(c) all rights reserved by jörn laue-weltring lingen 2013
Posts mit dem Label Film werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Film werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 29. Oktober 2013
Video: wir könnten
(c) all rights reserved by jörn laue-weltring lingen 2013
Labels:
Alter,
Erotik,
Film,
Gedicht,
Laue-Weltring,
Lyrik,
Poem,
Poetry,
Rezitation,
Video
Standort:
Lingen (Ems), Deutschland
Video: Ein Bankenbesuch mit Folgen
(c) all rights reserved by jörn laue-weltring lingen 2013
Labels:
Banken,
Bankenkrise,
Börsencrash,
Erzählung,
Film,
Finanzkrise,
Fonds,
Humor,
Inflation,
Kurzgeschichte,
Laue-Weltring,
novell,
Pleite,
Rezitation,
Satire,
Short Story,
Video
Standort:
Lingen (Ems), Deutschland
Dienstag, 24. September 2013
Alles in GFD
Sie wollen wissen, wovon ich meinen nicht gerade
bescheidenen Lebensaufwand bestreite? Nun, gerne erzähle ich es ja nicht, nein,
nichts was verboten wäre, aber es ist, nun ja, etwas geschmäcklerisch.
Am besten ich fange ganz von vorne an, damit sie mich
besser verstehen.
Es war Anno 2014, ja genau, damals als wir ein halbes
Jahrhundert zu spät Orwells “1984” endlich umgesetzt hatten, aber noch dabei
waren Huxleys “Schöne neue Welt” zu verwirklichen, da war ich auf der Suche
nach einer festen Existenzgrundlage.
Unser zweites Kind war unterwegs und wir hatten
gefallen daran gefunden, an Kindern meine ich, und wenn wir mehr Kinder wollten
und für die ein schönes großes Haus zum Spielen, dann mußte ich mir schon etwas
sehr gescheites einfallen lassen.
Die Idee kam mir nach dem Besuch der neuesten
Disney-3D-HD-Produktion im Kino. Von dem Film selber weiß ich nicht mehr viel,
allerlei Geräusche, fliegende, rasende Objekte halt. Die Handlungen, nun, die
waren schon länger verpönt. Viel zu streßig denen zu folgen. Aber in dem Film
spielte ein großer Brand eine Rolle, die ganze Stadt brannte, war damals so
üblich. Und ich hatte ein Gefühl in meiner Nase, als wenn ich den Rauch mit
allen seinen chemikalischen Zutaten und Vorgängen riechen könnte. Und das war
es.
Ich war mir hundertprozentig sicher, dass GFD kommen
würde und die Filme wie die Kinos, nicht zu vergessen das Fernsehen,
revolutionieren würde. Und ich würde in dieser Revolution meinen Platz finden.
Blieb nur die Frage wie.
Irgendwelche sonderlich ausgeprägten Fähigkeiten,
geschweige Qualifikationen für die dafür kommende Branche besaß ich eigentlich
nicht und es fiel mir auch rein gar nichts ein, was ich dort gewinnträchtig
einbringen könnte. Aber mein Urgroßvater fiel mir ein, der in der Mitte des
letzten Jahrhunderts nach dem großen Krieg sein Geld mit Schrott gemacht hatte.
Und sein Sohn, mein Großvater, der das wieder aufnahm, nur anders, als das Recycling
und die Mülltrennung Furore machten. Und ich, wer war ich?
Deren Enkel, beziehungsweise Urenkel! Also!
Ich machte mich sofort an die Arbeit, suchte mir über
das Internet ein paar schlaue aber finanziell und rechtlich unbedarfte Jungs,
versprach ihnen das Blaue vom Himmel und da ich ihm den Namen “das neue Silicon
Valley” gab, folgten sie mir brav. Was taten wir?
Nun, wenn sie heute in ihr Kino gehen und aufgrund der
starken Gerüche durch das Super-GFD plötzlich kotzen müssen, ihnen das aber
eher gefällt, weil es dazu gehört, dann verdanken sie das mir und meinen
damaligen Jungs. Die habe ich natürlich längst gefeuert. Wollen alle immer nur “Beteiligung”,
weiß gar nicht was das sein soll und warum.
Und wenn sie auch zu Hause im Kreise ihrer Lieben ihre
Lieblingsfilme in GFD genießen trotz Kotze und Spucken, dann profitiere ich und
längst schon unsere 12 Kinder. Leider nicht meine Frau, die ist zusammen mit
dem 13ten bei der Geburt auf der Strecke geblieben. Vielleicht hatten wir uns
da doch zu viel vorgenommen.
GFD? Geruchs-Fernsehen-Deutschland! Toll, nicht? Wer
hätte das nach 3-D und HD noch für möglich gehalten damals. Ja GFD. Diesmal
fand das “Silicon Valley” in Deutschland statt, denn mit Gerüchen kennen wir
uns hier spätestens seit dem Mittelalter bestens aus. Denken Sie nur an die
Hexenverbrennungen, die Pest, der Kot in den Straßen, die Pisspötte unter den Betten,
den Rauch über dem Ruhrgebiet oder die lange verseuchten Flüsse.
Wir hatten den Big-Point gefunden und nicht mehr aus
der Hand gegeben. Und ich war mitten drin.
Was soll ich Ihnen sagen: sobald es richtig losging,
hatte ich den ersten “Kotz-Dir-die-Seele-aus-dem-Leib-Filter” mit
automatischer, geruchsloser Entsorgung serienreif auf den Markt gebracht.
Unschlagbar. Vor allem, da ich bereits mitbekommen hatte, dass die Leute nach
dem Genuss dieser Filme von allen Gerüchen die Nase voll hatten, was, wie Sie
sicherlich noch wissen, zum völligen Kollaps der Parfüm- und Aromaindustrie
geführt hat. Und meine Geräte vertrieben den Geruch seitdem erfolgreich aus den
Häusern, den Autos, den Straßen, ja sogar den Schulen und Fabriken. Sie
eleminierten sie sofort bei ihrem Entstehen, wirklich alle Gerüche in der Umgebung.
Aber natürlich nicht die im Kino. Dann wäre der Spaß am GFD ja vorbei gewesen.
Da sorge ich nur dafür, dass Sie nach dem Verlassen des Kinos keinen Geruch
davon an sich wahrnehmen können.
Was mit den Gerüchen geschieht? Psst, aber nur wenn
Sie es niemanden verraten: Die sammele ich alle ein, denn irgendwann wird
niemand mehr wissen wie etwas wirklich gerochen hat und dann verkaufe ich sie,
in kleinen Portionen. Ein Riesengeschäft wird das, glauben sie mir. Aber psst:
Noch gibt es in dieser Welt zu viele Gerüche, die mir entkommen sind und zu
viele Quertreiber, ja die zum Beispiel von der Bewegung “Wir riechen selbst!”. Aber
um dieses nächste Geschäft wird sich einer meiner Enkel kümmern dürfen. So,
jetzt wissen sie es.
Wie man die Branche nennt? “Entsorger”,
ja, so wie bei meinem Urgroßvater und meinem Großvater. Leider ist unsere Branche
immer noch nicht gut angesehen. Deswegen weiß auch niemand außerhalb meiner
Familie und der Firma, wer und was ich bin. Sie verstehen schon, wegen den
Gerüchen und auch ich habe doch wohl das Recht, mit Respekt behandelt und gemocht
zu werden.
Labels:
3-D,
Fernsehen,
Film,
Gerüche,
Gestank,
HD,
Kurzerzählung,
Kurzgeschichte,
Laue-Weltring,
Nase,
novell,
Short Story
Standort:
Lingen (Ems), Deutschland
Donnerstag, 14. März 2013
Rosemarie Fendel ist tot!
Ich bin traurig.
Nach Dieter Pfaff nun auch sie, die große kleine Frau, vor allem im Alter, die so klein, scheinbar zerbrechlich spielen konnte, und zugleich ihre ungeheure Kraft und Intelligenz uns spüren ließ.
Eine Große die Große mit großer Leidenschaft und Einfühlung plus Können synchronisiert hat wie Elisabeth Taylor in ihren besten, künstlerischen Filmen und selbst mit deren späteren Ehemann Richard Burton einen Film drehte.
Rosemarie Fendel mit Richard Burton in "Blick zurück im Zorn"
Wie ähnlich doch die damaligen offiziellen Bilder, in "Red River" mit Montgomery Clift
Eine Frau die über Widerstände hinweg Filme wie "Momo" und "die Unendliche Geschichte" ermöglicht hat, die Hörspiele und Texte im Radio zu Erlebnissen werden ließ, die selber Stücke und Theatergeschichte schrieb. Eine wahre Rund-Um-Künstlerin mit Witz, Charm, Ironie und Kraft, der unsere Realität nie gleichgültig war. Eine, die zwischen allen Stühlen das wahre Herz der Kunst gepflegt hat.
Vor allem ihr Spiel wird mir fehlen, ihr hintergründiger Humor, ihre Art von Weisheit, ihr bis zum Schluss spürbarer Widerstand gegen die Zumutungen und den Irrsinn unseres Treibens mit dem Planeten und dem Leben.
Mit Hans Clarin
Du warst eine großartige Frau, die ich immer gerne gehört und deren Spiel ich stets fasiziniert genossen habe. Chapeau!
Abonnieren
Posts (Atom)






