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Dienstag, 21. Januar 2014

Schweriner Erklärung zur Kulturförderung


(c) bild jörn laue-weltring, berlin kreuzberg 2009

Berlin, 21. Januar 2014. Die deutschen Kunst- und Kulturstiftungen sind keine Ausfallbürgen für Kürzungen der öffentlichen Kulturhaushalte. Dies ist eine zentrale Position der "Schweriner Erklärung", die der Arbeitskreis Kunst und Kultur im Bundesverband Deutscher Stiftungen auf seiner Tagung in Schwerin heute verabschiedet hat. Die Stiftungen fordern darüber hinaus, dass die von der öffentlichen Hand gegründeten Stiftungen für Kunst und Kultur mit ausreichend materiellen Ressourcen und genügend Freiraum zum stifterischen Handeln ausgestattet werden. Gleichzeitig hebt die "Schweriner Erklärung" die private Kulturförderung durch Kunst- und Fördervereine wie die private Wirtschaft als wichtigen Beitrag zur Stärkung der kulturellen Infrastruktur hervor. Im Bereich der kulturellen Bildung bieten sich die Stiftungen als aktive Mittler zwischen professioneller Kunst und Kultur, kultureller Bildung in Schule und Jugendarbeit sowie kulturellen Projekten von Amateuren an.
 
Tobias Henkel, Leiter des Arbeitskreises Kunst und Kultur und Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, fasst zusammen: "Der unschätzbare Reichtum von Kunst und Kultur spiegelt sich in den unterschiedlichen Anliegen und Schwerpunkten der Kunst- und Kulturstiftungen in Deutschland wider. Umso bedeutender ist es, dass sie sich mit der ‚Schweriner Erklärung’ auf gemeinsame Positionen verständigt haben. Im Konzert der für Kultur Engagierten sind die Kulturstiftungen eine gewichtige Stimme."
 
Prof. Dr. Michael Göring, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, betont die Notwendigkeit, Kulturpolitik niemals zur Nebensache verkommen zu lassen: "Der Gesetzgeber hat 2013 wichtige Zeichen für nachhaltige private Kulturförderung gesetzt. Die ‚Schweriner Erklärung‘ formuliert zu Recht die Erwartung, dass Kulturpolitik auf allen Ebenen als zentrale Chance für die Zukunft unseres Landes wertgeschätzt wird. Kulturpolitik ist weit mehr als Standortpolitik, sie ist die wichtigste Säule für das Gedeihen einer kreativen Gesellschaft."
 
Rund jede sechste Stiftung fördert Kunst und Kultur. Da sich seit der Jahrhundertwende die Zahl der Stiftungen auf heute etwa 20.000 verdoppelt hat, gibt es auch im Bereich der Kunst- und Kulturförderung doppelt so viele Stiftungen wie im Jahr 2000. Damit stehen den staatlichen Akteuren und den Kunst- und Kulturschaffenden heute mehr Stiftungspartner denn je zur Verfügung – auch beim Werben um eine Anerkennung der Bedeutung der Kunst- und Kulturförderung von Staat und Wirtschaft. Deren Fördertätigkeit können die Stiftungen jedoch nicht ersetzen.

Arbeitskreis Kunst und Kultur

Der Arbeitskreis Kunst und Kultur im Bundesverband Deutscher Stiftungen ist Sprachrohr der kunst- und kulturengagierten Stiftungen in Deutschland. Kunst und Kultur haben heute rund 15 Prozent der rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts in ihrer Satzung verankert. In den neuen Bundesländern wurden nach der Wende zwar insgesamt nur wenige Stiftungen errichtet, darunter aber auffällig viele Kulturstiftungen. So haben in Mecklenburg-Vorpommern rund 21 Prozent der Stiftungen Kunst und Kultur in ihrer Satzung verankert.
Viele Kulturstiftungen haben sich in einzelnen künstlerischen Sparten spezialisiert. Am beliebtesten ist dabei der Musikbereich, gefolgt von Literatur, Bildender und Darstellender Kunst. Sie fördern den künstlerischen Austausch, vergeben Kulturpreise oder Stipendien und sind zunehmend in der kulturellen Bildung aktiv.
 
Bundesverband Deutscher Stiftungen
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat über 3.800 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm insgesamt mehr als 7.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Quelle: www.stiftungen.org / Bundesverband Deutscher Stiftungen

p://www.stiftungen.org/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-dynamische-inhalte/detailseite-pressemitteilung.html?tx_leonhardtdyncontent_pi1%5Bmode%5D=teaserstart&tx_leonhardtdyncontent_pi1%5Bid%5D=3835

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Zehn kulturpolitische Forderungen an die neue Bundesregierung


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Berlin, den 26.09.2013. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat sich in seiner Sprecherratssitzung und in seiner Mitgliederversammlung mit den Anforderungen an die Kulturpolitik der nächsten Wahlperiode befasst. Er unterstreicht mit dieser Resolution, dass Kunst und Kultur eine herausragende Bedeutung für die Gesellschaft haben. In Kunst und Kultur werden Utopien entwickelt und es findet eine ganz eigene Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft statt. Kulturelle Bildung eröffnet den Zugang zu Kunst und Kultur. Mit einem Staatsziel Kultur im Grundgesetz würde unterstrichen werden, dass Kunst und Kultur – ähnlich den natürlichen Lebensgrundlagen – des Schutzes und der Förderung durch den Staat bedürfen.
  
Der Deutsche Kulturrat hat die nachfolgenden zehn Forderungen an eine zukunftsgerichtete Kulturpolitik für die nächsten vier Jahre formuliert.
  
  
1. Kulturelle Vielfalt zur Richtschnur kulturpolitischen Handelns machen
  
Der Erhalt, die Stärkung und die Weiterentwicklung der kulturellen Vielfalt muss die Richtschnur kulturpolitischen Handelns auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene sein. Deutschland und Europa verfügen über eine bemerkenswerte kulturelle Vielfalt, die über Jahrhunderte gewachsen ist, sich kontinuierlich verändert und im zeitgenössischen künstlerischen Schaffen weiterentwickelt. Diese kulturelle Vielfalt muss gesichert und ausgebaut werden. Das gilt insbesondere in Krisenzeiten, wenn gravierende Einschnitte in die kulturelle Substanz vorgenommen werden. Der Deutsche Kulturrat appelliert daher nachdrücklich an die neue Bundesregierung, im Koalitionsvertrag festzulegen, dass sie die „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ als Grundlage ihrer nationalen, europäischen und internationalen Kulturpolitik nimmt. Als Unterzeichnerstaat dieser Konvention hat die Bundesrepublik die Aufgabe, sich insbesondere bei europäischen Liberalisierungsbemühungen und bei internationalen Handelsabkommen an die Ziele und Verpflichtungen dieser Konvention zu halten. Das gilt insbesondere für das derzeit in Verhandlungen befindliche Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.
  
2. Kulturelle Teilhabe verbessern durch Stärkung der kulturellen Bildung
  
Eine gut ausgebaute, vielfältige kulturelle Infrastruktur ist die Voraussetzung für die Teilhabe am kulturellen Leben. Die Zugangsmöglichkeiten zu dieser Infrastruktur dürfen weder vom Geldbeutel noch vom Wohnort abhängig sein. Kulturelle Bildung kann Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnen und dadurch Teilhabe ermöglichen. Dazu muss aber auch die autonome künstlerische wie wissenschaftliche Fachlichkeit als Grundlage von kultureller Bildung gesichert sein. Medienbildung kann im digitalen Zeitalter einen wesentlichen Beitrag zur kompetenten Nutzung von und der kritischen Auseinandersetzung mit Medien, der Einordnung von Informationen sowie zum Dialog und zur Interaktion zwischen Künstlern und Nutzern leisten. Der Deutsche Kulturrat fordert daher, die Sicherung der kulturellen Infrastruktur im Koalitionsvertrag zu fixieren. Die kulturelle Bildung, einschließlich der Medienbildung, soll als eigenständiges Aufgabenfeld im Koalitionsvertrag verankert und durch adäquate Maßnahmen – institutionell und projektbezogen – gefördert werden.  
  
3. Kooperativen Kultur- und Bildungsföderalismus wieder etablieren
  
Bildung und Kultur sind eine gesamtstaatliche Aufgabe. Der Zugang zu ihnen darf nicht davon abhängig sein, in welchem Bundesland jemand lebt. Bund, Länder und Kommunen haben daneben je eigene Aufgaben in der Kultur- und Wissenschaftspolitik, -förderung und -finanzierung, die einander ergänzen. Ein kooperativer Kultur- und Bildungsföderalismus schafft durch die Zusammenarbeit einen Mehrwert. Der Deutsche Kulturrat hält es daher für erforderlich, wieder einen kooperativen Kultur- und Bildungsföderalismus zu etablieren und ein Kooperationsgebot von Bund und Ländern in Bildung und Kultur grundgesetzlich abzusichern. In Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen können nachhaltige Akzente zur Weiterentwicklung der Infrastruktur von Kunst, Kultur und kultureller Bildung gesetzt werden.
  
4. Instrumentalisierung der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik beenden
  
Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hat in der globalisierten Welt eine neue Dimension gewonnen. Es geht darum, die Zusammenarbeit mit den Partnern anderer Länder zu stärken, Kultur aus Deutschland vorzustellen und in stärkerem Maße Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik mit der Kultur- und Bildungspolitik im Inland zu verzahnen. Dabei hat die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik einen Eigenwert, der sich aus ihrem Gegenstand ableitet. Der Deutsche Kulturrat fordert die neue Bundesregierung auf, diesen Eigenwert Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik im Koalitionsvertrag festzuschreiben, einer Instrumentalisierung dieses Politikfeldes entgegenzutreten und die Einbeziehung weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure neben den Mittlerorganisationen in dieses Themenfeld zu vereinbaren.
  
5. Kulturpolitik in Europa
  
Der europäische Einigungsprozess ist von herausragender wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Die Urheberrechts-, Medien- und Steuerpolitik werden auf der europäischen Ebene vorgeprägt. Bei den verschiedenen bi- und multilateralen Handelsabkommen werden die Verhandlungen nicht mehr von der deutschen, sondern der europäischen Seite geführt. Dieses trifft auch auf das geplante Freihandelsabkommen zwischen der USA und der EU zu. Hier ist die Europäische Kommission der Verhandlungspartner der USA. Der Deutsche Kulturrat hält es für erforderlich, im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen für eine Beteiligung der Zivilgesellschaft bereitzustellen. Ebenso muss im Koalitionsvertrag unterstrichen werden, dass bei den laufenden Verhandlungen zum Freihandelsabkommen EU-USA die „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ konsequente Anwendung findet.
  
6. Soziale Sicherung der Künstler und Publizisten gewährleisten
  
Mit der Künstlersozialversicherung verfügt Deutschland über ein europaweit einmaliges System der sozialen Absicherung von Künstlern und Publizisten. Dieses System gilt es zu stärken. Dazu gehört, dass durch geeignete Maßnahmen Abgabegerechtigkeit hergestellt wird. Wenn der Gesetzgeber Unternehmen, Vereine oder andere Gruppen von der Abgabepflicht ausnimmt, muss der Bund für die dadurch entstehenden Finanzierungslücken bei der Künstlersozialabgabe einstehen und den Bundeszuschuss erhöhen. Darüber hinaus müssen Modelle der sozialen Absicherung für jene Berufsgruppen von Selbstständigen aus dem Kulturbereich gefunden werden, die derzeit nicht in das System der verpflichtenden Sozialversicherung einbezogen sind. Der Deutsche Kulturrat fordert die neue Bundesregierung auf, sich im Koalitionsvertrag zur Stärkung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und seiner Durchsetzung zu verpflichten.  
  
7. Urheber in Digitalisierungsdiskussion in den Mittelpunkt rücken
  
Die Digitalisierung ist ein Epochenumbruch in mannigfacher Hinsicht. Tradierte Vorstellungen über das Verhältnis von Künstlern, von Vermittlern und von Nutzern gelten nicht mehr in gleichem Maße wie in der analogen Welt. Umso mehr gilt es zu unterstreichen, dass das Internet eine technische Infrastruktur mit der Möglichkeit der Teilhabe an Kunst und Kultur sowie der Verbreitung künstlerischer Werke ist. Es erwächst hieraus die Anforderung, den Wert kreativer Leistungen stärker zu vermitteln und zu verdeutlichen. Dazu gehören auch, die Kenntnis und die Akzeptanz des Urheberrechts zu verbreitern und zu vertiefen. Der Deutsche Kulturrat fordert die neue Bundesregierung auf, im Koalitionsvertrag klarzustellen, dass kreative Leistungen als geistiges Eigentum geachtet, geschützt und bei Nutzung eines Werks vergütet werden müssen. Ein durchsetzungsstarkes Urheberrecht ist in der analogen wie der digitalen Welt unerlässlich. Es dient dem Schutz des Urhebers und seines Werks und schafft Anreize zur Schöpfung neuer Werke. Dieser Schutz muss in der digitalen Welt, in der territoriale Grenzen keine Rolle mehr spielen, aufrechterhalten und verbessert werden.
  
8. Datenschutz und Privatsphäre gewährleisten
  
Die digitalen Techniken ermöglichen die sekundenschnelle Weitergabe von Texten, Tönen, Filmen und Bildern. Dieses ist eine große Chance für den Kulturbereich, da dadurch die Weitergabe künstlerischer Werke gefördert werden kann. Zugleich sieht der Deutsche Kulturrat mit Sorge, dass die Privatsphäre verletzt wird, hemmungslos Daten weitergegeben und ohne Anlass gespeichert werden. Damit werden Grundrechte verletzt. Der Deutsche Kulturrat fordert die neue Bundesregierung auf, sich im europäischen und internationalen Kontext für einen starken Datenschutz einzusetzen. Die Akzeptanz digitaler Techniken ist eng mit der Wahrung des Datenschutzes verbunden.
  
9. Öffentliche Kulturfinanzierung sicherstellen
  
Öffentliche Kulturförderung erlaubt Entwicklungsmöglichkeiten von Kunst und Kultur unabhängig vom Markt und ermöglicht eine breite Teilhabe an Kunst und Kultur. Sie bildet damit einen Gegenpol zur immer stärker eingeforderten Ökonomisierung der Kulturproduktion und -vermarktung. Die Kulturfinanzierung des Bundes hat in den letzten Jahren eine erfreuliche Steigerung erfahren. Diese ist auch ein wichtiges Signal an Länder und Kommunen. Mit Blick auf die im Jahr 2020 in den Ländern greifende Schuldenbremse und die finanzielle Notlage von Kommunen sieht der Deutsche Kulturrat das Erfordernis zu einer grundlegenden Finanzreform. Diese muss sowohl Länder als auch Kommunen in die Lage versetzen, ihren Aufgaben in der Kulturfinanzierung nachkommen zu können, die kulturelle Infrastruktur zu sichern und auszubauen.  
  
10. Bundeskulturministerium einrichten
  
Im Jahr 1998 wurde das Amt des Staatsministers für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt etabliert. Dieses Amt hat sich bewährt und ist allseits anerkannt. Jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt: die Etablierung eines Ministeriums. Der Deutsche Kulturrat fordert die neue Bundesregierung auf, ein Bundeskulturministerium einzurichten, in dem die Bundeskulturpolitik, die Kulturpolitik im europäischen Kontext, die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, die Kulturwirtschaftspolitik sowie die Politik für digitale Medien gebündelt werden.

Montag, 23. September 2013

Zur Wahl:























Trotz medial gewollter Überpräsenz von Brüderles Schnöseltruppe derbe Abfuhr für die Lobbyisten-Djangos und ihre „Freunde“, die Versicherungs- und Hotelkonzerne.
Das freut. Schwatz-Geld ist zerbrochen!
Auch, das Merkel nur dank ihrer Zugeständnisse im Wahlkampf bei der Sozialpolitik so viel Stimmen geholt hat, was natürlich von den „Analysten“ nach der Wahl unter dem Teppich gehalten wurde.
Die CDU hat sich seit Kohl nach links bewegt und damit der starken Alternative links von ihr nachgegeben. Das macht Hoffnung für die anstehenden Verhandlungen. Hoffnung, mehr leider nicht.
Meine SPD konnte sich mit ihrem Agenda-Kandidaten stabilisieren aber nicht befreien von der Vergangenheit von Hartz IV und Agenda 2010. Jetzt wäre es schön, wenn der Kandidat sich mal einbinden ließe und statt Kanzlerschaft die politische Arbeit aufnehmen würde. Aber da sehe ich schwarz, grins!
Bleibt wahrscheinlich alles an Gabriels Mannschaft hängen, die Zukunft inhaltlich konsequent an zu gehen und sich und uns nicht das Brot vom Teller nehmen zu lassen.
Die Grünen sind medial verkloppt worden und zu viele ihrer Wähler sind den Sensationsschlagzeilen über sie aus Un- und Halbwahrheiten auf den Leim gegangen.
Aber wer traut sich in diesem Lande noch an die Medien ran und benennt ihre unselige Rolle in den Wahlkämpfen?!
Die „Forschungsinstitute“ haben ihr Ziel nicht erreicht: ihre Prognosen lagen wie in Niedersachsen daneben.
Die Medien bekamen die Geister, die sie mit ihrer Europaberichterstattung riefen, nicht in den Bundestag aber viel zu viele Prozente. Sogar Mutti musste an die Schmuddelkinder der AfD abgeben, ohne die hätte es für sie zur absoluten Mehrheit gereicht.
Die Linke hat sich stabilisiert mit Wagenknecht und Gysi, wird von den Medien jetzt noch stärker in Richtung Opportunismus gedrängt werden. Mal sehen, wie die sich weiter entwickeln, weiter oder auseinander?
Die Wahlbeteiligung macht mir Freude, wenn auch weniger gestern beim Auszählen. Trotzdem, der Wähler hat eindeutige Botschaften übergeben. Bin nun gespannt, wer sie wirklich liest.
Die Entwicklungshilfe, darauf zumindest können die Opfer der Globalisierung hoffen, wird hoffentlich schnell entniebelt. Immerhin etwas.
Die Kultur hat weder als Thema noch in Personen eine Rolle gespielt, mal sehen wie das gegen sie ausgeht.
Ansonsten: alles bleibt wie es ist, etwas anders und doch der gleiche Mist. Ohne unsere lauten Stimmen ändert sich hier nun mal nichts. Kritische Begleitung und wo nötig Widerstand bleiben auf der Tagesordnung. Ich bin sicher, da gibt es demnächst noch viel mehr zu tun für uns.

Freitag, 1. März 2013

Sinulog Philippinen


The Sinulog is an annual festival held on the third Sunday of January in Cebu City. 









 I took the pictures on the 1988th.

Samstag, 16. Februar 2013

Lebenselixier



Im Winterzauber vernebelt  latschen wir
durch ein Netzwerk von Nachrichtenpfützen
Allerlei Gewürm Gestank hohle Birnen auf dem
Schafott der Gemeinheiten heftet sich an die Klamotten

Viele Türen öffnen sich zwar gewaltig lautlos
Freiwillig selten aber zur frischen Luft hin
Der Tag mit seinen Zombies zerrt am Leib
in den Ohren bis wir uns davon frieren nach Haus

In der Hoffnung auf besseres den Wein des Tages
ausschütten obwohl die Klospülung immer
Noch nicht repariert ist das Lager begrenzt
bei unserem Wiedersehen in Dunkelheit und Frost

Genießen wir uns zusammen gesunken unserer Worte
Stille zapfen uns an nippen den eigenen Zaubertrank
Der Gedanken unserer Liebe unseres Jahrganges bewusst
Mit Elan gut gekeltert und gereift außerhalb der genormter Fässer

Trotzen wir dem Winter im Genuss vereint mit den Jahreszeiten
So gewappnet gegen die gierigen Blindflüge vor unseren Fenstern
der Karneval der Zeit die bleibt ein Winterzauber zum Frühling bereit
zum Wachsen im Sommer zur Ernte im Herbst das stärkt

dank der unmanipulierbaren Jahreszyklen
im hoffnungsfernen Hamsterrad jedweder Dinglichkeit
unser aller Lebenselixier das schrille Kaleidoskop
der uns wofür auch immer geschenkten Zeit


Freitag, 15. Februar 2013

Tod eines echten und guten Enfant terribels: Dietrich Kittner

Gezetert hat er, bissig kommentiert, protestiert, auf der Straße wie auf der Bühne, nun ist er von uns gegangen der Begleiter der wilden Jahre der Republik, der sich bis zum Schluß treu geblieben ist, Dietrich Kittner, der "linke" Kabarettist in Hannover, darum hier sein Vierzeiler von seiner Webseite (in dem ist er einem seiner Lieblingsobjekte, Papst Benedikt/demnächst wieder Ratzinger, wohl näher als ihm lieb wäre, der hat es ja auch nicht mit dem Zeitgeist):
Das ego hat sich weiß lackiert
mit neon-assecoires;
der zeitgeist wird auf eis serviert
und kotzt mich an - Das war's.
 

Freitag, 5. Oktober 2012

Im Trott





Heute gehe ich, morgen schreibe ich
übermorgen nehme ich mir den Tag
der Tag darauf frisst mich, es kommt
die Nacht, ich küsse den Morgen
eile zu Dir, sammle alle Wege auf
lasse mir einen Strauß daraus binden
mein Geschenk für unsere eine Zukunft
unsere vertrauten Sorgen gespickt
mit irrlichternden Glücksmomenten

(c) J. Laue-Weltring 05.10.2012

Dienstag, 2. Oktober 2012

Existenzrechtformel



Ich bin nicht für den Vorrang
des Existenzrechtes von Staaten

Ich bin für den Vorrang
des Existenzrechtes von Völkern

Ich bin für den Vorrang
des Existenzrechtes jedes
natürlichen Lebens
auf unserem Planeten

Ich bin für den Vorrang
des Friedens, der Selbstbestimmung
der sozialen, ökologischen
Überlebensfähigkeit aller
Weltbewohner

Ich bin vor allem
für den Vorrang des
Existenzrechtes der Kultur
Ihrer Freiheit und Förderung
ohne die kein Volk, kein Mensch
ein selbstbestimmtes und
erfülltes Leben führen kann

Wenn es dafür des
Existenzrechtes von Staaten
bedarf, dann, aber erst dann
bin ich auch dafür

Donnerstag, 1. März 2012

Politische Streitthemen und ihre Folgen


der eine verzeiht
der andere nicht
der dritte schreibt’n gedicht
der vierte ist erbost
der fünfte genervt
der sechste sich um besseres schert
der siebte gähnt
der achte zieht bilanz
der neunte bringt’s auf den punkt
dem zehnten sind alle viel zu dumm

Den elften freut
es ändert sich nichts
morgen gibt’s ein neues Thema
Der zwölfte erhängt sich darum nicht
nur der dreizehnte
bringt Unglück mit rein
drum soll hier schnell
der vierzehnte sein

und das alles
nennen wir politik
soweit es der öffentlichkeit
des fernsehens entspricht

Waren das Zeiten: Aznavour mit Boheme

Waren das Zeiten: voller Hoffnung und sanft streichelnder Melancholie, Stimmen überall: die Piaf, Aznavour, Greco, Hardy, Brassons, ....! und auf dem Schoß ein Buch von Sartre oder Camus.
 

Sonntag, 26. Februar 2012

Vom Jacob zum Andy, vom Freitag zum Samstag


Vorgestern Ausstellungseröffnung verpasst: Luis Jacob “A finger in the pie, A foot in the door, A leg in quicksand“.  

2007 nahm er mit den beiden Arbeiten A Dance for Those of Us Whose Hearts Have Turned to Ice, Based on the Choreography of Françoise Sullivan and the Sculpture of Barbara Hepworth und Album III an der documenta 12 teil. Jacob lebt und arbeitet in Toronto.
Zitat von der Webseite der Stadt Lingen:
"Eine Serie, die sein Werk charakterisiert, trägt den Titel „Album“. Sie besteht bis heute aus zahlreichen Bildern, die Luis Jacob aus Büchern und Zeitschriften, isoliert und diese dann in einer Reihe von Bögen aus durchsichtiger Folie laminiert präsentiert. Hierüber ergänzen sie sich zu Kompositionen aus miteinander verwobenen und sich von Tafel zu Tafel entflechtenden Erzählsträngen. Die Alben umfassen eine Vielzahl von Bilder-Erzählungen mit offenem Anfang und offenem Ende. Luis Jacob selbst begreift das Visuelle und das Verhältnismäßige als verschiedene Methoden, sich der Welt gegenüber zu verantworten. Die Alben bilden die Welt als Konstrukt ab, an deren Gestaltung, Neugestaltung, Reformulierung, Deformation und Transformation jeder Mensch selbst Anteil nimmt."
Na gut, konnte sie vor Fertigstellung im Prozess erleben, dito Jacob beim Fotografieren seiner Bilder. Trotzdem: es geht nichts über die Besucher und noch mehr die einführenden Worte der Lingener Kunsthallenchefin Meike Behm, das Flanieren zwischen den Gesichtern und dies immer an den Wänden plus Bilder entlang mit gelegentlichem Blick zum industriegeschichtlichem Hallenhimmel des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes.
Wie wirkt eine Ausstellung auf die Menschen, die in der Mehrzahl Mitglieder des hiesigen Kunstvereins und zum Teil dessen finanzkräftige Sponsoren sind. Und wie wirkt das alles auf mich? Wie komme ich nach Hause, nur vom Wein beseelt, guten Gesprächen oder auch mit neuen Bildern im Kopf?



Gestern Dokumentation über Andy Warhola. Ein schreckliches Teil. Wirkte auf mich, als sei es für amerikanische GI’s konzipiert worden, die „ausversehen“ den Koran verbrennen. Ständig wurden Behauptungen wiederholt, zum Teil wohl auch für die Werbepausen im amerikanischen Fernsehen und entsprechent „dramatisiert“.

Aber ich war neugierig auf Andy Warhola. So erfuhr ich und sah Andy als Illustrator und Werbefuzzi, der sein „a“ durch ein Versehen eines Schriftsetzers verlor und seitdem auf das „a“ verzichtete, sah eine Menge seiner Zeichnungen, wie ich sie zuvor noch nicht wahrgenommen hatte, und verstand besser, wie er auf seinen Weg in der Kunst gekommen ist.

Im Vordergrund des Berichtes: der Außenseiter, der Mann „wie von einem anderen Planeten“, der „Ruhm“ suchte und „alles dafür tat“. Der gesellschaftliche Tiefenblick, den das „Genie“ tatsächlich geschafft hat, fast zufällig durch seine Werbetätigkeit und wohl weniger aufgrund eines Geniedenkens, blieb den Machern verborgen.


Von Beginn an nutzte er Verfielfältigungstechniken für seine Produkte, spielte mit der Wiederholung, so wie die moderne Welt sich selbst ständig wiederholt in Dosen, Tüten, Plakaten, Schokoriegeln und nur bei wenigen Ausnahmen Variationen zulässt, wie bei Autos, Rasierapparaten und Kameras, aber auch diese nur bei garantiertem Millionenabsatz.


Er zeigt die dadurch entstandene „neue“ Ästhetik, die den Alltag der Menschen seit den 50er Jahren mehr und mehr beherrscht und auch vor seinen Stars nicht halt macht.

Er zeigt durch den Verzicht auf die dritte Dimension,
auf Schatten, die Verflachung einerseits,
den aber selbst da vorhandenen ästhetischen Reiz.
Für die Dokumentatoren erschien es aber wichtiger
seinen sexuellen Aktivitäten zu folgen, zw. deren Ausbleiben
und häufiges Scheitern.


Irgendwann bin ich aber dann doch durch die schulmeisterliche Stimme aus dem Off eingeschlafen worden.

Montag, 14. November 2011

Iran today and lyriks


Ein wunderbares Land. Eine großartige Geschichte, eine Kultur die auch uns in Europa befruchtet hat und ein so schäbiges, fürchterliches Heute.Verdanken wir dem Orient neben vielem anderen nicht genau das: die lyrische Sprache, die Öffnung zur Liebe hin zwischen zwei Menschen, offen ausgesprochen und mit allem Feinsinn bis in die Sexualität? Das ist für mich die besondere Tragödie: das barbarische Heute im arabischen Raum und die so ungeheuer starke Menschlichkeit in der Geschichte. War nicht besser und reicher dran, wer vom Islam erobert wurde als von den europäischen Ritterhorden? ! Auch Europa verdankt einerseits der Kirche aus Rom viel Kultur und den Römern unser Rechtssystem, aber auch sie haben uns nur bedingt gut getan. Wir können die Geschichte nicht ändern, nur versuchen sie postiv für uns zu interpretieren. Mit positiv meine ich im humanen Sinn und daher nie objektiv. Denn objektiv gesehen quillt aus der Geschichte jeden Landes viel Scheisse (entschuldigt den Ausdruck), subjektiv läd sie aber vielleicht doch zur Hoffnung und Veränderung zum positiven ein.
 
 
Ich lasse euch mein Gedicht da, denn ich bin heute erst einmal weg. Heute Abend habe ich eine Lesung aus meinem Buch, das mit dem Frühling endet, der zum Winter wurde und unser alle Hoffnung zerschlug:

Iranischer Frühling
© Aramesh

...
In welcher Gasse der Zeit
ist der Frühling verloren gegangen,
dass die Vögel nicht mehr singen?

Auf meinen grünen Augen,
wachsen schwarze Tulpen
unter der Sonne des Vergessens.

Statt süßer Küsse huschen
Ratten über Granatapfelmünder
und pressen Pflaster darauf.

Rechenaufgaben mit Blut
auf Stein geschrieben werden gelöscht
durch den Klang der Peitsche.

Murmelnde Greise verschließen
Türen, auf dass schöne Mädchen
hinter den Gittern verkümmern.

Und oben auf den Minaretten
zählen schwarze Fledermäuse
die Gräber unserer Kinder.
 
Iran (für Barbara Naziri, wenn auch längst nicht so, wie sie es ausdrücken kann)

Bei mir kam der Schah
Von Persien zum Abendbrot
...
Auf dem Küchentisch aufgeschlagen
Seine Soraya und später die Farah Diba

Bei mir kam Persien
In der Schule vor, schöne Bilder
Von kriegerischen Streitwagen, bärtigen Kriegern

Tausend und eine Nacht habe ich
Erst viele Jahre später damit in Verbindung gebracht
Und die persischen Ärzte und Verse von Liebe und Sexualität

Aber getanzt und gejubelt
Habe ich anlässlich des Sturzes des Schahs
Und mich befreit gefühlt auch von der Regenbogenpresse

Bitter empfand ich den Sieg der Mullahs
Den Rückfall in die Barbarei des Mittelalters und deren Kriege
Leid taten mir die Freunde aus dem Iran, der Verrat an ihrem Widerstand

Von Kultur war in all der Zeit
Nie die Rede, nur von Neuzeit, Technik, Glauben und abstrakter Demokratie,
so blieb unverstanden, was die Bevölkerung zu diesem Regime trieb.

Lange ist es her, dass wir für das Volk des Iran
Die Straßen mit unserem Widerstand schmückten und damit uns selbst
Längst sind wir eingefangen in der alltäglichen Rationalität faulender Kompromisse

Und verstehen nicht mehr, dass es
Auch um unser Leben geht, unsere Kultur und Identität.
Wer zu lange den Falschen aus den Händen fraß, ist bald selber dran

Gefressen zu werden.