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Dienstag, 15. April 2014

Morgennektar



ein früher Morgen
ein Päckchen Hoffnung
mein Zwillingspärchen

nach den Träumen
vor den Tränen
der Nacht

dazwischen
erscheinen sie
still
unnahbar
Pfänder ohne Siegel

streifen im Vorübergang
einen Hauch Blütennektar
ihrer Kraft
auf meiner Seele ab

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

gesichelt



auf meiner Mondsichel
schicke ich
Sterne in das Universum

spiegel ich mich
im Alpenglühen
unserer Achterbahnfahrt

reite ich
auf den Wolken
hinunter in das Tal

helfe dir
unsere Wiesen
zu mähen

mit meiner
Mondsichel
bricht der Frühling auf
aus unserem Eispalast

Donnerstag, 3. April 2014

Mein neues Federkleid



klopft
der Specht mich frei

lassen die Meisen
mich hoffen

fliegt
mein Morgen vorbei

lässt der Tag mir
alle Wünsche offen

nicht länger traurig, ich
über die Feder auf dem Haufen

ich weiß es jetzt, die Schwäne
verlieren sie beim Laufen

(c) bild + text jörn laue-weltring bad wildungen 2014

Sonntag, 26. Januar 2014

Herbstgedanken im Winter


decke mich
noch nicht zu
geb keine Ruh
Blätter lass fallen
im Farbentief
unseres Herbstes
ist genug Zukunft
im Kaffeesatz
für das was uns
im Frühling
auf erblüht
schüttel das Bett
frisch auf
Bewegung lebt
wo wir bewegt 
uns bewegen

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Freitag, 10. Januar 2014

Rauhnächte



Manch Sturm erzittert unsere Enge
Fenster starren schwarz hinein
Türen nach außen jetzt der Feind

Häuser knarren, knirschen wintersam
wer es kann flüchtet zu Kaminen
horcht in der Nacht was draußen droht

Rauhnächte pfeiffen uns die Ecken
auf den Straßen Wetterturbulenzen
halten Dächer ihren schweren Stand

schreiten wir mehr stumm und stehend
hoffen auf des Frühlings Besserung
Tannengrün aus unseren Stuben weicht

verpackt zurück in Kisten alter Feste
glitzernder Kugeln Kerzenschein
nach dem Besuch der drei Weisen

in unserem selbstgezimmerten Stall
bleibt uns nur das Jahr zu suchen
dass vor unserer Türe hingeschneit

hingeregnet oder hergeweht
angestürmt oder warm geblieben
auch dies Jahr ein Wunschpaket

eingebettet sich erneut zu lieben
alte Wege wieder frei zu gehen
wartet da für uns ein Morgenkind

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Novembergedanken



torkelnd vorm Abendrot
entwurzelter Bäume
bunter Blätter Träume
ihre Äste arg in Not

ihrer Kronen Gesang
im Blättergefächer
rast der Sturm entlang
bei sich unsere Dächer

sehnen Stämme sich
die dunkle Ackererde
und auch ich mich
dass wieder Frühling werde

seine Wärmeschauder
uns frisch überziehen
wie der Vögel Geplauder
errötend Sonne verliehen

© bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Lasst den Sommer ziehen

















Herbst

Nun lass den Sommer gehen,
Lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?


Joseph von Eichendorff

Lasst den Sommer ziehen

auch die schönste Sommerzeit
muss einmal ruhen
für des Herbstes
schönes Kleid
bis auch der der
Landschaft ihre Ruh verschafft
für des Winters prächtiges Gewand

so lasst ihn ziehen
den Sommer jetzt
gebt Ruh, sammelt
seine Früchte in deren Süße
noch seine Hitze Eure Zungen kitzelt
wie sein Aroma Eure Nasen

ja, wendet Euch dem Ernten zu
lasst Sturm und Regen Ihr Werk
verrichten nun
für ein neues Auferblühen
unter des nächsten Frühlings Rock

das dürft ihr dann sehen
das könnt ihr dann sehen
wen ihr nicht gar zu sehr
dann hinterm Ofen hockt

der Sommer, ja, war schön
aber er hat uns noch viel Schöneres
eingebrockt zum Staunen und
zum Weiterziehen

seht die Rose an dem Stock
sie will im nächsten Jahr uns größer noch
und gewaltiger erblühen, dafür aber lasst
jetzt den Sommer ziehen

(c) bild + text "lasst den Sommer ziehen" jörn laue-weltring lingen 2013

Mittwoch, 25. September 2013

Septemberspiel



holen uns die Taktstöcke aus dem Wald, vom Fluss
die Schilfrohrpfeiffen, machen mit dem Sommer Schluss
klopfend, flötend mit dem Septemberwind im Regen
so warten wir auf Dich, des Oktobers bunten Segen

packen letzte warme Sonnenstrahlen uns ein in‘s Herz
das hilft uns dann im Winter über manch neuen Schmerz
steigen vom Tal auf Berge, verpacken dort wir die Sterne
so überlebend wir spielen, singen zu des Frühlings Ferne

mischen aus Sommer uns und Herbsttagen neu die Farben
warum auch nur wegen der Jahreszeitenwechsel hier darben

Samstag, 7. September 2013

Was können wir hier leben



was für ein Tag
auf dem Land
mit seinen Feldern
Äckern, Weiden
Schafen, Kühen, Pferden
alles prallgefüllt
springlebendig
von den Jahreszeiten
gepflegt, gehegt
und dennoch
wild geblieben

was für ein Tag
was für ein Land
was für ein Leben

wird nichts davon
so uns bleiben
alles fort durch
und mit dem Winter zieh‘n
aber neu uns begeistern
wenn wir hier
wieder in dem
frisch und kraftvoll
sprießenden Frühling
unsere nächsten
Kinder aufzieh’n
und Hunde
von der Leine lassen

was für ein Tag
was für ein Land
können wir hier leben

(c) Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Montag, 29. Juli 2013

Aus Peter Silies Jahreszeitenfundus:

*
Ist der Sommer voller Gewitter
schmeckt der Herbst weniger bitter
*
Ist der Sommer voll mit heftigem Schein
wollen wir lieber im weißen Winter sein.
*
Küsst Du mich im Sommer besonders heiß
schließt sich im Frühling ein anderer Kreis
*
Ist das ganze Jahr besonders turbulent
ein jeder danach den Nachbarn plötzlich kennt

Mittwoch, 1. Mai 2013

Ist doch 1. Mai



 
aus seinem
Grummelladen

die Sonne scheint
Vögel zwitschern
eine Nachbarin kreischt
auf Russisch in ihr Skype
keiner erschießt mich
also passt doch!

Samstag, 20. April 2013

Frühlingsleuchten




es klopft ans Herz
ein Blütenleuchten
aus frischem Grün

da kommen Tage
auf uns zu
voller Farbgewitter

Auftankgefäßchen
ihr Nektar und Ambrosia
alter Götter Gruß

das ist er
unser Frühling