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Mittwoch, 5. Februar 2014

Mit der Axt im Holze


Die Vögel lugten kaum hervor
Er quält sich schon, er schuftet toll
meint so würd sein Glück am Abend voll
kam sich dabei recht prächtig vor

da fiel das Laub, danach auch Schnee
er wurde schlapp, sein Geist ihm matt
er, der all die Jahre gearbeitet hat
durchlebte nur noch „Ach“ und „Weh“

der Frühling kam, vor seinem Tor
beschien die Sonne bleich den Toten
ungespiegelt von der Axt in seinen Pfoten
die Vögel lugten kaum hervor


vom Burnout zum Bornout


suchte ich die Ruhe, nicht sie mich
paddelte dabei ganz fürchterlich
wie einst in Strampelhosen
den starken Tagen, den famosen

schwamm nur noch auf trüb‘ Gedanken
den allerletzten morschen Planken
für wunde Seele, müdes Herz
tiefer Angst und bittrer Schmerz

grüßt mich kein Land weit aus der Ferne
nichts was ich hier jetzt und gerne
in alter Manie noch ansteuern mag
wo einst meiner Hoffnung Mühen lag

sprach leis zu mir das wilde Meer
mache es Dir doch nicht so schwer
vertraue mir, lasse Dich treiben
wirst sehn, wirst oben bleiben

leicht kann‘s Meer das zu mir sagen
doch ich, ich muss allein es wagen
bis alle Kraft mich doch verließ
trotzdem nichts weiter mir zustieß

gleit ich heut sanft, ganz ohne Hände
überlasse anderen die steilen Wände
lass mich auch fallen in Deinen Armen
fand so Ruhe, mit mir selbst Erbarmen


Montag, 20. Januar 2014

Wären wir doch, würden wir



ach, könnte ich doch Buchhalter sein
nicht unbedingt von Beruf
nein, nur als Typ so sein
jahraus, jahrein Gelassenheits
Ruhe verströmen, nicht aufbrausend
hektisch die Arbeit aufblasen
verbittert ermüdet mich aufraffen
erneut mit Arbeit zuzuschlagen
könnte ich doch, ach, ein Buchhalter sein

oder wie dereinst an der Weser Hügel
auf dem Trecker die Weiden abfahren
zwischen Hochwald und Wesertal
die Jahreszeiten gelinde erfahren
dem Himmel danken und dem Tag
wie ich da so jung auf dem Trecker saß
ja, könnt ich sein ein Bauersmann
tun was anliegt, nicht weniger, nicht mehr

und bin doch dieser Springinsfeld
ein Unruheherd im Hürdenwahn
ausgelaugt und ständig aufgezäumt
und doch auch gern das was ich bin
in der Trauer traurig, im Zorn zornig
in der Liebe liebevoll, allen Gefühlen
offen und zur Umwelt stets bereit
mit offenen Augen, weitem Herz
bringt gerade das mir auch den Schmerz

und doch wünsch ich mir und mir die Lieben
die mich in meinem Spannungsfeld umgeben
ein bisschen mehr Buchhalter und Bauersmann
ein bisschen ruhiges Treckerfahren und Sitzen
bei Tisch, im erblühenden Garten vorm Haus
mehr Gelassenheit im Leben und weniger Aufbraus
bei des Lebens bitterem Spiel der Ungerechtigkeiten

vor allem würde ich viel lieber nur zu essen kriegen
was nicht eingesperrt, beraubt der Schönheit dieses Lebens
was nicht die Böden frisst und die großen Wälder
würde gerne Kleidung tragen die nicht die Trauer
von Ausbeutung und moderner Sklaverei in sich haben
würde, würde, ach so viel gern anders sehen
und mit einer friedlicheren Welt weiter ziehen

wären doch die Welt und ich nicht so wie wir sind
und gelegentlich ein bisschen mehr von dem
was wir auch in uns tragen, Liebe, Schönheit,
Segen der Wandelbarkeit, Wunder zu erschaffen
wären wir doch, was unsere Sehnsüchte uns verraten
eher zufrieden und das mit liebender Gelassenheit

(c) bild + text jörn laue-weltring lingen 2014

Samstag, 2. November 2013

Hamster wir im Rad


das was die Steine
unter unseren Füßen
uns nicht verraten haben
war uns egal
im freien Spiel
unserer Kräfte
wussten wir bereits
uns anders zu wehren

wussten
jede Kammer
hat eine Tür
sie zu verlassen
für alle Zeit
irgendwann
nach den Zeiten
strikt
ausbedungener
Ablieferungseinheiten

suchen wir trotzdem
heute noch
trotz der Jahrzehnte
dazwischen
den Schlüssel
für unsere
Heimatlosigkeit
und all dem
wofür wir uns
heute verrennen
Hamster wir im Rad
nicht viel weiter gekommen
als damals auf den Steinen
in kurzen Hosen
fröhlich brennend

Montag, 28. Oktober 2013

Wir könnten



ich könnte
das Laken
jetzt von Dir
nehmen
Dich streicheln
zwischen Nachthemd
und Haut

könnte weiter
meine Finger
auf Dir
rum gleiten
lassen
das Nachthemd entfernen
wo es mich stört
Deinen Körper
besuchen
Wo er sich öffnet
mir entgegenstreckt
Wölbungen
mit Knospen
mir anbietet
könnte Dich
küssen dabei
auf Deinen Mund
die Zunge
tanzen lassen

das könnte ich
jetzt hier
neben Dir
im Bett unserer
Erholungsetage
zwischen den
Arbeitstagen
Heimputzversuchen
könnte vor allem
„Ich liebe Dich“
flüstern
in dein Ohr
und nach
eifrigen Bemühen
in Dich eindringen
hinein stoßen
Dich umarmen
wenn es
aus uns heraus
bricht
wir bebend

aneinander festklebend
uns hilflos
küssen
abwarten
erhoffend
das was war
ewig hält und
wahr ist
Liebe reinster Glut

So könnte ich
mich an Dich
schmiegen
den Gute-Nacht-Kuss
Dir geben hinter
Dein linkes Ohr
mich dann zurückziehen
in den erschöpften Schlaf
fallend wie Du

träumen wir jedoch
seit Monaten
nur von alledem
was uns abhält
uns zu lieben
zu berühren
den Liebesrausch
zu schenken
die Säfte
die nur unser Körper
an zu rühren vermag
träumen wir
unseren eigenen
Tod
unfähig
ihn auf zu halten
durch unserer
Liebe Fingerfertigkeit

Samstag, 6. Juli 2013

Treten



Tretmühle! Tretmühle! Tretmühle!
 ....
hineintreten, hineintreten, hineintreten

kann man
auch
mal raustreten

wegtreten, wegtreten, wegtreten
zum Austreten
tret Mühlen, tret Mühlen, tret Mühlen

Sonntag, 31. März 2013

Krone des Daseins



sind wir geschunden auch vom Gezische
der Zeiten Zahnräder die nie stille stehen
wund an Worten Gesten Blicken überall
nimm meine Hand lasse uns hinaus gehen

wo Wald Feld und Wiesen wie früher warten
dort ausharren für uns die Morgende mit Tau
auf den Zähnen das Blattgold jeden Neuanfangs
der Verstand uns lockt aus frischen Brisen

zu einem neuen Spiel im lebendigen Gras
wo sie den Gefühlen die Füße waschen ja küssen
den Strohhalm der Hoffnung vor sich her tragend
uns schon lange mit dem Wackeln der Baumkronen

betrachten sich wundern über unseren Lebensmut
da lasse uns sitzen Stille einkehren uns anfassen
für Momente des Selbstseins Krone des Daseins
uns küssen erneut ein Herz fassen für die Straße

unseres Lebens im verplanten Solls fixierten Minus

Mittwoch, 27. Februar 2013

Arbeitsstress











wer zu viel des Guten tut
erntet dabei oft Verdruss
heftige Kritik findet schnell
Forderungen vor
nach noch viel mehr

gehen dabei auch
Familienleben, Freunde
Seele und Gesundheit drauf

wem aber nur einmal
etwas gut gelingt vor aller Welt
fällt sofort positiv auf
findet rasch größte
Aufmerksamkeit
und Lob

Moral von Geschicht‘
Ich find sie nicht