Posts mit dem Label Gemütlichkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gemütlichkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. Oktober 2013

Allerseelen



wenn wir zu den Gräbern gehen
raschelnde Blätter auf wedeln
in der Spätherbstdämmerung
die Grablaternen zünden
Euch die von uns gegangen

ähneln wir Wanderern
vor ungewollt erreichtem Ziel
nach beschwerlichen Aufstiegen
der Irrwege so müde
der Plackerei so viel

wenden wir uns endlich ab
und pfeift der Wind uns
die Reste des Sommers
aus den dünnen Mänteln
fliehen wir zurück in des Landes

viel gerühmte Stubengemütlichkeit
uns selber Kerzen zu entzünden
kehren bei warmen Tee wir
bei uns selber ein dort fernab
unserer Toten deren ewige Ruh

nicht weiter mit uns zu belasten

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Sonntag, 22. September 2013

Zeit zum Ruhen - Zeit zum Ernten



nein, wir sind noch nicht bereit
auf dem Weg die Häuser runter
reiht sich Alltag an Alltäglichkeit
nuckeln weiter am Sommer munter

kommt uns trotz der Liebe Leid
selbst bei frohem Gartenschaffen
gar nicht recht der Wind der Zeit
schwer wird’s jetzt sich auf zu raffen

knirscht der Igel mit den Zähnen
zwitschert uns ein letzter Vogelgruß
brauchen wir uns kaum zu schämen
noch bleiben wir trotz dem Verdruss

nun rasch zu ernten drängt die Zeit
frisch gewartet steh‘n uns Trecker dort
Sturm und Regen, auch Gemütlichkeit
tragen sanft uns trotzdem mit sich fort

sehen am Himmel Bilder wild herziehen
der Wolken prächtig großes Herbstgewimmel
bis vor Stürmen wir in die Häuser fliehen
kuschelnd lauschen dem Orkangebimmel

unsere Ruhe finden so, wohl auch Frieden
Bilder der Vergangenheit aus unsrem Leben
die an zu schauen wir viel zu lang gemieden
wir nun im Leben ruh’n, in Liebe weiterstreben

In der Zwischenzeit





in den hohen Bäumen der grauen Straßenendlichkeit
da wartet auf unsere Trauer das herbstliche Treiben
strahlen noch die Steine der Mauern, in der Zwischenzeit
trocknet auf den Balkonen das letzte Sommerkleid

erdröhnt zum Ausklang in der Ferne das Altstadtfest
gebe ich Dir die scharfe Schere, schneidest du die Rosen
den Kindern unsere großen Körbe, denn das Obst fällt
was für den Sommer war, verschwindet im Herbst im Keller

lass uns genießen in trauter Nachbarschaft die Plätze
hier auf den Straßen verweilen ein letztes Mal im Jahr
danach uns die Mauern, bereits winterfest, umschließen
erwarten dort gewärmt wir die Lichter im Weihnachtsfest

jetzt aber, zwischen nicht mehr und noch lange nicht
die Erinnerungen an unbeschwerte Sonnentage sich krallen
in unseren Bewegungen fest, während wir ahnungsbeladen
fliehenden Vogelschwärmen unsere Sehnsucht verraten

manch einem fällt jetzt das Sterben leicht, oder erwischt es
bei Regen, Nebel und glitschigem Straßenbelag, gefährlich
nun die Kurven, des Sommers rasende Geschwindigkeit
erzählen uns frische Gräber und Beete vom traurigen Rest

dabei warten Äpfel und Pflaumen auf ihren lockeren Teig
wie Kerzen und Backöfen bereit, den Duft zu verströmen
ein zu läuten unseres Landes viel gerühmte Gemütlichkeit
warten auf uns entspannte Stunden in bunter Herbstlichkeit

© Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013