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Montag, 9. Dezember 2013

Welthandelsabkommen


freut sich laut der
Exportweltmeister
über einen Vertrag
mit fallenden
Schranken
und Kosten

haben sich 
Volksvertreter
anderer Staaten
wodurch
warum auch immer
über einen
großen Tisch
ziehen lassen

werden künftig
dank ihm
noch weniger
Anlass haben
zur Freude 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Freitag, 17. Mai 2013

An der Kreuzung



Wir trafen uns nach längerer Zeit und hatten spontan beide das neue Café an der Kreuzung im Nirgendwo zwischen unseren Wohnorten vorgeschlagen. Und da hockten wir nun zufrieden, bedienten uns am Büfett und sahen durch die große Fensterfläche zur Kreuzung hin.
Ein LKW nach dem anderen glitt dort vorbei. Früher, als Kinder, hätten wir wahrscheinlich Strichlisten geführt mit den Herkunftsstädten und Herkunftsländern der Transporter.
Im sogenannten gesetzten Mannesalter sahen wir nur stumm ihnen nach und schüttelten den Kopf. „Wahnsinn!“, „Ja!“
Wie war das zu stoppen. Der Brenner, ja, der ist schon lange Verstopfungshöhepunkt, Und die Autobahn zwischen Hannover und Osnabrück der reinste Wahnsinn.
Dann diese Baustelle zwischen Hamburg und Bremen, eine unendliche Wand von LKWs Stoßstange an Stoßstange, mühsames, gestresstes Vorbeischieben. Hatte wirklich kein Vergnügen bereitet.
„Blumen aus Amsterdam!“ Ja, da kamen sie auch noch her, vom Flughafen oder aus Rotterdam aus den Schiffen in Containern. Und dann rauf auf die LKWs und die Straßen.
Jetzt wollen sie die Kanäle reaktivieren, erweitern, Brücken hochsetzen. Ja, alles Wahnsinn.
Egal was wir kaufen, tausende Kilometer drin, hin und zurück, erst als Teilchen, dann als Ganzes. Ja und das mit allem was transportieren kann und Kraftstoffe verbraucht. Viel Kraftstoffe.
Und dann noch dahin, wo es gar nicht gebraucht wird, mit Schleuderpreisen auf die Märkte getrieben und alles andere platt gemacht. Ja, mit allem, Schuhen, Klamotten, Fleischresten, allem.
Sahen wir so den LKWs hinterher, schwiegen, sprachen, schwiegen, fühlten uns plötzlich älter, schwerer und ohnmächtig, Fäuste geballt neben den leergegessenen Tellern.
Wollten wir nicht! Nein, so nicht! Was dann? Was nun?
Wieder mehr regional produzieren! Ja! Regional und lokal, vor Ort, was vor Ort möglich ist.
Bringt auch bessre Arbeitsplätze! Ja!
Wie dahin kommen? Vorurteile abbauen, wir wollten zurück in die Steinzeit. Ja! Wünschten uns altes ärmliches Bauerndasein zurück. Tun wir nicht! Nein!
In Bayern gibt es Modelle! Ja in Baden Württemberg auch! Und in Niedersachsen? Wenig!
Sollte geändert werden. Neue Regierung! Ja, durch die neue Regierung! Zum Beispiel durch finanzielle Unterstützung regionaler Herstellerbünde und Genossenschaften, wie im Süden. Ja!
Was noch? Schwer zu vermitteln! Nicht mal gedichtetauglich. Nee, nicht lyrisch zu fassen. Und Bilder? Schwierig, durch Collagen vielleicht. Sperriges Thema. Ja!
Weltweit! Ja!
Auch bei einsetzender Dämmerung riss der Fluss an LKWs nicht ab. Wir starrten durch die Scheiben und tranken einen letzten Tee.
Wahrscheinlich aus Indien?! Oder Sri Lanka? Bangladesch soll auch welchen ausführen. Ja, aber Tee wächst hier bei uns nun wirklich nicht. Nein, Tee nicht. Und Kaffee auch nicht! Nein! So wenig wie Bananen. Die müssen schon über den Ozean!
Aber Äpfel, die nicht! Oder Birnen, Erdbeeren!
Hopfen gibt es wieder satt in Bayern. Demnächst also mal auf Bier? Ja, auf ein Bier!
Die Nacht an der Kreuzung nahm uns auf mit ihrem LKW-Gebrumm. Mühsam schlängelten wir uns in die Kolonne ein. Er nach da und ich nach hier. Dann war das Treffen vorüber und wir fort, das Gebrumme der Brummis noch lange im Ohr.

Donnerstag, 16. Mai 2013

„Arbeit macht frei“



(zum Bild: Kinderarbeit in Indien)

Vernichtung durch Arbeit
ein System aus meinem Land
nach der Stilllegung der Öfen
und Gaskammern ungerührt
in die Welt getragen noch immer
unter der perversen Überschrift
„Arbeit macht frei“ ob in den
Textilfabriken von Bangladesch
oder den Erzminen Lateinamerikas
auf den Teeplantagen Indiens
oder den Zuckerrohrfeldern
der Philippinen



„Arbeit macht frei“ heißt nicht 
„macht gesund“ oder gar „reich“
geschweige denn glücklich
oder weniger arm wer das 
überlebt singt andere Lieder 
und fragt: verdammt
wen macht diese Arbeit „frei“
von was und verflucht 
für wen?



Sie können nicht glauben
dass wir diese netten Menschen
in ihren kleinen Fernsehern
es sind und nur auf den Preis
sehen den wir bezahlen
für sie ab und zu ein paar
Spenden nur übrig haben
nie mehr als ein paar
kurze Augenblicke wenn sie
für Sekunden durch unsere
Nachrichten geistern


Savar



Über tausend Tote
einkalkulierte
Kollateralschäden
für 700.000 Taka
(7000 Euro) pro
Todesopfer

oder

von oben
gebilligte
fahrlässig
in Kauf 
genommene
Tötungsdelikte
einer Mafia
im Dienste
des vornehm
eingestrichenen
Shareholder Values

Geiz ist geil
Nein, Mord!

Samstag, 6. April 2013

Gierige contra Hungernde



mit gepflegtem
Hunger sättigt
oft sich der Gierige
mittels der Nahrung
derer die wirklich
hungernd sind

beschwert sich dazu
wenn sie die Krümel
von seinem Tisch
ihren Kindern hastig 
in die Mäuler stopfen

ohne echte Wahl
auf bessere
Ernährung