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Samstag, 23. März 2013

Die Feile, das Hobeln und die Späne





„Aua“
Ein anerkannter, mit vielen Preisen dekorierter Autor saß vor dem PC und sah erschrocken hoch. Wer wagte es ihn da bei seiner literarischen Schwerstarbeit zu stören?
„Du tust mir weh!“
Er beschloss, sich nicht weiter darum zu kümmern. Hier war niemand. Hier war nie jemand. Das fand er ja so schön an seinem Beruf, der eigentlich eine Berufung war, dass er ihn ganz für sich alleine ausüben konnte, ohne den Kontakt mit irgendeinem Menschen dabei aus halten zu müssen.
Also feilte er weiter an der Endfassung seines nächsten Werkes.
„Das war jetzt mein rechter Fuß! Lass das!“
Sollte er sich wirklich nach diesem Störenfried umsehen? Nein.
Andere Kollegen liebten ja mehr den Fluss des Runterschreibens, er nicht. Das war für ihn nur das Rohmaterial, das er nach den Ergüssen, so nannte er seine Schreibanfälle selbst, aber nur für sich, mit Lust, Ausdauer, wochenlang,  ja monatelang feilen, hobeln, schmirgeln, eben verändern konnte. Darin lag seine Kunst und die für ihn einzig wahre Beschäftigung eines echten Literaten.
„Und mein Gesicht, was hast Du mit meinem Gesicht gemacht? Man erkennt ja kaum noch etwas von mir!“
Waren es die Nachbarsjungen, diese Lausbuben mit einem neuen Streich? Die mochte er, vielleicht weil er sie nur von Ferne ertragen musste und bisweilen, das gab er zu, konnten sie ihn sogar zum Schmunzeln bringen und das eine oder andere Mal hatte er sogar herzhaft gelacht.
„Jetzt hör aber auf! Das ist meine Liebste, die nimmst du mir nicht … Au nein, was machst Du da aus ihr, das ist doch kein Mensch mehr!  Hast Du keinen Respekt vor uns, unserem Leben und unseren Gefühlen, Du Barbar!“
Kritiker waren ihm schon immer egal. Also weiter. Der Abgabetermin nahte und er wollte das Buch unbedingt  auf der großen Messe in Frankfurt präsentieren können. Vielleicht gab es ja wieder einen Preis.
Manchmal sah er sich als einen Friseur beim Haareschneiden und Gestalten einer Frisur, nur dass bei ihm nichts auf den Boden fiel und weggefegt werden musste.  Von so etwas verstanden viele Kritiker, ja, leider auch Leser, doch nichts.  Er wusste, dass seine Bücher seines Namens wegen mehr verschenkt als gelesen wurden. Aber was sollte ihn daran stören, wenn er hier durch sie gut bezahlt sitzen konnte und in Ruhe hobeln und feilen.
„Jetzt beschneidest Du den schönen Baum, Du Ignorant, und die Wiese, stumpf, tod, was machst Du da nur?!“
„Feilen“, antwortete er im Stillen für sich. „Feilen und Hobeln, da fallen halt die Späne!“
Fast zu seiner Überraschung schwieg nach den nächsten Begradigungen und Sanftschliffen die Stimme. Hatte er sie besiegt? Ach was, ein dummer Jungenstreich mehr nicht.
Er würde den Termin wieder einmal einhalten. Zufrieden fuhr er den PC runter, freute sich obwohl er wusste, dass er am nächsten Morgen weiter hobeln und feilen würde, da ihn jeden Tag etwas am Text reizte es neu aus zu gestalten und zu komprimieren. 

Mittwoch, 20. März 2013

Donnerstag, 14. März 2013

Die 2te Ankunft















Alles und jedes fängt bei dieser Stadt, dieser Erinnerungsruine meiner Kindheit, mit dem Bahnhof an, mit dem fiesen Kreischen der metallenen Räder des hineinfahrenden, langsam abbremsenden Zuges, beginnt mit den schwarz durchwebten Rauchschwaden der aus allen Stahl- und Messingporen vor Hitze dampfenden Lokomotive, beginnt mit jenem plötzlichen Stoß, der mich wuchtig und brutal gegen Ilse schleudert, der Tante Nachbarin, Mamas Freundin, die mich hierher begleitet hat, geführt, gefüttert, beredet, mich 5jährigen Knirps auf dem Weg zu Mama und Papa mitgerissen, vorwärtsgestoßen, am Händchen gehalten hat, mich in Kassel bei dem langen Halt  auch nicht an das freundliche Ehepaar verkaufen wollte, dies freundlich und beschützend gesagt hatte, mir so Vertrauen schenkte und Kraft für die Weiterreise, wo ich in den fliehenden Flüssen, Bergen und Tälern immer Lörrach sehen wollte und doch nur das Land sah, irgendein Land, das mir später noch manches Kopfzerbrechen bereiten sollte wie auch die Leute, die da winzig klein an mir vorbeiflogen, immer wieder besänftigt von Ilse, deren Leib unter rauem Tuch mich nun abfedert, zurückstößt, während eine kackbraune Kunstledertasche vollgefüllt mit meiner 5jährig angesammelten Kleinkindhabe mich gen Boden zerrt und am Laufen hindert.













Ich verliere mich in dem luftleeren Dasein zwischen den meinen Kopf bedrängenden, vorwärtsstoßenden Knien, reibe mich an behosten oder berrockten Schienbeinen, alles Stoff und dick und kratzig, vergeblich mit der freien Hand Luft und Halt suchend, hineingesogen in ungeheure Ausdünstungen, die sogar den Schwefelgeruch der Dampflok zum Schweigen bringen, nur noch fähig zu einem einzigen Schrei, der ohne Echo auf den Lippen kleben bleibt: "Tante Ilse!!!"
Ihre Antwort ist aus der Erinnerung herausgebrochen, nicht einmal ein loser Stein auf dem Boden.
Vielleicht hat sie gesagt:"Du wolltest doch unbedingt selber laufen", vielleicht hat sie auch nur ihre grobe Hand auf meinen frisch für diese Fahrt geschorenen Kopf gelegt, vielleicht hat sie gar nichts getan, weil sie selber zu beschäftigt war, zum Ausgang des Bahnsteigs zu kommen, hat mich gar nicht gehört, hat mich überhört nach der langen Fahrt, während der ich kaum eine Sekunde zu überhören war, und das ihr, die keine Kinder hatte und nie welche haben würde, und doch immer freundlich zu mir blieb, auch nach dem ihre Freundin, meine Mama, nicht mehr mit ihr sprechen wollte, weil das mit ihr und meinem Papa geschehen war. 














Aber das wussten wir beide da noch nicht, wussten vorerst nur, was der krächzende Monolog eines Lautsprechers dem Bahnsteig zurief: 
"Lörrach, Lörrach! Hier Lörrach. Sie haben noch Anschluss an den Zug ...", und ich hatte keinen Anschluss mehr, kein weiterer Zug würde mich aufnehmen und weiter forttragen, ruckelnd und zuckelnd, auch blieb der Name des Ortes für den nächsten Zug auf der Strecke und ich verstand damals sowieso nur das eine Wort, mein Wort, meine magische Zauberformel für schöne Träume, für Hoffnung und Sehnsucht, für Mama und Papa und ich, Lörrach, mein Lörrach.














 Immer wenn mein Blick egal warum zurückschleicht, über dieser Stadt und meinen Spuren in ihr schwebend auf der Suche nach einer Bleibe eine Sekunde lang überlegt, wo der Anfang sein könnte, mein Anfang, die 2te Ankunft bei Ihnen, zu denen ich hingefahren worden war, ohne Nabelschnur im Gepäck, ohne Geburtshelferzange an das Tageslicht befördert, in der Hoffnung, dass dies nun auch die letzte Ankunft bei ihnen sein könnte, mein Blick danach die Trümmer abgrast, die mir seitdem geblieben sind, die halben Gesichter, ganzen Gerüche und Töne, Gesichter, deren Profile kaum noch zu erkennen aber doch erahnbar sind nach 55 Jahren, endet es bei diesem Bahnsteig, dem Drüber und Drunter und Drumherum Bahnhof, seinen durch dicken, graugelben Rauch gerußten, klobigen Mauern, seinen rauen Stahlträgern mit den langgestreckten Dächern am Ende, die wie tote Flügel über den schmutzigen Betonplatten der Bahnsteige erstarrt sind, dieser Welt aus einem überdimensionierten Stabilbaukasten, endet dort, nicht bei den ersten Ausflügen, die nur kleine Schwarzweißbildchen mit gezackten Rändern mir verraten, da ging es wohl bis in die Schweiz, Berg rauf und Berg runter, an Sommerwiesen entlang, weswegen es zu Speiseeis und Brause vor alten Gaststuben mit Sommergärten kam, nur meine Blicke darauf, seine Hand, die meine umschließt, ahne ich noch, den Bahnhof aber können sie nicht besiegen, dieses Bild der Ankunft, um das ich in den paar Jahren im Ort immer wieder herumstreichen sollte, vorsichtig, ja ängstlich, er könnte mich aufsaugen, zurückschleudern auf den Zug, zurück nach Bremen, wo Oma und Opa auf den Balkon saßen, die mich nie geschlagen, nie alleine gelassen hatten, und doch hatte ich diese Freiheit schätzen gelernt, meine Ausflüge zu den Bergdörfern, an der Schlachterei vorbei oder zur  alten Burgruine. 














Nein, ich wollte mich von dem Bahnhof nicht wegbringen lassen, diesem Höllentor zu einer anderen Welt, die, was ich nicht wissen konnte, geduldig und liebevoll besorgt, weiter auf mich wartete, wenig später, für mich eine Ewigkeit später, wieder aufnehmen würde, die Narben verheilen lassen, den Schmerz und mich reden lassen, mir zu hören, echtes Essen servieren statt aus Büchsen und Chemiekäsen und –würsten, so sie auf mich warteten, aber viel zu fern, ließ ich den Bahnhof schnell Bahnhof sein, erbettelte nur im Winter am Stand auf der anderen Seite eine heiße Esskastanie. Die hatte mir Papa als erstes Geschenk damals dort gekauft, am Tag meiner 2ten Ankunft bei ihnen.














Links die Tante, rechts der Papa, in der Mitte ich, auf einer Mauer der Burgruine Rötteln 1958.



 



Freitag, 8. März 2013

Zum 8. März 2013 Internationaler Frauentag: Meine Heldin





 


Ich habe länger überlegt, welche Frau ich dieses Mal bei FB in den Mittelpunkt stelle. Die immer auftauchende Rosa, Berta oder wie früher Angela Davis?  Die von mir sehr vermisste und hochgeschätzte ehemalige Zeit-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff  wäre ein gutes Thema. Aber ich habe mich dann doch für die Frau entschieden, der ich mein Leben, meinen Humor und manchen guten Bodensatz, sie hätte gesagt Dünger, verdanke.  Sie kam am 12. Dezember 1898 als letztes Kind in der Kirche zur Welt, da ihre Mutter keinen Gottesdienst verpassen wollte. So hatte sie eine Kindheit, in der der Krieg sich erst durch Wortgeplänkel und Waffenrasseln andeutete. 



Sie wuchs auf einem Bauernhof am Rande von Twistringen inmitten von großen starken Kerlen, ihren Brüdern, auf.  Die zogen in den Krieg, kamen alle wieder und sie wurde zum von allen eifrig bewachten Teenager. Nach und nach heirateten ihre Geschwister und verließen den Hof. Nur sie blieb zurück und war so zu sagen die Magd ihrer Mutter. Das war normal für sie, wenn auch nicht immer einfach. Treffen mit Männern allein, das war fast unmöglich, da ihre Mutter stets argwöhnisch hinter ihr her sah. Das änderte sich erst nach dem Tod der Mutter. Mittlerweile hatte sich  Adolf Hitler mit seinen Schergen breitgemacht in Deutschland. Da kam ein Bautrupp die Landstraße entlang.  Der Gröfaz investierte viel in Straßen, mit wenig friedlichen Absichten. Aber trotzdem: diesem Programm verdankte sie die Begegnung, die ihr Leben verändern sollte. Ein Bauarbeiter warf achtlos seine Schaufel fort, gerade in dem Moment, in dem sie mit Rad zum Hof fuhr. Die Schaufel traf das Rad, sie lag auf der Landstraße und er kümmerte sich sofort erschrocken um sie. Ich habe sein Polierbuch nach ihrem Tod gefunden. Da kann ich sogar den Kilometer des Ereignisses auf den Tag genau finden. Ebenso die Flitterwochen, die als Urlaub eingetragen sind.  Ja, so war das, sagte sie immer, gesehen, verliebt, geheiratet.

 
Sie zog zu ihm auf seine Häuslerstelle in Drebber und musste bei der Hochzeit auf die Anwesenheit aller großen, starken Kerle und der übrigen Verwandtschaft verzichten. Hatte sie doch gewagt einen Evangelischen zu heiraten. Und das, wo sie doch sogar in der katholischen Kirche in Twistringen zur Welt gekommen war. Besonders fehlte ihr der Bruder, der immer so schön bei den Familienfesten auf dem Akkordeon spielen konnte.
Ihr Mann war Witwer und brachte zwei kleine Mädchen mit in die Ehe. Kurz nach der Hochzeit bricht das polierbuch ab. Der Gröfaz hatte ernst gemacht und seinen großen Krieg begonnen. Ihr Mann mußte an die Front und sie hatte plötzlich nicht nur den kleinen Hof, die Zwangs-Dienste beim Bauern sondern auch noch zwei fremdelnde Kinder zu versorgen.  Aber er kam für ein paar Tage zurück, ihre restlichen Tage einer verdammt kurzen Ehe. Danach hat sie ihn nie mehr wieder gesehen. Er starb in einem russischen Kriegsgefangenlager.  Die Bilder, die er ihr von der Front schickte, hat sie ordentlich eingeklebt. Ich weiß nicht wie viel Tränen darauf eingetrocknet sind. 


Der Krieg dauerte an und sie bekam 2 russische Kriegsgefangene auf den Hof als Hilfe, da die Männer alle an der Front waren. Gut kamen sie miteinander aus, diese Männer aus dem für sie fernen und unbekannten Land, in dem ihr Mann erst kämpfte und dann seinen Tod fand. Ein Kriegskamerad tauchte eines Tages auf ihrem Hof auf, überbrachte ihr den kümmerlichen Nachlass eines Soldaten. Aber das war schon nach dem Krieg. Vorher aber musste erst mal der Krieg ein Ende finden und das war gar nicht so angenehm, da ja die Russen auf den Höfen schufteten und das zum Teil wie Sklaven, nur noch schlechter versorgt.
Nicht so bei ihr. Und so kam es, dass die Russen den Befreiern in den Jeeps entgegen liefen und riefen: „Gute Frau, gute Frau!“ So kam sie ungeschoren davon, hat die beiden hinterher sogar vermisst, nicht nur wegen der Arbeit, die sie nun wieder über nehmen musste und hat alleine weiter gemacht, so gut es ging versucht den mittlerweile jungen Damen eine gute Mutter zu sein. 

 
Wie zuvor schon arbeitete sie zusätzlich in der Trinkhalmfabrik in Twistringen, schaute auch mal den Männern nach, war lange nicht Witwe bis der Kriegskamerad kam und sie nach kurzer Trauer wieder nach vorne zu sehen begann. So vergingen die vierziger Jahre,  die Töchter „machten mit Männern rum“, „fingen sich was“, heirateten, und sie wurde 50 und war allein.


Da verlor in der für sie fernen Großstadt Bremen ein Schiffbauer seine Frau, fühlte sich noch zu jung für ewiges Witwerdasein, bekam den Hinweis auf eine lebenslustige, fleißige Frau in Drebber.
Er fuhr hin, besuchte sie, verliebte sich und sie tat ihm gleich und so wurde eine große Hochzeit daraus. Dieses Mal kam auch ihre Verwandtschaft dazu obwohl der Neue auch ein Evangelischer war. „So sind die Leute, Jörn.“


Auch der Neue hatte zwei Kinder, einen schon lange erwachsenen Sohn und eine Tochter, die als Angestellte in der Stadt arbeiten ging, aber noch zu Hause beim Vater wohnte.
Der Hof gehörte der späten Braut nicht, aber das Vieh und Inventar. Aus dem Erlös des Verkaufes finanzierte sie einen Balkon an dem Haus ihres Schiffbauers, der das Haus nicht lange zuvor gerade abbezahlt hatte.  Dort sollte sie die nächsten Jahrzehnte leben.


Seine Tochter begann etwas mit einem 5 Jahre jüngeren „Jungspund“, der noch in der Ausbildung war und „man gerade 16 Lenze zählte“. Als er 17 wurde, wurde er zugleich Vater eines Jungen. Das war ich, ungeplant  und ohne Ehehintergrund oder eigene Wohnung schwer zu versorgen. Daher beschloss das Paar mich in einem Heim unter zu bringen.


Das passte der Frau des Schiffbauers aber gar nicht und schon nach zwei  Besuchen holte sie mich zusammen mit ihrem Mann zu sich nach Hause, bis ich mit 5 Jahren zurück zu meinen Eltern kam.
Wenige Jahre später starb auch ihr zweiter Mann. Es soll eine gute Ehe gewesen sein, mit allem, was laut Familiensaga die Schwiegertochter und den ältesten Sohn auf den Platz brachte: „Sie möge ihren Mann doch ein wenig schonen, der magere ja toll ab.“ Als hätte ihr Schiffbauer ein Interesse daran das sein zu lassen, was ihm lange genug gefehlt hatte. Wie gesagt, diese Frau war sehr lebenslustig und tolerant.  Sie fuhren in Urlaub, das erstemal für sie beide, gingen regelmäßig ins Kino, kauften und hörten Schallplatten. Das alte Röhrengerät von ihnen steht heute bei uns im Wohnzimmer.
Ab der dritten Klasse und die ersten beiden Jahre auf dem Gymnasium wohnte ich wieder bei ihr, da meine Eltern durch den langen Krankenhausaufenthalt meiner kleinen Geschwister stark verschuldet waren und nur eine kleine "Buzze" sich leisten konnten. 
Danach habe ich meine Heldin, ja, das schreibbe ich hier mit vollem ernst, immer wieder besucht, zu gegeben des Öfteren in der Hoffnung auf ein bisschen Zusatz-Taschengeld, aber auch bei Kummer und Sorgen. Während andere sich über meine wachsenden Haare und "merkwürdigen Klamotten", den "Hippie" mokierten, nahm sie es stumm, wenn auch innerlich zweifelnd, ohne Vorwürfe hin. Ihre Türe blieb bis zum Schluss weit, ganz weit für mich offen, war ich doch eigentlich "ihr Kind". 


Bei ihr gingen in den nächsten Jahren viele verschiedene Menschen ein und aus und viele mochten sie gerne und noch lieber mit ihr feiern.  Mein Vater gehörte dazu, den sie auch nach der Scheidung meiner Eltern  gerne bei sich empfing.  Und ich natürlich, der immer willkommen war, umsorgt wurde und gelegentlich dezent auf das eine oder andere hingewiesen.  So traf ich Griechen und Türken bei ihr, Facharbeiter und Hilfsarbeiter, Alkoholiker und arme, einsame Nachbarinnen. Alles, was das Viertel in den Jahrzehnten so am Menschen tat und anlieferte.


Sie starb „hochbetagt“ mit 99 Jahren. Diese Frau war meine „Stiefoma“, meine liebste Oma, meine Hermiene von allen nur Miene genannt, was im doppelten Sinne zu ihr passte. Ja, sie war unsere und meine beste „Miene“. Ihr schulde ich mehr als Dank, Liebe und Respekt. Schön dass Du für mich da warst, liebste Miene!

Nachtrag: Ihr liebster Traum, oft am Telefon erzählt, war der Besuch von Hans Albers in ihrem Bett. Fröhlich erzählte sie es und es war durchaus Erotik im Spiel. Den Hans albers mochten wir beide. Und wenn ich sein "Auf die Schaukel Luise" höre, denke ich immer an sie. Wie gerne wäre sie seine Luise gewesen. Wenigstens mal zum Naschen, probieren wie der wirklich schmeckt.

Freitag, 1. März 2013

Francisco Sionil Jose






 Francisco Sionil Jose is a Filipino writer who writes in English. His novels and short stories dealing with the social foundations of class struggles and colonialism in Filipino society. José's works have been translated into 22 languages. 




 the Rosales saga novels
A series of five novels, including three centuries of Philippine history and translated in 22 languages ​​worldwide

 


I met him first time at a conference of the Akademie Iserlohn in autumn 1985. It was about "Contribution of the literature on intercultural communication" among others the example of the literature of the Philippines and of the chief guest Sionil Jose.
From left to right in the picture: myself, Sionil Jose, Michael Haase, Dr. Rüdiger Sareika, longtime director of studies at the Protestant Academy Villigst and cultural representative of the Evangelical Church of Westphalia

 


He was very inspiring and humorous, modestly despite his international fame and inquisitive. A lovable man