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Freitag, 22. November 2013

auf den Kopf


aus
Peter Silies
Tageseinsicht:

umhüllt uns heute hier
mit Macht des Himmels Grau

kann er uns wenigstens
nicht auf den Kopf fallen

Dienstag, 5. November 2013

Novembers Augenblicke


wahnwitzige Augenblicke
in nebelstarker Morgenröte
der Tau
sein funkelndes Meer aus Eiskristallen
unter wildem Wolkenspiel
verstreut scheu gewordener Sonnentöne
feingliedrig glitzernde Strahlen

am Horizont vor kohlschwarzen Ästen
im Ackerland
auf Weidenland
glitschigem Grund
der rasch verkühlende November
auf den Straßen spiegelblank

lässt kein Abschied
mehr länger
auf sich warten
legen wir
aus alter Vorsicht
Steine auf Stein
denn
wer jetzt hier wandert
vertritt sich die Sorgen
wer kein zu Hause mehr findet
vergeblich weiter sucht

entrosten lieber eifrig
zukunftsverbunden wir
unsere hohen Zäune
schneiden die Hecken
überlassen milde gestimmt
sanft faulende Laubhaufen
Igeln und Insekten
am Rande der Gärten
als warmes Versteck

eilen hastiger wir als sonst
zwischen festes Mauerwerk
die Fenster
dicht geschlossen
entspannt und froh
erst im Kerzenschein

warme Kleidung
genug im Schrank
die Abrechnung der Heizkosten
nicht vor dem Frühling zu erwarten
schrecken uns nur die kalten Betten
in des Abends klammer Feuchtigkeit



Freitag, 25. Oktober 2013

Geistwandler























Geistwandler wir im gleichen Nebel
dürfen horchen
erwarten
uns im Vorfeld ärgern
unserer Wachsamkeit frönen
obwohl wir auf ganz anderes Lust

dennoch werden wir
wohl der Enttäuschung
immer wieder anheimfallen

wir haben gewählt
gewusst was
und das der Rest
in der Kompromisse
teuflischen Himmel
weht
wie arg zerlumpte Flaggen

gleich uns
bisweilen die Puste ausgeht
Geistwandler wir
im gleichen Nebel
der stets mit uns zieht

dahinter aber
horcht
ja, da ist uns befreiendes Lachen
wenn es mal wieder
nicht anders geht
hier zu bestehen
sind wir geistwandelnd zwar
aber immer doch zum Lächeln bereit
die Tage zu umarmen
in ihrem Nebelkleid

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Donnerstag, 12. September 2013

Mächtig prächtig kommt er



mächtig der Herbst kommt angeschritten
entzwei uns bricht er in der Mitten
den Flügelschlag, unser sanftes Gleiten
Sommers unerreichbar schöne Weiten

haut Laub und Äste quer uns übers Land
belächelt listig uns aus bunten Bäumen
drückt uns Scheren, Besen, Feger in die Hand
sollen so nicht länger mit der Arbeit säumen

weil auch Äpfel, Birnen, Pflaumen er uns reicht
bei all den schönen Wanderungen mit Dir
fällt er uns doch dann wieder leicht
ist erst der goldene Oktober wieder hier

ja, prächtig kommt er uns dann angeschritten
Sturm und Wind spielt er dabei wie Geigen
Platz macht er, auf frischer Luft herbei geritten
lässt seine Nebelkunst er wundersam aufsteigen