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Samstag, 30. November 2013

Wartend auf Advent



wie die Wolken verdüstern
den Wald, schweigen wir
in der Erwartung des Windes

der Äste Knacken, der Stämme
Stöhnen kündigen ihn an
erwacht uns das Geraschel

aus dem kleine Schiffchen
kunterbunt zu Boden gleiten
was morsch ist herunterfällt

uns vor die fliehenden Füße
auf dem Heimweg, den Tee
auf zu gießen, Kerzen zu zünden

zu lauschen seinem munteren Spiel
rund um unsere Hütte mit allem
was nicht niet- und nagelfest

hocken wir beisammen froh
dieses Jahr bekommen zu haben
diesen Herbst, wartend auf Advent

geschmückt mit Waldgeschenken 
grünen Zweigen, braunen Tannenzapfen
mit kräftiger Sehnsucht Verlangen

nach Ruhe und Frieden, uns und überall

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Novembergedanken



torkelnd vorm Abendrot
entwurzelter Bäume
bunter Blätter Träume
ihre Äste arg in Not

ihrer Kronen Gesang
im Blättergefächer
rast der Sturm entlang
bei sich unsere Dächer

sehnen Stämme sich
die dunkle Ackererde
und auch ich mich
dass wieder Frühling werde

seine Wärmeschauder
uns frisch überziehen
wie der Vögel Geplauder
errötend Sonne verliehen

© bild + text jörn laue-weltring lingen 2013

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Der Voyeur



Ich liebe
die Nähe
aus der Distanz
Gefühle nur
mit Abstandshaltern
bewege mich so
wie ein unscheinbarer Fisch
in Eurem wilden Gewässer
unberührt geschützt
vor tieferen Einblicken
in meine Seele
als ein normaler
Voyeur
der Gefühle
im Bauch
der Ungewissheiten
ungezügelter Ferne
ängstlich verkrümmt
stets geborgen
ja gerettet nur
im Angesicht
Eurer Wärme
in meinem Fernglas
in meiner jeden Tag gelebten Hoffnung
Ihr seht mich nicht
raube ich Euch alles
was zu mir spricht
im gut organisierten
Versteck meiner Sehnsucht
nach Liebe

Sonntag, 29. September 2013

Eine ungeahnte Nebenwirkung






















Es geschah seit Jahren. Seit wann genau, wusste sie nicht. Es hatte einfach irgendwann angefangen, als sie beide die vierzig überschritten hatten.
Und es geschah jede Nacht. Sie meinte, sogar den Wecker danach stellen zu können.
Erst knarrte es kaum hörbar neben ihr und sie spürte seine Bewegung, wie er sich neben ihr vorsichtig und leise, um sie nicht auf zu wecken, erst aufsetzte, dann aufstand und ebenso leise aus dem Schlafzimmer schlich.
Sie wurde trotz dieser Behutsamkeit seitens seiner Bemühungen schon bei dem ersten Geräusch wach, schlief aber wieder leicht ein, nicht tief, denn sie wurde sofort wieder wach, wenn er leise zurück in ihr Schlafzimmer und um das Bett zu seiner Schlafseite schlich.
Sie bewegte sich nie, gab nicht zu erkennen, dass sie ihn hörte, durch ihn wach geworden war, dachte auch nicht wirklich darüber nach, warum eigentlich.
Vielleicht wollte sie ihn nicht verletzen, vielleicht aber auch nur nicht in Gänze erwachen, weil es ihr danach schwer gefallen wäre sofort wieder in ihren Tiefschlaf zu gelangen.
Er legte sich mit den kleinen, nur für sie hörbaren Geräusch ins Bett zurück in das Bett, flüsterte:“Ich liebe Dich!“, berührte dabei ganz leicht, kaum aber doch als warmer Hauch spürbar, ihren bloß liegenden Arm und schlief weiter. Auch sie schlief sofort nach dem „Dich“ wieder ein, tief und fest.
Trotzdem tat ihr Mann ihr leid, dass er jede Nacht zur Toilette musste, auch wenn er sich nie darüber beschwerte, aber das taten Männer ja sowieso nicht so gerne, machten lieber auf starke Kerle, es sei denn sie bekamen Schnupfen, Husten oder Bauchschmerzen.
Also ging sie zu ihrem Hausarzt und ließ sich ein Pulver gegen Harndrang verschreiben. Das gab sie ihm noch am gleichen Abend zu trinken. Es sei gesund, sagte sie und trank selber mit, hatte in ihrem Glas aber etwas ganz anderes.
In dieser Nacht schlief sie schlecht. Noch vor der Zeit, in der gewöhnlich das Bett neben ihr leicht zu knarren pflegte, lag sie wach und dies über eine Stunde lang.
Als sie endlich wieder einschlief, geschah dies unruhig und mit verwirrenden Träumen.
Das wiederholte sich nun Nacht für Nacht und sie wurde immer unausgeschlafener, bis es auch ihm auffiel und er sich besorgt erkundigte, was denn los sei. Bei der Gelegenheit berichtete er ihr, dass er jahrelang nachts habe Pinkeln müssen, dies wundersamer Weise seit ein paar Tagen aber nicht mehr. Er habe ihr nie davon erzählt, da es ihn nicht wirklich gestört habe. Im Gegenteil. Er habe sich jedes Mal gefreut, sie neben sich spüren zu können und sei deshalb wohl immer wieder sofort eingeschlafen.
Während dieser kurzen Wachphase aber habe sie immer gut und tief schlafend da gelegen. Ob sie vielleicht statt seiner nun jede Nacht?
Sie musste weinen bei diesen Worten von ihm, erklärte aber nichts, ließ an diesem Abend nur das Getränk gegen Harndrang weg und siehe, es wurde wie all die Nächte in den jahren davor. Sie wachte erst auf, als er sich bewegte und schlief wieder ein nach dem er „Ich liebe Dich!“ geflüstert hatte.

Freitag, 26. April 2013

Abschied




dein Lächeln bleibt, wie du ja weißt
wie Rosen aufrecht in der Vase stehen
wird mit mir es durch manch Tage gehen
bliebe da nicht eine Sehnsucht, die beißt

 


verzweifeln lässt, als wär ich aufgewacht
in einem anderen Leben als böser Traum
schwimmend in giftigem Abwässerschaum
ist‘s Dein Abschied, der mich so traurig macht


wo nun Geister aus Beton entsteigen
vermisse Blume ich, Blatt und Baum
was Du mir bist nicht nur im Traum
unser Wunder uns im Arm beim Reigen

wartet ein Dorfplatz dicht bei unserem Glück
gewohnt geschmückt und aufgefahren
was von Deinen Wünschen wir erfahren
sehnt so meine Liebe Dich alsbald zurück

Montag, 25. Februar 2013

Unbesiegbarer Frühling



Jedes Jahr das gleiche Wunder
da zählt kein Eis, kein Schnee, kein Frost

Nur wir Menschen frieren und frieren
spenden uns diese Blumen auch ersten Trost

Text und Bild: (c) Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Wo sind jetzt die Wetterfrösche

 Wo sind jetzt die Wetterfrösche,
hallo, ich, der Frühling
will nun endlich wachsen!
( Bild: (c) Jörn Laue-Weltring 2013)

Sonntag, 24. Februar 2013