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Dienstag, 21. Januar 2014

Am alten Kanal



diese Wellen, die nicht rauschen
Wind der in Platanen stille steht
schnuppern Hunde leise Kiesweg
weiden müde Beine ihnen zulieb
Containerkähne angemessen tuckern
zwischen Möwen gleitend vorbei

wie hier alles sich fängt in plätschernd Ruhe
Wasser und Weg von weit her nach weit hin
wie der Bäume Schatten behäbig ruhen
auf sanft atmenden Kanals Formenspiel
beginnt auch die Nacht hier milde glitzernd
als feiner Sternenspiegel Wassers Glanz

find ich meine Seele hier, treib den Freudentanz
von der Stadt entfernte Töne, Fledermäusen gleich
bleibt der Weg hier unverwundet schreckenlos
hält dieser Anblick Herz und Augen warm
wenn des Himmels Wolken mit den Schatten
alter Bäume sich zusammen betten in die Nacht
nehm ich meine Beine hundelos, neu Kraft getankt

für Stadt und Land, die sanft durch den Kanal geteilt
für mein weiteres Tagesmühen und Nachtgedenken
lass hinter mir Staunen, Stille, gutes Treiben, Fluss
des Wassers als Wirtschaftsbetrieb Natur geworden
der nicht nur den Kähnen Tragfähigkeit verleiht
wie den Schwänen, Möwen, fliege ich gestützt davon

sanfter Wellen schlagend, erleichtert nah beim Grund
froh, dass nicht alles, was wir uns so schaffen
Zerstörung heißt oder erbärmlich Untergang
manches dem Profit gebaut trotzdem Frieden gibt
der Jahre Wechsellust, naturverbunden wunderschön
flüstert mir der Kontinent im gezähmten Wasserstrom

auch sein unsichtbares Leid, die Enge die ihn treibt
trug lang vorher er auch das Blut noch in die Meere
in sich das Gift so vieler Fabriken und Motoren
trug auch die Schiffe mit der Ladung für den Krieg
die schwer Verwundeten, die der uns übrig ließ
danach Giftfässer für neues Leid und Sterben

lächelt er mir alters milde nun in die Erinnerung
„Komm wieder. Ich bin da, wenn Ihr mich braucht.
So wie ich könnt Ihr auch werden, ohne Arg
des Lebens Last zu tragen, ohne Gier und Hast
haltet Frieden, meidet Krieg, lebt nur von dem
was Ihr selber schafft, dafür schenk ich Euch die Kraft.“

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014


Montag, 23. Dezember 2013

Wenn wir es zulassen


es ist nicht
der Tannenbaum
es ist was er
uns ermöglicht

es ist nicht die Liebe
es ist was sie in uns öffnet
es ist nicht die Zeit
es ist was mehr ist

als tote Vergangenheit
leere Zukunft
sie ist was wir
daraus wachsen lassen

es war wenn
wir es zulassen
vergebliche Liebesmüh
im Auge des Orkans

schnöder Profite
Zuckerstangenlutscherei
ist es was wir
zulassen

da es ist
jedes Jahr neu
eine Chance dafür
oder für die Liebe

auf Erden
ein Friedensfest
untergehakt mit den
Opfern und Armen

ist es so vielleicht auch
der Tannenbaum
der uns fröhlich
mitsingen lässt

(c) bild + text jörn laue-weltring, lingen 2013

Samstag, 13. April 2013

Diamantenschleifer



Fürchte
immer noch die

die Diamanten
schleifen

bis sie keine
Edelsteine mehr sind

nur Bohraufsätze
zur Förderung

geröllhaften Profits