meinung bilden

was für ein müder Laden hier!

Dienstag, 17. September 2013

Eine öffentliche Erklärung und Empörung



Hiermit erkläre ich öffentlich dass auch ich damals
die Forderung, dass „freiwillige“ sexuelle Handlungen von Kindern
nicht weiter unter Strafe gestellt werden dürften
durchgewinkt hätte und nie und nimmer
mir und uns in den Sinn gekommen wäre
damit unfreiwillige sexuelle Handlungen
Gewalt und Ausnutzen von Machtrollen
straffrei zu stellen.

Und ich erkläre hiermit öffentlich dass ich sicher bin
dass Jürgen Trittin genauso und wie viele andere
auch in anderen Parteien es so und nicht anders
verstanden haben und verstanden haben wollten

außerdem erkläre ich hier öffentlich
dass ich die Aussagen dazu aus
den Reihen der Regierungspartei
beschämend und skandalös finde
und für einen mehr als
schäbigen Versuch halte
auf Kosten der Opfer von Pädophilen
im Wahlkampf daraus
Kapital zu schlagen

das halte ich für wirklich
gravierend und die Frage zulässig
inwieweit sich das denn
mit einem verantwortungsvollen Umgang
mit Regierungsmacht und Präsentation der
Bundesrepublik Deutschland im Ausland
in Einklang bringen lässt
im Gegensatz zu dem von gleicher Seite
verurteilten Zeigefinger
des Kandidaten der Opposition

hiermit erkläre ich öffentlich auch
dass ich maßlos von unseren Medien
enttäuscht bin, mich missbraucht fühle
von ihrer „Berichterstattung“ in diesem „Fall“, der keiner ist
wie sie einen Kandidaten zum „Vertreter der Pädophilen“
erklären und so tun
als hätte er den Text nicht nur
im presserechtlichen Sinne,
von ihm längst zugeben aus der Zeit heraus
und aus opportunistischen Wahltaktikgründen,
weil damals alle Forderungen von Initiativen
und damit er und die Grünen noch mehr, im
nachhinein gesehen, dummes Zeugs verantwortet hätten,
ja, er sprach ausdrücklich von Fehlern,

darstellen als hätte er es ausdrücklich gebilligt
und erkämpft, und ich bin enttäuscht und sauer, wie er
und seine Belege verfälscht und aus dem Zusammenhang
gerissen geliefert werden, als hätten diese Medien
nur einen Auftrag: der alten Regierung
wieder an die Macht zu verhelfen
wie auch eine Partei, die in Echtzahlen
(Nichtwähler mitgerechnet) nicht mal mehr
3 bis 4 Prozent unseres Volkes sehen wollen an der Regierung und
im Parlament, mehr „Berichterstattung“ erhält, heißt, die Möglichkeit
ohne von ihnen bezahlte Werbespotts sich pausenlos
auf allen Kanälen darzustellen, ohne dass ihre wahren Ziele und Taten
als gut bezahlte Lobbyisten der Versicherungskonzerne und anderer
den gleichen Medien kritische Nachfragen Wert wären, als die Grünen
oder auch die SPD, geschweige denn die „Linke“ oder „Piraten“.

Für wen geschieht dies alles, woher kommen die Scheren,
woher die Giftpfeile, wer reicht die Köcher an, wer sind die Schergen
geht es um Posten, Anzeigen, um das Land oder um Rache, um Hass
um die Rechnungsbegleichung mit den 68ern, Willy Brandts „mehr Demokratie“?
Um was geht es einigen hier, die nichts, aber auch gar nichts
verstanden haben von der Entwicklung dieses Landes, von den Verdiensten derer
die sie stets sofort und in gleicher Manier bekämpft haben und ohne die
trotzdem das Land heute nicht so erfolgreich wäre, so kulturell und
voller Leben, Meinungen und Innovationen?

Hiermit erkläre ich hier öffentlich, dass ich mit diesen Medien
so lange nichts mehr zu tun haben will, bis diese sich entschuldigen
und bis auch sie ihren Anteil an der Verharmlosung
angeblicher Sexualität von Kindern so frei untersuchen lassen
wie es die Grünen und Trittin hinsichtlich ihres alten Programmes
öffentlich und ausführlich, wie nachvollziehbar getan haben

und ich erwarte auch von anderen Parteien und Institutionen
diesen Umgang mit ihrer Geschichte, nicht vergessen habe ich
im Gegensatz zu den Medien, wie die katholische Kirche mit ihrem
Forschungsteam von Christian Pfeiffer umging, die durften nicht,
was die Grünen ihrem Professor Walter gestatteten und das
ohne Rücksicht auf den Wahlkampf, das verdient Respekt
und nicht die Verdrehungen und Rücktrittsforderungen und
was sonst noch so jetzt aus den Medien quillt.

Auch erkläre ich hier abschließend öffentlich, dass ich für Jürgen Trittin
den ich auf vielen Fahrten von Göttingen nach Hannover
und zurück vor langer Zeit kennen lernen konnte, diesbezüglich
und auch bei vielen anderen seiner Worte
öffentlich gerne und jederzeit die Hand ins Feuer lege
auch wenn das einige sofort wieder als Parteinahme und fehlende
Objektivität und Sachlichkeit auslegen möchten.
Er hat es verdient, durch seine Taten belegt
in vielen gerade auch für ihn schwierigen Zeiten!
Und das alles schreibe ich und bin doch nie Wähler der Grünen oder gar
ihr Mitglied gewesen, was mich nicht hindert ihren Beitrag
an der Regierung zu genießen und zurück zu sehnen!

V.i.S.d.P.:
Jörn Laue-Weltring, weil ich das hier
alles so wirklich unterschreibe
und nicht nur durchwinke, was mir
auch schon mehr als mir lieb,
geschehen ist.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Der Kandidat

Er ist mein nicht zu verdrängender, von mir aus gesehen, unfreiwilliger Favorit, mein Kandidat wie eine Pille vom Arzt verordnet. Ich kann nichts dafür. Er schon.
Meine Partei hat ihn dafür gewählt und in das Rennen geschickt. Und so rennt er nun, mal so, mal  anders, wird hier fotografiert, dort gefilmt, mal darf er einfach so redend erscheinen vor uns, mal soll er dem Reporter antworten, dann darf er mal die Hände schütteln, die Menschen anlachen, auf Podien mit Mikrophon auf seine Einsätze warten und was halt so getrieben wird in einem Wahlkampf in dem es um alles geht, wie es ja jedes Mal um alles geht, das Land, die Welt, die Wirtschaft, das Wetter.
Er tut mir leid, vor allem hätte ich ihn nicht ausgewählt. Das taten andere, Medienmenschen, wie auf Knopfdruck präsentierten sie ihn, der eigentlich schon weg vom Fenster war, jedenfalls von erstrebenswerten Ämtern, der rumreisen durfte und in Hotels übernachten auf Kosten anderer, Reden halten vor Gutbetuchten, die ihn nicht nur gut bezahlten sondern auch herzlich applaudierten zu seinen Worten und an den von ihm so erhofften, richtigen Stellen auch lachten.
Mächtige Männer und ein paar wenige mächtige Frauen, Banker, Industriekapitäne (mit und ohne Patent für die hohe See). Und er glaubte ihnen ihre Sympathie und Achtung für ihn, glaubte den Geldflüssen auf seinem Konto, fühlte sich als ehemaliger Minister des reichen, kleinen Landes ihnen fast ebenbürtig, aufgenommen im Kreis der klug und richtig Handelnden, der Erfolgreichen und Schönen. Glaubte er.
So ließen es die Medienmenschen die Menschen des Landes ebenso glauben und so stieg er auf einer Sympathiewelle plötzlich höher und höher, bis seine, also auch meine Partei, nicht mehr anders konnte, als ihn zu ihrem, meinem Kandidaten zu küren.
Er hat das Pech gehabt, dass irgendwann in grauer Vorzeit ihm mal Menschen zugehört haben und gelacht und dafür Stimmen gegeben haben. Seitdem redet er so, dass er immer auf Punkte kommt, egal bei welchem Thema. Lachen muss bei seinen Vorträgen sein. Er ist dabei nie wirklich witzig, eher hämisch, sarkastisch, versucht den Lacher dort zu setzen, wo sich alle in einem, seinem Boot fühlen, schlauer, gewitzter und mehr auf dem Punkt als die anderen Redner, Politiker, dekorierten oder selbst ernannten Schlauköpfe im Lande. Neben dem Gelächter überbrachten ihm die Köpfe der Zuhörer daher jedes Mal auch ein kräftiges Nicken der Köpfe ein. Und so zieht er nun durch die Lande und versucht zu punkten, zielt auf Gelächter und Kopfnicken und plötzlich, nun wo er der Kandidat ist, der laut Medienmenschen der einzige, beste und denkbare Kandidat sei für die große alte Partei, erntet er selber Häme und statt Kopfnicken Kopfschütteln, wird wie ein Runnig Gag durch die Medien gescheucht, karikiert, verlacht, nach unten getreten.
Vielleicht hatte er vergessen die schönen Geschichten und Märchen seiner Kinderzeit, oder sie sind ihm nie vorgelesen worden, er wirkt auch nicht wie einer, der Märchen mag. gibt sich anti märchenhaft, obwohl er dabei doch nur wie ein Märchenonkel alter Schule rüber kommt. Ja, die Märchen in denen die Mächtigen, die Könige sich Hofnarren hielten, ahnungslos wohl war er selber einer geworden, von Einladung zu Einladung mehr, war begeisterter Besserwisser geworden mit originellen Ausdrücken und Satzwendungen, hatte sich an den Höfen gesonnt und wäre besser dabei geblieben, als sich als Narr auf den Weg zu machen Kalif zu werden anstelle der Kalifin.
Bei alledem ist er nicht dumm und hat durchaus Substanz in seinem Denken und Handeln. Aber es nützt ihm nichts, da er es nicht dabei belässt, Sache und Inhalte wirken zu lassen. Er wirkt getrieben, zu sehr nach den Big Points schielend, als dass man ihm seine Kompetenz und Fähigkeit zum Kalifen noch abnehmen mag oder kann.
Vor allem da die Medienmenschen nur auf Ausrutscher, Gags und Zoten bei ihm warten und alles andere von ihm mit Missachtung und Schweigen strafen. Sie geben ihm keine Chance, da der Unterhaltungswert seiner Show-Einlagen angeblich die Leser mehr interessiert, andere meinen zu interessieren hat, als seine ernsthaften Bemühungen, seine Sicht auf unser Land, die Erde, die Wirtschaft und das Wetter, seine Pläne damit, seine Lösungen.
Und so zieht der Wahlkampf über das Land wie ein Gewitter mit Wetterleuchten in der Ferne, gelegentlichen Wolkenbrüchen, aber ohne Blitz und Donner wie es sich für ein richtiges Sommergewitter gehört und im Herbst soll gewählt werden, wenn die Blätter fallen und die Gewitter seltener sind.
Und die, die vorher schrieben, sprachen, kommentierten „nur der kann es!“, die werden schreiben, sprechen, kommentieren: „Der konnte es nicht, war der falsche Mann“. Und er wird wieder zu Hause sein, sich die Wunden lecken und auf die Einladungen warten. Vielleicht geht er noch selber als Gewitter in die Medien, beschimpft diese und seine Partei, klagt über Dolchstöße, Unfairness gegen und Hängenlassen des Kandidaten. Vielleicht werden sie es noch schreiben, in Filmchen zeigen, kommentieren, vielleicht mit ein wenig schlechtem Gewissen aber dann steht schon wieder Weihnachten vor der Tür und es warten andere Geschenke auf sie.
Nein, mein Kandidat ist mein Kandidat nicht, weil ich genau das vorher gesehen habe, mir gar nichts anderes vorstellen konnte, wenn ich ihm auch gewünscht hätte, und mir und meiner Partei, er möge es schaffen, sich anders zeigen, umkrempeln sich selber, bevor er es mit dem Land versucht, ja gehofft hatte ich. Blieb mir ja auch nichts anderes übrig.
Ich bin jetzt auch nicht enttäuscht von ihm. Er kann ja nicht wirklich was dafür. Er ist wie er ist, mein Kandidat und die Medienmenschen sind wie sie sind und die Mächtigen, die das Schauspiel mit bezahlen und arrangieren und vielleicht auch mal dirigieren sind auch wie sie sind und nichts ist überraschend oder sonderlich ausgefallen. Eben nur dumm gelaufen und der Zufall lacht sich kaputt über unsere Naivität an ihn zu glauben.

Freitag, 28. Juni 2013

ein nicht stattfindender Bundestagswahlkampf 2013

stellt 
erschrocken
fest und 
fragt sich:

mit guten Positionen
und angenehm
gescheitem Auftreten
kann man im Wahlkampf
in diesem Lande
nicht mehr punkten

jedenfalls nicht
in unseren Medien
da finden nur Kuriositäten
Versprecher statt Versprechen
ansonsten Langeweile statt

wer hat da die Macht
bestimmt die Themen, den Ton
hilft so denen über die Hürde
denen genau diese Berichterstattung
zu Stimmen und Wiederwahl verhilft
wer dirigiert da
im Hintergrund dieses
Auf und Nieder von Kandidaten
die Meldungen für den Mülleimer
und die für die Veröffentlichung

wie kann das sein, dass es so
im Gleichklang geschieht, quer
durch alle, wirklich alle Medien
beraubt uns so der Demokratie
auf leisen Sohlen mit der
bösartigen Fachbehauptung:
nur „bad news seien good news“?

(c) Bild: Philipp Weltring, Text: Jörn Laue-Weltring Lingen 2013