Posts mit dem Label Paradies werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Paradies werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 28. November 2013

Gegen Kälte und Wind


ach die Kälte, die mir
die Knochen rubbelt
mit dem Wind, der sich
auf meiner Haut reibt

was vermögen sie
gegen diese Wärme
aus Deinen Augen
die mich anstrahlen
als wäre ich
unter der Wolken
düsterem Geflemme
der Liebe Garten Eden

ein Lichtstrahl nur
und doch für mich
eines ganzen Himmels
warmes Paradies

Donnerstag, 14. November 2013

Mangelnde Erkenntnis


Kaum hatte Eva Adam den Apfel gegeben und er ein großes Stück heraus gebissen, da bekam er schon zu ihrer und seiner Überraschung einen großen Ständer. Beide wussten zuerst überhaupt nichts damit an zu fangen. Vorsichtig näherten sich ihnen die Tiere, die ebenfalls durch den Apfelklau neue Gefühle bekamen und hofften, die beiden Menschen da könnten ihnen zeigen, was damit an zu fangen sei.
Zu Evas Entsetzen kam Adam recht schnell auf eine Idee, die ihr aber gar nicht behagte. Er bekam große gierige Augen, als wäre sie nun für ihn der Apfel. Als er sie zu sehr bedrängte, floh sie in ein Gebüsch, sich dort mit Blättern zu bedecken. Das hatte sie nie zuvor getan und wusste auch jetzt nicht so richtig warum. Aber es schien zu helfen. Adam beruhigte sich etwas, wenn auch der Ständer unverändert zu ihr hinwies.
Die Tiere hatten das gesehen, die Weibchen zierten sich wie Eva und die Männchen umrundeten sie ratlos.
Adam gab nicht auf, entfernte die Blätter von Eva, sprach sanft zu ihr hin und streichelte sie.
Eva war enttäuscht. Wo war nur der nette Spielkamerad geblieben? Seine Grabbelei auf ihrer Haut wirkte fremd und ungewohnt. Mit der Zeit aber zeigte sich eine ihr völlig neue Wirkung. Sie sehnte sich nach ihm, nach seiner Berührung und schließlich taten sie, was auch den Tieren rund um sie herum eine Lösung dieser völlig neuen Probleme im Paradies beschwerte.
Als Adam schließlich von Eva abließ, bedeckte auch er sich mit Blättern und schämte sich. Eva tat ihm nach und hatte das Gefühl, das irgendetwas fehlen musste bei diesem neuen Spiel. Im Gegensatz zu ihm fühlte sie sich nicht müde und zufrieden. Schlimmer noch. Adam schlief einfach neben ihr ein, als wenn es nichts zu besprechen gäbe und sie musste alleine vor sich hin denken.
So entdeckte der Alte sie am nächsten Morgen, bemerkte sofort, dass auch bei den Tieren nichts mehr war wie zuvor, dachte sich sein Teil und vertrieb die ganze Horde aus dem Paradies. Bei seinen Äpfeln war er nun mal sehr eigen.
Eva schnallte als erstes, das dieses merkwürdige Spiel Nachwuchs in ihr reifen ließ und noch vor ihr hatten viele der Tiere plötzlich Junge.
Adam fand das aufregend und bedrängte sie Tag und Nacht. Schließlich willigte sie ein, fand auch heraus, wie sie auch auf ihre Kosten kommen konnte. Vor allem aber hoffte sie, auf diese Art zu einem männlichen Wesen kommen zu können, dass sie wirklich lieben konnte. Adam ging ihr nämlich ziemlich auf den Geist, allein der Mangel an Auswahl ließ sie bei ihm bleiben.
Und Adam? Der träumte von einem schönen Mädchen, dass sie ihm gebären würde, einem Mädchen, dem er seine ganze Liebe schenken könnte. Eva, das spürte er, war dazu nicht das ideale Objekt.
Den Tieren waren diese menschlichen Vorbilder bald suspekt und sie trieben es auf ihre Weise und waren sich bald darauf selbst genug.
Nur bei den Menschen hofften die Paare, wenn auch bald schon mit größerer Wahlmöglichkeit im Angebot der Partner, in ihrer Not noch immer auf die Kinder und dass sie diese dann lieben könnten, viel mehr als ihre Partner. Und da sie trotz vielfacher Bemühungen bis heute nicht ausgestorben sind, träumen sie auch wohl heute noch vor allem von ihrer Nachkommenschaft in den schönsten Tönen. Die sollten es einmal besser haben.
Der Alte aber in seinem Paradies besah zweifelnd den Baum der Erkenntnis und dessen Äpfel. Wirkten die Äpfel doch nicht so richtig oder hatten die beiden einfach nur zu wenig vom Apfel gegessen? Auf jeden Fall hatte er sich viel mehr von deren Wirkung versprochen.

Mittwoch, 4. September 2013

Ein Kamel und sein Nadelöhr



Es war einmal in der alten Reichsstadt Nürnberg ein Kaufmann, der konnte nichts anderes als reicher werden und noch reicher. Eines Tages war er so reich geworden, dass die anderen Kaufleute beschlossen, ihn zu ihrem Bürgermeister zu wählen, hofften sie doch auf diese Weise selber auch reicher zu werden, dank ihm.
Eines Tages nun saß der Mann in der großen Lorenzkirche hörte entsetzt, wie der Priester vorne düster sagte: „Und Christus sprach: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel gelangt.“
Das fuchste unseren frisch gebackenen Bürgermeister sehr und in der Nacht konnte er nicht einschlafen. Er hatte schlimme Träume von der Hölle und wünschte sich nichts mehr, als nach seinem Tode ins Paradies zu gelangen.
„Bin ich im Leben reich geworden, dank Gottes Hilfe, wird er mir doch wohl auch einen Weg zeigen, wie ich trotzdem in den Himmel komme,“ dachte er am Morgen und machte sich an seine Vermögensvermehrung. Gegen Abend ging er noch zum Rathaus und sah davor einen Ablasshändler des Papstes wie ein altes Marktweib Ablassbriefe anbieten. Gerade wollte er sich dem Manne zu wenden, da sah er, dass der nur von armen Leuten umringt war, ja sogar ein paar Bettler, die immer vor der Lorenzkirche im Eingang rumlagen, standen bei ihm.
„Wenn das für Arme reicht, reicht es für mich bestimmt nicht. Denn die kommen ja leichter als ich in den Himmel, “ dachte er bei sich und setzte seinen Weg fort.
Als er an diesem Abend spät nach Hause kam, besprach er sich mit seiner Frau, was zu tun sei. Schließlich einigten sie sich auf eine Wallfahrt, möge dabei der Herr ihm einen Weg weisen.
Wenig später begab sich der Kaufmann auf eine der damals noch unzähligen Wallfahrtswege und kam am Zielort in einer großen, gotischen Kirche an, in deren Altarraum mehrere Schreine mit den Reliquien von Heiligen und sogar ein Splitter vom Kreuz Christie ausgestellt waren, wunderbar von Gold und Edelsteinen umgeben, in edlen Gehäusen gelagert.
Da kam dem Manne die, wie ihm schien, rettende Idee.
„Was die Pfaffen mit ihren Bischöfen können, kann ich doch leicht: was muss mir eine Reliquie im Himmel einbringen, die ich selber besitze, wenn es für die Armen schon durch einem Besuch bei ihnen reicht?“
Er war ein Mann der Tat und konnte gar nicht schnell genug nach Nürnberg zurück kommen um seinen Gedanken um zu setzen. Auch fürchtete er, angesichts seines Alters und mancher zunehmender Wehwehchen, nicht mehr rechtzeitig zu sein für die Ausführung und damit drohte ihm ja noch ganz gewaltig die Hölle.
Zu Hause setzte er alle Leute in seinem Kontor auf die Jagd nach Reliquien. Rasch bekam er sie und es erging ihm wie mit seinem Reichtum, schon bald hatte er mehr davon als jede Kirche oder jedes Kloster im Land und dann schon mehr als alle zusammen. Nur von Christus selber oder seinem Kreuz hatte er noch nichts. Er ließ direkt beim Papst anfragen, ob der ihm nicht weiter helfen könne. In Rom war man darüber sehr erfreut, hatte sich doch bereits rumgesprochen, wie viel Geld der Mann aus dem fränkischen Nürnberg für Reliquien zu zahlen bereit war.
Und so machten sie ihm den Vorschlag einer Pilgerreise, nannten eine ungeheuer große Summe für zwei Nägel, die angeblich die Hände von Christus am Kreuz gehalten hatten und der Mann fuhr begeistert los mit seiner Kutsche und rastete und ruhte kaum, bis er endlich im Vatikan eintraf. Dort bezahlte er den verlangten Preis und nahm stolz die Nägel in Empfang.
Als er zurückfuhr war er sicher, es geschafft zu haben und freute sich, auch im Himmel so bevorzugt behandelt zu werden wie auf Erden.
Kaum in Nürnberg angekommen wurde er verhaftet und in die tiefen Verließe unter dem Rathaus eingesperrt. Der Mann hatte bei seiner Jagd auf Reliquien nämlich seinen ganzen Reichtum eingesetzt und dazu noch das Geld der Stadtkasse und von anderen Bürgern, Geld dass er eigentlich vermehren sollte und nun für Reliquien ausgegeben war.
Sie machten ihm den Prozess und er musste den Rest seines Lebens im Kerker verbringen, denn Eigentum war den Nürnberger Kaufleuten schon immer heiliger als alle Reliquien.
Und wie ging es unserem ehemaligen Bürgermeister und einstmals reichsten Mann Nürnbergs dort unten?
Der schlief ruhig, freute sich, lachte bisweilen sogar über sich. Glaubte er doch, dennoch in den Himmel zu gelangen: war er denn jetzt nicht der ärmste Hund der Stadt geworden und kein reicher Mann mehr?
Und er war auch keineswegs seinen Richtern gram, dieselben Kaufleute, die ihn einst zum Bürgermeister gewählt hatten, glaubte er doch, dass die armen Kerle die Ewigkeit in der Hölle verbringen müssten, während er beim lieben Gott das Paradies genießen dürfte.
Die Nürnberger aber nannten ihn von da an, wenn mal die Rede auf sein Schicksal kam, nur „das Kamel, das unbedingt durchs Nadelöhr wollte“ und meinten einhellig, dass ihm nichts als Recht geschehen war.
Und was geschah mit seinen Reliquien? Die wurden in das zurück verwandelt, was den Nürnberger Kaufleuten noch lange am wichtigsten war: viel Geld. Und es kam sogar mehr Geld zusammen, als er dafür ausgegeben hatte, denn sie waren gute Kaufleute. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

(basierend auf einer wahren Begebenheit in genannter Stadt)




© Bild und Text: Jörn Laue-Weltring, Lingen 2013

Samstag, 11. Mai 2013

Mülltrennung






















kleine weiße Aster
in unserem Strauß
auf dem Küchentisch
die Du den Kopf
viel zu früh
hängen lässt
Tulpe auf dem
Rasenfeld die Du
die Blätter senkst
angesichts der Blüte
der Butterblumen

mit schalem Wasser
abgespeist 
von Kunstdünger
hochgepäppelt
wartet nur noch
der braune Eimer
Mülltrennung
auf Euch
und uns

Hauptsache
die Umwelt
bleibt sauber
dass keiner fragt
warum wir
die Köpfe
hängen ließen 
Blätter abwerfen
im Paradies

Donnerstag, 28. Februar 2013

Paradies

















wenn du immer das
was Du brauchst
bekommst

wird das Leben
zum Paradies
oder zur Hölle

auf jeden
Fall
von morgens bis abends
bis in die Träume

wunschlos ohne 
Sehnsucht lohnenswerte 
Mühe die ihr werten Ziele

unter Schweiß
mit Kraft und Verzicht
zu erkämpfen

worüber sich da noch
freuen oder worauf
hinarbeiten

leben
trauern
lieben?