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Montag, 14. April 2014

neuer Farbenkram

So, Schluss mit den Sachen aus der Reha! 

Ab jetzt gibt es hier nun wieder nur aktuelles aus meinen Aktivitäten in Sachen Worte, Farben, Ton oder Strich. Und mit den letzten Pinseleien geht es hier nun los:




 Öl viermal aufgetragen

"Begegnung mit Klimt" Acryl + Öl im Wechsel




 "bewegte Zeiten" Acryl


"unterwegs"Acryl + Lack im Wechsel


"Tulpenzeit" Acryl



 "Dämmerung" Acryl



"am Wasser" Aquarellstifte + Tusche


"grüne Gitter" Acryl


(c) bilder jörn laue-weltring lingen 2014

Mittwoch, 2. April 2014

Wieder da!



Da bin ich wieder! Seid alle herzlichst gegrüßt und vielen Dank für die Nachfragen und guten Wünsche. In den nächsten Tagen gibt es hier meine "Mitbringe" aus der Reha zu sehen und zu lesen. Viel Vergnügen dabei wünscht Euch Euer Jörn

Dienstag, 10. Dezember 2013

Welche Worte


Es geschah nicht lange nach dem großen Krieg in einer kleinen Stadt der Mittelgebirge. Ein junges Ehepaar, immer noch frisch verliebt und noch frischer verheiratet, wenn auch nur standesamtlich, stand in ihrer kleinen, frisch renovierten Wohnstube vor dem Adventskranz.
Draußen stürmte es mächtig. Immer wieder rüttelten Orkanböen an den hölzernen Fensterklappen und an den Dachpfannen. Dazu schlugen kleine Hagelkörner mit schepperndem Klang gegen alles was aus Blech oder Kupfer am und rund um das Haus war.
Es war zu der Zeit, da die Männer noch dachten, sie wären Haushaltsvorstand, hätten alles zu entscheiden und die wichtigsten Dinge alleine in die Hand zu nehmen.
Uns so stand der junge Mann mit seinem vom Vater geerbten Benzinfeuerzeug vor dem Adventskranz und zündete mit seiner Hilfe langsam und vorsichtig die erste von den vier großen, kugelrunden leuchtend roten Kerzen an. Den kräftigen Kranz aus edlen Tannenzweigen hatten sie gemeinsam ausgesucht. Da waren sie modern. Er wollte einen großen Kranz. Den hatte er bekommen. Sie wollte keinen Schmuck daran, keine Schleifchen und Glitzerbändchen oder gar Lametta wie bei ihren beiden älteren und schon lange mit Kindern gesegneten Schwestern. Und so war es geschehen.
Jetzt beherrschte ein dicker, von den Tannenzweigen kräftig grün leuchtender Kranz, der von der Decke über ihrem Esstisch hing und matt leuchtete vom flackernden Licht der weißen Flamme, den Raum.
Und weil er ja jetzt Ehemann war und ihr Vorstand und überhaupt ein Mann, frisch examinierter Jurist und sie seit Jahren bereits eine fleißig akribische Bankbeamtin mit Weihnachtsgeld und Firmenrente, beide also am Beginn eines danach zu beurteilenden angenehmen Lebens in Sicherheit und Wohlstand, beide sich dessen im Kerzenlicht wohl auch bewusst waren, begann er die, wie er meinte, ihm nun zustehende und wohl auch abverlangte kleine Ermahnungsrede zu halten, aber mehr nachdenklich und besinnlich als ermahnend. In dieser Beziehung zeigte er sich wiederum modern.
„Sieh diese Kerze, Schatz. Sie flackert vor uns her im Dunkeln, bedarf keiner Worte, unserer Worte jedenfalls nicht und doch schwirren uns Bilder und Worte durch Kopf und Herz. Ich zum Beispiel sehe mich wieder als kleinen Bub vor eben diesem Kranze stehen und staunen und fühle mich wieder so angenehm wohl und geborgen, ja sorgenfrei, verstehst? Kein Gedanke mehr an die Mathe-Arbeit und das verflixte Diktat oder an Nachbars Paul und seine Hänseleien auf dem Schulweg. Ich sehe, wie wir im Krieg so wie jetzt dagestanden, einen Moment die Angst vergessen und gesungen haben, die Fenster verdunkelt wegen den Kampffliegern. Und ich sehe dieses Jahr, unser Jahr, wie uns alles so schön gelungen ist und ich sehe uns in ein paar Jahren, in einem wunderschönen Haus mit vielen Kindern vor eben solch einem Kranze andächtig stehen. Ja, diese Adventskerze erleuchtet uns und hilft uns aus der Zeit, schenkt uns Bilder aus Zukunft und Vergangenheit. Hast Du gehört, Schatz. Jetzt habe ich sogar gereimt. Schatz?“
„Ja Liebster?“
„Hörst Du überhaupt zu. Da gebe ich mir so viel Mühe mit meinen Worten und Du!“
„Worte? Was für Worte, Liebling?“
Erschüttert in seiner Männlichkeit sah er sie an, begann aber dessen ungeachtet wie sie schweigend in das Kerzenlicht zu sehen. Nach einer für ihn mehr als langen Zeit des Schweigens und ohne große Gedanken vor sich hin Starrens, dachte er, nicht ohne einen zärtlichen Blick in ihr schein’s träumendes Gesicht zu werfen: „Ja, Worte! Was für Worte?!“
Und so ändert sich bisweilen etwas auf der Welt, einfach so, fast kaum zu merken und doch ist etwas anders geworden. So hat er nie wieder versucht gewichtige und erhabene Worte für seine danach rasch wachsende Familie zu finden. Schaffte es mit der Zeit sogar umgekehrt deren Worte zu erhören. Auch das Anzünden der Kerzen überließ er forthin ihr. Und wenn sie nicht gestorben sind, stehen sie vielleicht tatsächlich in einem schönen Haus, bekommt er noch immer seinen großen Wunschadventskranz und sie den Verzicht auf jegliche Schmückung, stehen sie mit ihren Kindern im Advent stumm und staunend vor ihren flackernden Kerzen und denken gemeinsam an nichts und lassen die Bilder kommen. Ja,
diese Adventskerzen erleuchten sie
helfen ihnen aus der Zeit
schenken ihnen stumm die Bilder
aus Zukunft und Vergangenheit
sind ihnen in des Winters dunkler Nacht

heller Traum, wärmende Gegenwart.

Mittwoch, 20. November 2013

BRD-Verjährungsfrist


Die Verjährungsfristen
für Sühne, Strafe und
Entschädigung
oder Rückgabe
der Beute

diese Verjährungsfristen
meines Landes
helfen merkwürdigerweise
stets nur uns, wenn wir
oder unsere Landsleute
die Täter sind

und gelten nie
wenn mein Land
oder seine Bürger
als Opfer ihre
Forderungen stellen
nach Land, Eigentum
und wertvollen Bildern

die Verjährung
frisst
da was
für wen?

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Bilderrätsel


wann erlesen wir uns
die Bilder unseres Landes Grausamkeiten
die aus den Kontinenten
die uns kleiden und ernähren
suchen
nach den literarischen Vorlagen solch arger Strolche
untersuchen den Strich
der ausgeflippten Künstler und Denker Handschrift
im entflammten Inferno menschlicher Verkommenheit
halten stand dem Flehen
der Opfer ihren geschundenen Leibern
ihrer Angst vor unserem Interesse

zwischen den Säulen der Großbanken
in deren Städten festgeklebt
unser Horizont
die Gedanken frei
von uns
zum Überleben gefrierfähig verordnet geordnet
nehmen die Taxifahrer
uns als Gäste dankbar mit
wenn es um viele Kilometer und weit genug geht

ihre Tachometer erzählen unsere Strecke
nicht die Zeit
die uns noch bleibt

glauben wir den Bildern aufs Verrecken
warum sonst
schweigen wir bereits
im Angesicht des Vorspanns


Sonntag, 22. September 2013

Zeit zum Ruhen - Zeit zum Ernten



nein, wir sind noch nicht bereit
auf dem Weg die Häuser runter
reiht sich Alltag an Alltäglichkeit
nuckeln weiter am Sommer munter

kommt uns trotz der Liebe Leid
selbst bei frohem Gartenschaffen
gar nicht recht der Wind der Zeit
schwer wird’s jetzt sich auf zu raffen

knirscht der Igel mit den Zähnen
zwitschert uns ein letzter Vogelgruß
brauchen wir uns kaum zu schämen
noch bleiben wir trotz dem Verdruss

nun rasch zu ernten drängt die Zeit
frisch gewartet steh‘n uns Trecker dort
Sturm und Regen, auch Gemütlichkeit
tragen sanft uns trotzdem mit sich fort

sehen am Himmel Bilder wild herziehen
der Wolken prächtig großes Herbstgewimmel
bis vor Stürmen wir in die Häuser fliehen
kuschelnd lauschen dem Orkangebimmel

unsere Ruhe finden so, wohl auch Frieden
Bilder der Vergangenheit aus unsrem Leben
die an zu schauen wir viel zu lang gemieden
wir nun im Leben ruh’n, in Liebe weiterstreben

Dienstag, 26. Februar 2013

Es ist wieder Almosenzeit



 







Mäzene

Mäzene
fletschen
ihre Zähne

Vampire
die uns erst
aussaugen

dann mit
gepanschten
Blutkonserven

den Rest
geben
als wohltätige

Mäzenaten
Eigenblut
Spende
  
(*) Für die EX-Chefs von SAP, Microsoft usw.













Vampire in unserer Zeit

einst zogen wir
hinweg von den
Kirchenstufen
überließen ihnen
die Teller
mit ihren
knickrigen
Almosen

standen auf
wehrten uns
für ein besser
bezahltes Leben
Arbeiten
guten Lohn
und Demokratie

heute saugen
neue Herrscher
gierig unser
Einkommen
uns aus den
mühsam geflickten
Taschen

wandern
mit ihren Fabriken
dorthin
wo sie keinen
Widerstand
keine Demokratie
erwarten

sie zahlen wenig
nehmen viel
und wir
hocken wieder
auf den Kirchenstufen
hoffen auf
Almosen
als Spenden
getarnt

statt uns
wie die Vorfahren
auf zu machen
ihnen ihr
blutiges Handwerk
zu legen
den Vampiren
unserer Zeit


















Stiftungssalat



so mancher der den Staat
mit seiner unbequemen
Demokratie nicht mag
gerne Steuern an ihn
mit Stiftungen
spart

mit Almosen pflastern
sie so leicht ihren Weg
zum Wohltäter die es
nicht bräuchte
hätten sie
zuvor die Steuern
gezahlt