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Montag, 27. Januar 2014

Der erste Schnee im Jahr



Über winzig leuchtenden Eiskristallen
unser Haus im sachten Schneegestöber
aus der Festung aus Stein zuckelts matt grau heraus
Rauch gegen ängstlich vorbeischleichenden Hauch
eines Windes in dieser ersten Winterbegegnung
im längst aufgebrochenen Jahr

da stehe ich warm verpackt mit Dir
im Garten das Glück der blitzenden Tänzer
zu fangen uns kühlend in den Nacken zu legen
lassen die Wolken dem Gestrahle der Sonne Raum
so sehr, als freue sich der Himmel mit uns die wir
den Vögeln am Häuschen zusehen beim Naschen

alles scheint in Ordnung
deckt funkelnd helles Weiß
sanft unsere Werke zu
wenn es wie heute schneit


(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Sonntag, 26. Januar 2014

Herbstgedanken im Winter


decke mich
noch nicht zu
geb keine Ruh
Blätter lass fallen
im Farbentief
unseres Herbstes
ist genug Zukunft
im Kaffeesatz
für das was uns
im Frühling
auf erblüht
schüttel das Bett
frisch auf
Bewegung lebt
wo wir bewegt 
uns bewegen

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Freitag, 10. Januar 2014

Rauhnächte



Manch Sturm erzittert unsere Enge
Fenster starren schwarz hinein
Türen nach außen jetzt der Feind

Häuser knarren, knirschen wintersam
wer es kann flüchtet zu Kaminen
horcht in der Nacht was draußen droht

Rauhnächte pfeiffen uns die Ecken
auf den Straßen Wetterturbulenzen
halten Dächer ihren schweren Stand

schreiten wir mehr stumm und stehend
hoffen auf des Frühlings Besserung
Tannengrün aus unseren Stuben weicht

verpackt zurück in Kisten alter Feste
glitzernder Kugeln Kerzenschein
nach dem Besuch der drei Weisen

in unserem selbstgezimmerten Stall
bleibt uns nur das Jahr zu suchen
dass vor unserer Türe hingeschneit

hingeregnet oder hergeweht
angestürmt oder warm geblieben
auch dies Jahr ein Wunschpaket

eingebettet sich erneut zu lieben
alte Wege wieder frei zu gehen
wartet da für uns ein Morgenkind

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Dienstag, 10. Dezember 2013

Herbst im Dezember




ach was ist es hier nun dunkel
alles nur noch Matsch und kalt
aus Straßenlicht‘s Regengefunkel
droht uns Herbstes düstere Gestalt

schon wir weichen arg beklommen
dorthin wo eigenes Feuer scheint
harren der Tage die uns kommen
in denen nur das Glück uns weint

die bunten Farben fortgezogen
der bunten Blätter musizier‘n gefloh‘n
Freud und Lust nur noch verlogen
pfeift nun des Winters kalter Ton

da strahlen Augen vor den Kerzen
tun Kinder uns ihr Wünschen kund
beginnen auch wir erneut zu scherzen
brennen sie doch auf grünem Grund

entspannen unsere müden Glieder
die Angst verbannt ins Schattenreich
singen dem Advent wir alte Lieder 
genießen Liebe warm und weich

ach Advent, altgewordene Märchenzeit
voll der Träume die man Sehnsucht nennt
nutzen wir dein‘ jährliche Gelegenheit
bis am Baum die erste Kerze uns brennt

das alte Jahr sich von uns schleicht
mit schalen Worten hohlen Blicken
neu uns das Jahr als Feuerwerk erreicht
wir dank Advent froher vorwärts blicken

(c) bild + text jörn laue-weltring, lingen 2013

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Lasst den Sommer ziehen

















Herbst

Nun lass den Sommer gehen,
Lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?


Joseph von Eichendorff

Lasst den Sommer ziehen

auch die schönste Sommerzeit
muss einmal ruhen
für des Herbstes
schönes Kleid
bis auch der der
Landschaft ihre Ruh verschafft
für des Winters prächtiges Gewand

so lasst ihn ziehen
den Sommer jetzt
gebt Ruh, sammelt
seine Früchte in deren Süße
noch seine Hitze Eure Zungen kitzelt
wie sein Aroma Eure Nasen

ja, wendet Euch dem Ernten zu
lasst Sturm und Regen Ihr Werk
verrichten nun
für ein neues Auferblühen
unter des nächsten Frühlings Rock

das dürft ihr dann sehen
das könnt ihr dann sehen
wen ihr nicht gar zu sehr
dann hinterm Ofen hockt

der Sommer, ja, war schön
aber er hat uns noch viel Schöneres
eingebrockt zum Staunen und
zum Weiterziehen

seht die Rose an dem Stock
sie will im nächsten Jahr uns größer noch
und gewaltiger erblühen, dafür aber lasst
jetzt den Sommer ziehen

(c) bild + text "lasst den Sommer ziehen" jörn laue-weltring lingen 2013

Mittwoch, 25. September 2013

Septemberspiel



holen uns die Taktstöcke aus dem Wald, vom Fluss
die Schilfrohrpfeiffen, machen mit dem Sommer Schluss
klopfend, flötend mit dem Septemberwind im Regen
so warten wir auf Dich, des Oktobers bunten Segen

packen letzte warme Sonnenstrahlen uns ein in‘s Herz
das hilft uns dann im Winter über manch neuen Schmerz
steigen vom Tal auf Berge, verpacken dort wir die Sterne
so überlebend wir spielen, singen zu des Frühlings Ferne

mischen aus Sommer uns und Herbsttagen neu die Farben
warum auch nur wegen der Jahreszeitenwechsel hier darben

Samstag, 7. September 2013

Was können wir hier leben



was für ein Tag
auf dem Land
mit seinen Feldern
Äckern, Weiden
Schafen, Kühen, Pferden
alles prallgefüllt
springlebendig
von den Jahreszeiten
gepflegt, gehegt
und dennoch
wild geblieben

was für ein Tag
was für ein Land
was für ein Leben

wird nichts davon
so uns bleiben
alles fort durch
und mit dem Winter zieh‘n
aber neu uns begeistern
wenn wir hier
wieder in dem
frisch und kraftvoll
sprießenden Frühling
unsere nächsten
Kinder aufzieh’n
und Hunde
von der Leine lassen

was für ein Tag
was für ein Land
können wir hier leben

(c) Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Montag, 29. Juli 2013

Aus Peter Silies Jahreszeitenfundus:

*
Ist der Sommer voller Gewitter
schmeckt der Herbst weniger bitter
*
Ist der Sommer voll mit heftigem Schein
wollen wir lieber im weißen Winter sein.
*
Küsst Du mich im Sommer besonders heiß
schließt sich im Frühling ein anderer Kreis
*
Ist das ganze Jahr besonders turbulent
ein jeder danach den Nachbarn plötzlich kennt

Freitag, 5. April 2013

Frühlingserwachen, 14. März 1993



Die Stadt, wie der Schatten des Baumes
im Wasser, dem sich ewig dahinkräuselnden,
die Mauern, beim Spaziergang auf dem Wall,
wer Steine jetzt wirft, erzeugt Wellen,
wird selber nass werden, unter den Bäumen,
welken die Schatten, bersten die Wurzeln,
hinter unserem Rücken, leises Seufzen,
aus den Ästen befreit sich ein neues Jahr.

Schneereste erinnern uns,
da war Frost
und dass er wiederkommt.

Montag, 11. März 2013

Wettersorgen




















am Morgen die Spuren
im Schnee werden dünner
den Frühling kratzen
Schneeschieber frei

es schweigt noch weiß
Nachtfrost hält den Winter 
fest in den Straßen
bricht er den Asphalt

heben sich Zweige schwarz 
vom Himmel ab trägt erstes
Zwitschern wintermüde 
Halme fort vom Grab













noch trägt die Welt
erheben sich die Menschen
bereitwillig in den Tag
ihn durch zu stechen

noch wird wenig gefragt
zu viel daher geredet
manch einer horcht ängstlich
in den letzten Sturm

als wären die Nordwinde
allein an allem schuld