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Montag, 14. April 2014

neuer Farbenkram

So, Schluss mit den Sachen aus der Reha! 

Ab jetzt gibt es hier nun wieder nur aktuelles aus meinen Aktivitäten in Sachen Worte, Farben, Ton oder Strich. Und mit den letzten Pinseleien geht es hier nun los:




 Öl viermal aufgetragen

"Begegnung mit Klimt" Acryl + Öl im Wechsel




 "bewegte Zeiten" Acryl


"unterwegs"Acryl + Lack im Wechsel


"Tulpenzeit" Acryl



 "Dämmerung" Acryl



"am Wasser" Aquarellstifte + Tusche


"grüne Gitter" Acryl


(c) bilder jörn laue-weltring lingen 2014

Dienstag, 21. Januar 2014

Am alten Kanal



diese Wellen, die nicht rauschen
Wind der in Platanen stille steht
schnuppern Hunde leise Kiesweg
weiden müde Beine ihnen zulieb
Containerkähne angemessen tuckern
zwischen Möwen gleitend vorbei

wie hier alles sich fängt in plätschernd Ruhe
Wasser und Weg von weit her nach weit hin
wie der Bäume Schatten behäbig ruhen
auf sanft atmenden Kanals Formenspiel
beginnt auch die Nacht hier milde glitzernd
als feiner Sternenspiegel Wassers Glanz

find ich meine Seele hier, treib den Freudentanz
von der Stadt entfernte Töne, Fledermäusen gleich
bleibt der Weg hier unverwundet schreckenlos
hält dieser Anblick Herz und Augen warm
wenn des Himmels Wolken mit den Schatten
alter Bäume sich zusammen betten in die Nacht
nehm ich meine Beine hundelos, neu Kraft getankt

für Stadt und Land, die sanft durch den Kanal geteilt
für mein weiteres Tagesmühen und Nachtgedenken
lass hinter mir Staunen, Stille, gutes Treiben, Fluss
des Wassers als Wirtschaftsbetrieb Natur geworden
der nicht nur den Kähnen Tragfähigkeit verleiht
wie den Schwänen, Möwen, fliege ich gestützt davon

sanfter Wellen schlagend, erleichtert nah beim Grund
froh, dass nicht alles, was wir uns so schaffen
Zerstörung heißt oder erbärmlich Untergang
manches dem Profit gebaut trotzdem Frieden gibt
der Jahre Wechsellust, naturverbunden wunderschön
flüstert mir der Kontinent im gezähmten Wasserstrom

auch sein unsichtbares Leid, die Enge die ihn treibt
trug lang vorher er auch das Blut noch in die Meere
in sich das Gift so vieler Fabriken und Motoren
trug auch die Schiffe mit der Ladung für den Krieg
die schwer Verwundeten, die der uns übrig ließ
danach Giftfässer für neues Leid und Sterben

lächelt er mir alters milde nun in die Erinnerung
„Komm wieder. Ich bin da, wenn Ihr mich braucht.
So wie ich könnt Ihr auch werden, ohne Arg
des Lebens Last zu tragen, ohne Gier und Hast
haltet Frieden, meidet Krieg, lebt nur von dem
was Ihr selber schafft, dafür schenk ich Euch die Kraft.“

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014


Freitag, 17. Januar 2014

auf der Suche nach Dächern am Horizont



geboren
aufgewachsen in Städten
wo nur die Häuser wachsen
und sich wiegen die Gräser
auf Trümmergrundstücken
verlorener Kriege

komme ich
aus den Wänden
Bewanderer der Straßen
den Blick nie nach oben
meist geradeaus
auf den Boden gerichtet
seitlich verkrallt
in das was hinter Scheiben
Spaziergänger
in die Räume lockt

irre ich ratlos
umher zwischen
Baumstämmen
Büschen
unsicher
wofür der Blick
sich dort lohnt
stolper ich
an Feldern vorbei
Wiesen
auf der Suche
nach Dächern
am Horizont

auf der Flucht
vor den Dämonen
meiner Zeit
ich, Stadtgeborener
frabrikverwöhnt
leistungsverschworen
klammere mich an Wände
Türen
überlasse den Fenstern
die Natur da draußen

in den Räumen
meiner selbst

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Donnerstag, 14. November 2013

wooden object: "naturlove in the times of cholera"




















don't see more than you can see
don't feel more than you can feel

every thing just happened
every being is only for to be

every love is just for love
in the times of cholera naturlove

(c) wooden object by jörn laue-weltring lingen 2013

Mittwoch, 28. August 2013

An der Zeit geradeaus vorbei



wandern Wolken zu den kahlen Bergen
schwer geladen voll mit heißer Zeit
werfen Hagelbrocken auf die Schergen
die gierig der Welt so viel angetan

bricht‘s doch grün und bunt durch unsere Steine
tanzen Tropfen spitze Kanten wieder rund
fällen sie im Sturm von uns geliebte Wände
unsere klein gemahlenen Bauten wieder bunt

erwachen tapfer jeden Tag uralte Meister
treiben erneuert Kreation zu Kreation
schenken neuen Kindern frischen Kleister
das Lachen wie die Liebe, mit Neugierde gepaart

Spätsommer



noch frisch
die Stoppelfelder
nach der Beerenernte
erste tote Vögel
unter Sträuchern
überall wilde Triebe
die wir beschneiden
im Herbst

umgeben
vom lautem Rauschen
dunkelgrüner Kronen
von Buchen und Eichen
Kastanien und Platanen
Birken und Pappeln
jetzt großen Meeren gleich
vor dem letzten Abflug
ihr Blättertanz

darüber
vor mildgewordener Sonne
starten die Gänse
uns zu verlassen
tröstlich bleibt uns
die Ahnung
verzaubernder Farbenpracht
der anrückenden Jahreszeit
auf leicht fröstelnder Haut
aufgeschlagen noch
im weichen Grasbett
unser Buch der Liebe

Dienstag, 6. August 2013

zum Glück



über uns in den Bäumen
sanft rauschendes Träumen

drumherum zarte Blüten
jede Menge Wundertüten

gesprossen aus grauen Erden
dem Tod geweihtes Werden

alles für den Augenblick
unverkäuflich, ja! Zum Glück

Sonntag, 9. Juni 2013

An Nette



am Walde wartet eine alte Bank

die schattenreichste ist‘s von allen

Birken, Buchen groß und schlank

über ihr mit vollen Kronen wallen



Da verbracht‘ ich manchen Sommertag

von der Zeit mal aus zu reißen

in Stich zu lassen all mein Plag

was ich so treib fürs bisschen Beißen



Da sitz ich mit dem Blicke fest gebannt

auf weite Felder, wildes Ährentreiben

fühle mich so herrlich ausgerannt

möchte nur noch stumm verbleiben



durch Blätterzweige streichelt Licht

aus Vogelschnäbeln dringt Musik

ein sanfter Wind, Natur Gesicht

bricht meinem Schmerz hier das Genick



doch wann bin ich hinausgegangen

brachte ich ihr Zeit und Muße

zu oft blieb ich im Haus gefangen

als bräuchte ich dies als Buße



am Walde wartet eine alte Bank

zwischen Welt und Traum das Leben

nichts scheint dort hohl und krank
außer mein eigenes Alltagsstreben

* gemeint ist "natürlich" Annette von Droste Hülsoff deren Spitzname Nette war,
der Text eine Hommage an sie, anspielend und nutzend ihr Gedicht "Die Bank".

Sonntag, 21. April 2013

Ruhrgebiet Anno danach



lange schon bereit zum
Schweigen der Hämmer
Verklingen der Räder der alten
Riemen und Bänder
brilliert das Lied der Ruhr
erneut unter letzten alten Bäumen
Veteranen, geknickte Überlebende
der langen Schlacht der Kohlebarone
Eisen-  und Stahlfürsten

Bäume, jung und alt
die sich nun strecken nach
wieder entdecktem Himmelsblau
als könnten sie den Vögeln dorthin
folgen wo die Sonne über dem
plötzlich so friedvollen Land verwundert
sich in ihren Strahlen
verstrickt

Samstag, 20. April 2013

Frühlingsleuchten




es klopft ans Herz
ein Blütenleuchten
aus frischem Grün

da kommen Tage
auf uns zu
voller Farbgewitter

Auftankgefäßchen
ihr Nektar und Ambrosia
alter Götter Gruß

das ist er
unser Frühling