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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Gefahren im Sand







aus
Peter Silies
Grübellade:



wenn wir
die Flüsse überqueren
stolpern wir nie
über Steine und Wurzeln
im Sand

warum sind wir dann
trotzdem
so wasserscheu
was fürchten wir
die Tiefen
angesichts der Ufer
Gefahren

Sonntag, 8. September 2013

Die Meister des Herbstes



der große Dirigent begann leise
seine Musik des Wassers an den Seen
ließ dann die Flüsse schneller werden
aus kleinen Glitzerhügeln ein wogendes Gebirge
langsam sich hoch wühlen das Meer
erst nur die Blätter rascheln dann
gewaltiger schlagen die Äste der Bäume
die Seen an ihre Uferpromenaden trommeln
die Flüsse ihre Wellen über die Brücken
das Meer mit Schaum über die Dünen
streichen, immer mehr, bis die Dächer der Häuser
wie Beckenklang auf die Straßen prallten
Stämme knackten, barsten, brachen, Mauerecken
erst priffen, dann heulten, Ziegel irrwitzig im Takt dazu
hüpften, Glas knirschte, dann klirrte im Parallelklang
zum Scheppern der Bleche und zerschellendem Porzellan
die Symphonie endlich alle Geräusche einsammelte und
zusammenband, die ihr Komponist zu Wasser und zu Lande
finden konnte und mit sich gerissen hatte, die Zuhörer
erschrecken und vor Angst erstarren ließen
da sogar die Sonne mit dem Mond
zu tanzen schien, eine schwerblütige Dunkelheit
über alles herfiel

bis er dann aber
kleinere Töne, mehr Dur als Moll
hinein zauberte mitten in das größte Getöse
Stampfen und Krachen, wie das Flüstern
der Mäuse auf den Dachböden und ihre
Trippelschritte im Heu, dazu langsam erste
ganz feine Sonnenstrahlen wie Seidenfäden
in der nachtgleichen Schwärze wie Edelsteine
funkelnd, das neues Licht erschien
die Fäden stärker wurden, goldenen Armbändern gleich
auch die Wellen sich streckten, sanfter anschlugen
Äste sich nur noch leicht berührten, Dächer
langsam sich zur Ruhe schaukelten, auf den Seen
ein sanftes Kräuseln nur noch ihre silbernen Tücher
humorvoll glucksend das Meer, so es
das Land kaum noch hörbar verließ, sich verbarg
im Teppich mit tanzenden Kronen aus Schaum
während die Besucher dieses Konzertes
tief durchatmeten, sich ansahen
froh, noch einmal lebend
davon gekommen zu sein
sich in warme Kleidung hüllten
draußen den Rest des Tages zu besehen

später meinten sie nur: „Die Aufräumarbeiten
haben länger gedauert als das ganze Konzert.“
So ist es eben hier seit Urzeiten, der Kunst
fällt es schwer, Gefallen bei den Leuten zu finden
aber vielleicht nimmt sie einfach
auch zu wenig Rücksicht

Donnerstag, 5. September 2013

Morgenröte zwischen Sommer und Herbst



wenn jetzt die Nebel über die Lande ziehen
im Morgentau der späte Sommer grüßt
Vögel uns am Himmel zeigen wie viel
sie sind, gen Süden fliegen im lauten Schwarm

genieße ich an meinen nackten Füßen
den kühlen Sound des Grases, genieße wie
nur im Altweibersommer der Morgen
die Jalousien kühlender Nächte hochzieht

jetzt am See, jetzt auf den Wellen der Meere
versinken im Erotikspiel stummer Vereinigung
von Morgenröte und Wasser, kein Weihnachtsbaum
ihrem fröhlich funkelndem Glitzern gleicht

können nur die majestätischen Bergspitzen mithalten
bei der Feier des schillernden Jahresfluges
begnüge ich mich dennoch still in meinem Garten
horche, welche Vögel ausharren hier mit mir

wandere durch die Farben, prüfe Früchte
kann den Herbst kaum noch erwarten
genieße den Sommer als schöne Erinnerung
genieße das Jetzt, den Morgen, den Garten

Mittwoch, 8. Mai 2013

wasserstark erdverbunden



wasserstark
erdverbunden
hochgekommen
frei geschwommen

wieder eingetaucht
Dich gefunden
wasserstark
erdverbunden

weiter geschwommen
Wasser getrunken
Erde aufgerissen
umgepflügt wasserstark

der Feuer Brände gelöscht
in der Wellen kräuselnde
Spiegel uns stets neu
wieder gefunden, erkannt

wasserstark
erdverbunden
hochgekommen
freigeschwommen

* (c) Bild + Text Jörn Laue-Weltring 2013

Freitag, 4. November 2011


Wasser war in Europa schon öfter ein Problem und wurde bisher in den Geschichtsbüchern verschwiegen. Da interessieren Dynastien von Königen und Päpsten aber nicht der jeweilige Zustand der Natur.
Bevor Kolumbus nach Amerika aufbrach hatte Europa seine Flüsse und Bäche vergiftet, die Fische vernichtet (Was den Aufstieg der Hanse begünstigte, die Kabeljau und Stockfisch als Ersatz lieferte).
Die Wälder waren abgeholzt und boten kaum noch Tiere und Holz für den riesigen Bedarf des Kontinents. Teile Europas drohten zu Wüsten zu verkommen, Hügel wurden kahl.
Als die Europäer dank Kolumbus und Isabells von Spanien die Flüsse, Bäche und Wälder in Amerika sahen, kamen sie aus dem Staunen nicht heraus. Es kam ihnen vor wie das Paradies, konnten sie doch schon lange nicht mehr in ihren Gewässern auf den Grund und Fische sehen.
Zu Hause trank die Familie Bier oder Wein um sich nicht am Wasser zu vergiften.
Erst nach der Begegnung mit den Türken vor Wien stellten sie langsam auf Kaffee um, vor allem, weil die europäischen Militärs erkannten, dass ihre Biertrinker nicht so fit waren wie die türkischen Kaffeeetrinker.
Auch die Kinder bekamen noch lange danach als Getränk Alkohol. In unseren Geschichtsbüchern nicht zu finden.
Und so verwundert es mich auch nicht, dass heute bei allen Katastrophenmeldungen Wasser fehlt. Dabei sind die ersten Kriege wegen Wasser schon geführt worden.
Wasser ist unseren Nachrichten nur wenig Zeit wert, und nur dann wenn es im Überfluss auftaucht und Überschwemmungen anrichtet. Das aber verzerrt die Wirklichkeit der Welt. Viele Menschen haben bereits zu wenig Wasser und das gilt natürlich auch für ihre Betriebe und Arbeitsplätze. Ohne Wasser ist nicht nur nichts zu trinken da sondern auch keine Landwirtschaft und kein Handwerk und keine sonstige Produktion.
Und so schleppen wir nicht nur die Klimaerwärmung aus dem letzten Jahrundert in das neue weiter mit sowie den Palästinakonflikt und die Herrschaft der Spekulanten, sondern auch das Wasserproblem. Es gibt auf unserer Erde bisweilen zuviel durch den Klimawandel und gar nicht weit von den betroffenen Regionen entfernt ist bereits zu wenig, gar kein oder nur verseuchtes Wasser vorhanden.
Werden unsere Enkel oder Urenkel also eher versinken mit ihren Heimstätten und ertrinken oder verdursten, bzw. mangels Wasser nichts mehr herstellen können? Wahrscheinlich droht ihnen beides. Daher machen mir 7 Milliarden Menschen auch weniger Angst als das Wasserproblem.  Geboren werden ist eine Sache, Überleben eine andere. Die Weichen für den 7.Milliardsten Erdenbürger sind schlecht gestellt. Aber noch können wir sie umstellen. Wenn unsere anderen Krisen und Konflikte uns nicht den Blick dafür verstellen und die Energie rauben. Es ist ander Zeit: Lasst uns über das Wasser reden und für das Wasser etwas tun.
Einst kam das Leben aus dem Wasser auf das Land. Sollten wir wirklich bereit sein wegen einigen Profiteuren und Kriegsgewinnlern die Menschheit am Wasser zu Grunde gehen zu lassen? Und mit ihr alles was auf dem Land lebt?